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Entscheidung Nr. 2012-662 DC vom 29. Dezember 2012

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Haushaltsgesetz für 2013

Der Verfassungsrat ist am 20. Dezember 2012 gemäß Artikel 61 Absatz 2 der Verfassung bezüglich des Haushaltsgesetzes für 2013 angerufen worden von den Damen und Herren Senatoren Jean-Claude GAUDIN, Pierre ANDRÉ, Gérard BAILLY, Philippe BAS, René BEAUMONT, Christophe BÉCHU, Michel BÉCOT, Claude BELOT, Jean BIZET, Pierre BORDIER, Natacha BOUCHART, Joël BOURDIN, Marie-Thérèse BRUGUIÈRE, François-Noël BUFFET, François CALVET, Christian CAMBON, Jean-Pierre CANTEGRIT, Jean-Noël CARDOUX, Jean-Claude CARLE, Caroline CAYEUX, Gérard CÉSAR, Pierre CHARON, Alain CHATILLON, Jean-Pierre CHAUVEAU, Marcel-Pierre CLEACH, Christian COINTAT, Gérard CORNU, Raymond COUDERC, Jean-Patrick COURTOIS, Philippe DALLIER, Serge DASSAULT, Isabelle DEBRÉ, Francis DELATTRE, Robert del PICCHIA, Gérard DÉRIOT, Catherine DEROCHE, Marie-Hélène DES ESGAULX, Éric DOLIGÉ, Philippe DOMINATI, Michel DOUBLET, Marie-Annick DUCHÊNE, Alain DUFAUT, André DULAIT, Ambroise DUPONT, Louis DUVERNOIS, Jean-Paul EMORINE, Hubert FALCO, André FERRAND, Louis-Constant FLEMING, Michel FONTAINE, Bernard FOURNIER, Jean-Paul FOURNIER, Christophe-André FRASSA, Pierre FROGIER, Yann GAILLARD, René GARREC, Joëlle GARRIAUD-MAYLAM, Jacques GAUTIER, Patrice GÉLARD, Bruno GILLES, Colette GIUDICELLI, Alain GOURNAC, Francis GRIGNON, François GROSDIDIER, Charles GUENÉ, Pierre HÉRISSON, Michel HOUEL, Alain HOUPERT, Jean François HUMBERT, Jean-Jacques HYEST, Sophie JOISSAINS, Christiane KAMMERMANN, Roger KAROUTCHI, Fabienne KELLER, Élisabeth LAMURE, Gérard LARCHER, Daniel LAURENT, Jean-René LECERF, Antoine LEFÈVRE, Jacques LEGENDRE, Dominique de LEGGE, Jean-Pierre LELEUX, Jean-Claude LENOIR, Philippe LEROY, Gérard LONGUET, Roland du LUART, Philippe MARINI, Pierre MARTIN, Jean-François MAYET, Colette MÉLOT, Alain MILON, Albéric de MONTGOLFIER, Philippe NACHBAR, Louis NÈGRE, Philippe PAUL, Jackie PIERRE, Xavier PINTAT, Louis PINTON, Rémy POINTEREAU, Christian PONCELET, Ladislas PONIATOWSKI, Hugues PORTELLI, Sophie PRIMAS, Catherine PROCACCIA, Jean-Pierre RAFFARIN, Henri de RAINCOURT, André REICHARDT, Bruno RETAILLEAU, Charles REVET, Bernard SAUGEY, René-Paul SAVARY, Michel SAVIN, Bruno SIDO, Esther SITTLER, Catherine TROENDLE, François TRUCY, Hilarion VENDEGOU, René VESTRI und Jean-Pierre VIAL,

