Entscheidung

Entscheidung Nr. 76-75 DC vom 12. Januar 1977

Gesetz über die Durchsuchung von Fahrzeugen zwecks Aufklärung und Verhütung von Straftaten

Der Verfassungsrat ist am 21. Dezember 1976 gemäß Artikel 61, Absatz 2 der Verfassung bezüglich des Gesetzes über die Durchsuchung von Fahrzeugen zwecks Aufklärung und Verhütung von Straftaten angerufen worden von den Herren Abgeordneten Pierre JOXE, André CHANDERNAGOR, Gaston DEFFERRE, Alain SAVARY, Léonce CLERAMBEAUX, Pierre GAUDIN, René GAILLARD, Raymond FORNI, André BILLOUX, Louis EYRAUD, Joseph FRANCESCHI, Maurice BLANC, Robert AUMONT, Joseph PLANEIX, Alex RAYMOND, Jacques-Antoine GAU, Antoine GAYRAUD, Georges FILLIOUD, Charles JOSSELIN, Pierre CHARLES, Roger DUROURE, Jean-Pierre COT, Hubert DUBEDOUT, Henri DUFFAUT, Robert HUGUET, Gilbert SENES, Robert CAPDEVILLE, Albert DENVERS, André DELEHEDDE, André BOULLOCHE, Tony LARUE, Gilbert FAURE, Robert FABRE, Francis LEENHARDT, Charles-Emile LOO, Louis BESSON, André GRAVELLE, Louis MEXANDEAU, Louis LONGEQUEUE, André DELELIS, Marcel MASSOT, Gérard HOUTEER, Jean-Pierre CHEVENEMENT, Raoul JARRY, Fernand BERTHOUIN, Louis DARINOT, Jean BERNARD, Jean MASSE, Lucien PIGNION, Arsène BOULAY, André LEBON, Maurice LEGENDRE, Raoul BAYOU, André SAINT-PAUL, Jean BASTIDE, Guy BECK, Alain VIVIEN, André GUERLIN, Yves LE FOLL, Claude DELORME, André DESMULLIEZ, Fernand SAUZEDDE, Daniel BENOIST, Gérard HAESEBROECK, Louis LE PENSEC, Georges FRECHE, Alain BONNET, Abgeordneten der Nationalversammlung, von den Damen und Herren Robert BALLANGER, Dominique FRELAUT, Didier ELOY, Etienne FAJON, Edmond GARCIN, Guy DUCOLONE, Henri FISZBIN, Georges GOSNAT, Roger GOUHIER, Marcel HOUEL, Hégésippe IBENE, Georges LAZZARINO, Paul LAURENT, Pierre JUQUIN, Joseph LEGRAND, Henri LUCAS, Marcel LEMOINE, Albert TATON, Gilbert MILLET, Louis MAISONNAT, Robert MONTDARGENT, Gisèle MOREAU, Maurice NILES, Louis ODRU, Vincent PORELLI, Jack RALITE, René RIEUBON, Hubert RUFFE, André TOURNE, Lucien VILLA, Pierre VILLON, Robert VIZET, Claude WEBER, Maurice ANDRIEUX, Gustave ANSART, Pierre ARRAUT, Virgile BAREL, Louis BAILLOT, Paul BALMIGERE, Raymond BARBET, Jean BARDOL, Marcelin BERTHELOT, François BILLOUX, Georges BUSTIN, Henry CANACOS, Edouard CARLIER, Jacqueline CHONAVEL, Roger COMBRISSON, Hélène CONSTANS, Daniel DALBERA, André DUROMEA, Philippe GIOVANNINI, Georges HAGE, Parfait JANS, Emile JOURDAN, Maxime KALINSKI, Daniel LE MEUR, Roland LEROY, Waldeck L'HUILLIER, Pierre PRANCHERE, Roland RENARD, Roger ROUCAUTE und Gilbert SCHWARTZ, sowie vom 22. Dezember 1976 bis zum 11. Januar 1977 von den Damen und Herren Senatoren Henri CAILLAVET, Jacques BORDENEUVE, Joseph RAYBAUD, Pierre TAJAN, Jacques PELLETIER, Marcel CHAMPEIX, Edgard PISANI, Robert SCHWINT, Jean COLIN, Jacques CARAT, Emile DURIEUX, Pierre MARCILHACY, Louis LE MONTAGNER, Marcel GARGAR, Charles de CUTTOLI, Gérard MINVIELLE, Jacques COUDERT, Edouard SOLDANI, Maurice FONTAINE, Jean PERIDIER, Maurice VERILLON, Pierre PROST, Pierre GIRAUD, Etienne DAILLY, Robert LAUCOURNET, Michel DARRAS, René JAGER, Henri TERRE, Emile DIDIER, Pierre PERRIN, Victor ROBINI, Francisque COLLOMB, Bernard LEGRAND, André MESSAGER, Edouard GRANGIER, Georges DARDEL, Josy MOINET, Fernand POIGNANT, André RABINEAU, André MERIC, Francis PALMERO, Pierre PETIT, Emile VIVIER, Léopold HEBER, Albert PEN, Maurice COUTROT, Jean MEZARD, Georges LOMBARD, Marcel MATHY, Pierre JEAMBRUN, Auguste AMIC, André BARROUX, Abel SEMPE, Maxime JAVELLY, Jean GEOFFROY, Charles CATHALA, Hubert PEYOU, Roger BOILEAU, Jean NAYROU, Marcel NUNINGER, Adrien LAPLACE, Gabriel CALMELS, Paul MISTRAL, Pierre SCHIELE, Edgar TAILHADES, Jean VARLET, Georges LAMOUSSE, Michel LABEGUERIE, Georges BERCHET, Charles ALLIES, Lucien GRAND, François GIACCOBI, André BOHL, Michel MOREIGNE, Maurice PIC, Jacques VERNEUIL, Brigitte GROS, Guy PASCAUD und Noël BERRIER ;