sowie am selben Tag von den Damen und Herren Abgeordneten Christian JACOB, Bernard ACCOYER, Yves ALBARELLO, Benoist APPARU, Olivier AUDIBERT TROIN, Jean-Pierre BARBIER, Xavier BERTRAND, Jean-Claude BOUCHET, Xavier BRETON, Gilles CARREZ, Yves CENSI, Alain CHRÉTIEN, François CORNUT-GENTILLE, Edouard COURTIAL, Marie-Christine DALLOZ, Gérald DARMANIN, Bernard DEFLESSELLES, Sophie DION, Jean-Pierre DOOR, Virginie DUBY-MULLER, Daniel FASQUELLE, Marie-Louise FORT, Yves FOULON, Marc FRANCINA, Laurent FURST, Claude de GANAY, Sauveur GANDOLFI-SCHEIT, Bernard GÉRARD, Franck GILARD, Claude GOASGUEN, Philippe GOSSELIN, Anne GROMMERCH, Christophe GUILLOTEAU, Michel HERBILLON, Antoine HERTH, Guénhaël HUET, Sébastien HUYGHE, Christian KERT, Valérie LACROUTE, Marc LAFFINEUR, Laure de LA RAUDIÈRE, Marc LE FUR, Bruno LE MAIRE, Pierre LEQUILLER, Philippe LE RAY, Lionnel LUCA, Jean-François MANCEL, Laurent MARCANGELI, Thierry MARIANI, Hervé MARITON, Olivier MARLEIX, Alain MARTY, François de MAZIÈRES, Damien MESLOT, Pierre MORANGE, Pierre MOREL-A-L'HUISSIER, Jean-Luc MOUDENC, Alain MOYNE-BRESSAND, Jacques MYARD, Dominique NACHURY, Yves NICOLIN, Axel PONIATOWSKI, Josette PONS, Bernard REYNES, Franck RIESTER, Martial SADDIER, François SCELLIER, Claudine SCHMID, André SCHNEIDER, Fernand SIRÉ, Éric STRAUMANN, Michèle TABAROT, Jean-Charles TAUGOURDEAU, Jean-Marie TÉTART, Dominique TIAN, Catherine VAUTRIN, Patrice VERCHÈRE, Philippe VITEL, Michel VOISIN, Jean-Luc WARSMANN, Marie-Jo ZIMMERMANN, Élie ABOUD, Sylvain BERRIOS, Charles de COURSON, Yves JÉGO, Jean-Christophe LAGARDE und Philippe VIGIER,

und ebenfalls am selben Tag von den Damen und Herren Abgeordneten François FILLON, François BAROIN, Jacques Alain BÉNISTI, Marcel BONNOT, Valérie BOYER, Bernard BROCHAND, Dominique BUSSEREAU, Jérôme CHARTIER, Guillaume CHEVROLLIER, Jean-Louis CHRIST, Dino CINIERI, Éric CIOTTI, Jean-Michel COUVE, Charles de LA VERPILLIÈRE, Camille de ROCCA SERRA, Bernard DEBRÉ, Jean-Pierre DECOOL, Rémi DELATTE, Dominique DORD, Marianne DUBOIS, Christian ESTROSI, Hervé GAYMARD, Annie GENEVARD, Guy GEOFFROY, Charles-Ange GINESY, Jean-Pierre GIRAN, Philippe GOUJON, Claude GREFF, Anne GROMMERCH, Arlette GROSSKOST, Serge GROUARD, Françoise GUÉGOT, Jean-Claude GUIBAL, Jean-Jacques GUILLET, Michel HEINRICH, Patrick HETZEL, Philippe HOUILLON, Jean-François LAMOUR, Thierry LAZARO, Isabelle LE CALLENNEC, Dominique LE MÈNER, Alain LEBOEUF, Jean LEONETTI, Céleste LETT, Geneviève LEVY, Véronique LOUWAGIE, Gilles LURTON, Alain MARC, Alain MARLEIX, Philippe Armand MARTIN, Jean-Claude MATHIS, Patrick OLLIER, Valérie PECRESSE, Bérengère POLETTI, Frédéric REISS, Arnaud ROBINET, Claude STURNI, Lionel TARDY, Guy TEISSIER, Michel TERROT, François VANNSON, Jean-Sébastien VIALATTE, Jean-Pierre VIGIER, Laurent WAUQUIEZ und Éric WOERTH.

DER VERFASSUNGSRAT ,

Unter Bezugnahme auf die Verfassung;

Unter Bezugnahme auf die geänderte gesetzesvertretende Verordnung Nr. 58-1067 vom 7. November 1958, Verfassungsergänzungsgesetz über den Verfassungsrat;

Unter Bezugnahme auf das Verfassungsergänzungsgesetz Nr. 2001-692 vom 1. August 2001 über die Haushaltsgesetze;

Unter Bezugnahme auf das Steuer- und Abgabengesetzbuch;

Unter Bezugnahme auf das Gesetzbuch über die Gebietskörperschaften;

Unter Bezugnahme auf das Gesetzbuch über das Eigentum der öffentlich-rechtlichen Körperschaften;

Unter Bezugnahme auf das Gesetzbuch über Sozial- und Familienbeihilfen;

Unter Bezugnahme auf das Umweltgesetzbuch;

Unter Bezugnahme auf die Finanzgerichtsordnung;

Unter Bezugnahme auf das Währungs- und Finanzgesetzbuch;

Unter Bezugnahme auf das Sozialgesetzbuch;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 88-227 vom 11. März 1988 über die Transparenz in der Politikfinanzierung;

Unter Bezugnahme auf die gesetzesvertretende Verordnung Nr. 96-50 vom 24. Januar 1996 über die Tilgung der Schulden der Sozialversicherung;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2010-1657 vom 29. Dezember 2010, Haushaltsgesetz für 2011;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2011-1978 vom 28. Dezember 2011, Nachtragshaushalt für 2011;

Unter Bezugnahme auf die Stellungnahme der Regierung, eingetragen am 24. Dezember 2012;

Nachdem der Berichterstatter gehört worden ist;

1. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren und Abgeordneten dem Verfassungsrat das Haushaltsgesetz für 2013 zur Prüfung vorlegen; dass sie die Verfassungsmäßigkeit der Artikel 9, 12, 13 und 73 des Gesetzes in Frage stellen; dass die antragstellenden Senatoren darüber hinaus die Verfassungsmäßigkeit des gesamten Verfahrens, nach welchem das Gesetz verabschiedet wurde, die Aufrichtigkeit des Gesetzes sowie die Verfassungsmäßigkeit der Artikel 22 bis 24 des Gesetzes in Frage stellen; dass die antragstellenden Abgeordneten auch behaupten, der Artikel 8, der Absatz I von Artikel 51 sowie der Artikel 104 seien in Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd, und die Artikel 3, 4, 6, 8, 10, 11, 15, 16 und 25 verstießen gegen die Verfassung;

- ÜBER DAS GESETZGEBUNGSVERFAHREN ZUR VERABSCHIEDUNG DES GESAMTEN GESETZES:

2. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren behaupten, die im Rahmen der erneuten Lesung des Gesetzesvorhabens über den Haushalt für 2013 im Senat erfolgte Einbringung und Verabschiedung eines Antrags auf Vorablehnung habe einen Verfahrensmissbrauch dargestellt; dass sie vortragen, die Verabschiedung dieses Antrags auf Vorablehnung habe vor dem Hintergrund, dass die Opposition keinen Willen zur Verzögerungstaktik im Rahmen der Beratungen zu diesem Gesetzentwurf habe erkennen lassen, den ordnungsgemäßen Verlauf der demokratischen Debatte und das Funktionieren der Staatsorgane beeinträchtigt sowie das von Artikel 44 der Verfassung geschützte Recht, Änderungsanträge zu stellen, verletzt; dass das zur Prüfung vorgelegte Gesetz infolgedessen nach einem verfassungswidrigen Gesetzgebungsverfahren verabschiedet worden sei;

3. In Erwägung dessen, dass der Entwurf für das Haushaltsgesetz für 2013 am 28. September 2012 beim Präsidium der Nationalversammlung eingereicht und von der Nationalversammlung am 20. November 2012 in erster Lesung verabschiedet worden ist; dass der Senat am 28. November 2012 den ersten Teil des Entwurfs für das Haushaltsgesetz für 2013 mit der Folge abgelehnt hat, dass keine Beratungen über den zweiten Teil des Gesetzentwurfs mehr möglich waren; dass nach dem Scheitern des paritätischen Vermittlungsausschusses am 6. Dezember 2012, welcher bezüglich der noch strittigen Vorschriften eine Vorlage ausarbeiten sollte, die Nationalversammlung erneut über das Gesetzesvorhaben beraten und dieses am 14. Dezember 2012 verabschiedet hat; dass im Senat, welcher mit der von der Nationalversammlung verabschiedeten Fassung des Gesetzesvorhabens befasst worden ist, der Vorsitzende der stärksten Senatsfraktion einen Antrag auf Vorablehnung eingebracht hat; dass aus den Verhältnissen, unter denen dieser Antrag eingebracht wurde, deutlich hervorgeht, dass dessen Verabschiedung nicht etwa gewünscht war, um eine Ablehnung des Gesetzentwurfs in der Sache auszudrücken, sondern um das parlamentarische Verfahren zur Verabschiedung der Gesetzesvorlage zu beschleunigen und sowohl auf die Ablehnung des Gesetzesvorhabens im Rahmen der ersten Lesung im Senat als auch auf die Tatsache zu antworten, dass am 18. Dezember 2012 im Rahmen der Beratungen des Haushaltsausschusses über das Gesetzesvorhaben eine Mehrheit für dessen Verabschiedung fehlte; dass nach der Annahme des Antrags auf Vorablehnung am 18. Dezember 2012 die Regierung gemäß Artikel 45 Absatz 4 der Verfassung die Nationalversammlung ersucht hat, endgültig über die Gesetzesvorlage zu beschließen; dass die Nationalversammlung diesem Antrag der Regierung am 20. Dezember 2012 nachgekommen ist;

4. In Erwägung dessen, dass der ordnungsgemäße Verlauf demokratischer Debatten und mithin das Funktionieren der Verfassungsorgane voraussetzen, dass das den Parlamentsmitgliedern von Artikel 44 der Verfassung verbürgte Recht, Änderungsanträge zu stellen, voll und ganz gewahrt bleibt und dass sowohl die Parlamentsmitglieder als auch die Regierung sich ohne Beeinträchtigungen der zu diesem Zweck zur Verfügung stehenden Verfahren bedienen können;