DER VERFASSUNGSRAT,

Unter Bezugnahme auf die Verfassung ;

Unter Bezugnahme auf die gesetzesvertretende Verordnung vom 7. November 1958, Verfassungsergänzungsgesetz über den Verfassungsrat, insbesondere auf Kapitel II des Abschnitts II dieser Verordnung ;

Nachdem der Berichterstatter gehört worden ist ;

  1. In Erwägung dessen, dass die Freiheit des Einzelnen einen der wesentlichen Grundsätze, die von den Gesetzen der Republik anerkannt und von der Präambel der Verfassung von 1946, welche von der Präambel der Verfassung von 1958 bestätigt wird, ausgerufen werden, darstellt ;

  2. In Erwägung dessen, dass Artikel 66 der Verfassung diesen Grundsatz bestätigt und die ordentliche Gerichtsbarkeit zu seinem Hüter bestimmt ;

  3. In Erwägung dessen, dass der dem Verfassungsrat zur Prüfung vorgelegte Gesetzestext zum Gegenstand hat, den höheren Beamten der Kriminalpolizei oder, auf deren Anordnung, den Polizeibeamten die Befugnis einzuräumen, jedes Fahrzeug oder dessen Inhalt zu durchsuchen, unter der einzigen Voraussetzung, dass sich dieses Fahrzeug auf einer öffentlichen Straße befindet und der Eigentümer oder der Fahrer zugegen ist ;

  4. In Erwägung dessen, dass, sofern die beiden oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind, die Befugnisse, die den höheren Beamten der Kriminalpolizei und den auf ihre Anordnung hin handelnden Polizeibeamten von dieser Bestimmung zugesprochen werden, in jedem Fall außerhalb einer gesetzlichen Regelung über Sonderbefugnisse ohne Einschränkung ausgeübt werden könnten, selbst wenn keine Straftat begangen worden ist, und ohne dass das Gesetz besagte Kontrollen von der Gegenwärtigkeit einer Bedrohung der öffentlichen Ordnung abhängig macht ;

  5. In Erwägung dessen, dass auf Grund des Ausmaßes der den höheren Beamten der Kriminalpolizei und ihren Beamten übertragenen Befugnisse, deren Eigenschaften im übrigen nicht definiert werden, des sehr allgemeinen Wesens der Fälle, in denen diese Befugnisse ausgeübt werden könnten, sowie der Unbestimmtheit der Kontrollen, die auf Grund dieser Befugnisse durchgeführt werden könnten, dieser Gesetzestext gegen die wesentlichen Grundsätze verstößt, auf denen der Schutz der Freiheit des Einzelnen beruht ; dass, in Folge dessen, der Gesetzestext nicht verfassungsgemäß ist ;

ENTSCHEIDET:

Artikel 1 - Die Bestimmungen des einzigen Artikels des Gesetzes über die Durchsuchung von Fahrzeugen zwecks Aufklärung und Verhütung von Straftaten wird für verfassungswidrig erklärt.

Artikel 2 - Diese Entscheidung wird im Amtsblatt der Französischen Republik veröffentlicht.

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