5. In Erwägung dessen, dass diese beiden Gebote logischerweise voraussetzen, dass von besagten Rechten nicht in offensichtlich überzogener Art und Weise Gebrauch gemacht wird;

6. In Erwägung dessen, dass die Umstände, unter denen der Antrag auf Vorablehnung im Rahmen der erneuten Beratungen des Senates über den Entwurf für das Haushaltsgesetz für 2013 verabschiedet worden ist, nicht zur Verfassungswidrigkeit des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes geführt haben; dass das Verfahren, gemäß welchem über das Gesetzesvorhaben beraten worden ist, daher nicht verfassungswidrig war;

- ÜBER DIE AUFRICHTIGKEIT DES HAUSHALTSGESETZES:

7. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren vortragen, das Haushaltsgesetz sei unaufrichtig, da es zum einen auf äußerst optimistischen wirtschaftlichen Prognosen fuße und zum anderen die Regierung diese Prognosen „ vor dem Hintergrund der veränderten wirtschaftlichen Verpflichtungen sowie der eigenen Wirtschaftspolitik“ hätte anpassen müssen; dass das Haushaltsgesetz insbesondere die Folgen aus der Aufnahme eines „nationale[n] Pakt[es] für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ in den Gesetzentwurf für den Nachtragshaushalt 2012 hätte ziehen müssen;

8. In Erwägung dessen, dass der Artikel 32 des oben genannten Verfassungsergänzungsgesetzes vom 1. August 2001 bestimmt: „ Die Haushaltsgesetze führen in ehrlicher Art und Weise sämtliche Finanzmittel und öffentlichen Ausgaben des Staates auf. Die Bewertung der Aufrichtigkeit dieser Aufführung erfolgt auf der Grundlage der verfügbaren Daten und der sich auf deren Grundlage vernünftigerweise ergebenden Prognosen “; dass aus dieser Vorschrift hervorgeht, dass für die Aufrichtigkeit des Haushaltsgesetzes für das jeweils laufende Jahr maßgeblich ist, dass keine Absicht vorliegt, die Leitlinien für das vom Gesetz angestrebte Haushaltsgleichgewicht zu verfälschen;

9. In Erwägung dessen, dass aus den dem Verfassungsrat vorliegenden Unterlagen nicht hervorgeht, dass die wirtschaftlichen Annahmen, auf denen das Haushaltsgesetz beruht, von der Absicht getragen wären, die Leitlinien des vom zur Prüfung vorgelegten Gesetzes angestrebten Haushaltsgleichgewichts zu verfälschen;

10. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber davon ausgegangen ist, dass das von Artikel 24 b (nunmehr Artikel 66) des dritten Entwurfes für ein Nachtragshaushaltsgesetz für 2012 vorgesehene Steuerguthaben keine Auswirkung auf das Haushaltsgleichgewicht für 2013 haben würde; dass die Regierung, sollte die Entwicklung der Mittel oder der Ausgaben in einer die Leitlinien des Haushaltsausgleichs beeinflussenden Art und Weise ausfallen, auf jeden Fall verpflichtet wäre, dem Parlament einen Entwurf für einen Nachtragshaushalt vorzulegen;

11. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass die Rüge, das Haushaltsgesetz sei unaufrichtig, zurückgewiesen werden muss;

- ÜBER DEN ARTIKEL 3:

12. In Erwägung dessen, dass der Artikel 3 den Artikel 197 Absatz I Ziffer 1 des Steuer- und Abgabengesetzbuches ändert und darin einen zusätzlichen Grenzsteuersatz von 45 % für der Einkommensteuer unterliegendes Einkommen über 150.000 € pro Teil des Ehegatten- oder Familienquotienten einführt;

13. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, die Schaffung einer zusätzlichen Steuerstufe der Einkommensteuer führe zu einem offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten; dass sie auch vortragen, dass dadurch, dass dieser zusätzliche Grenzsteuersatz in der Einkommensteuertabelle für die besondere Einkunftsart der Renten gelte, die im Rahmen einer Zusatzaltersversorgung mit festgelegten Leistungen ausbezahlt werden und den von den Artikeln L. 137-11 und L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches vorgesehenen Abgaben unterliegen, habe diese Vorschrift eine Abgabe geschaffen, die eine Beschlagnahme darstelle, die Achtung der steuerlichen Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen verletze und gegen den Gleichheitssatz sowie die Eigentumsgarantie verstoße; dass es infolgedessen geboten sei, dass der Verfassungsrat den Artikel L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches auf dessen Verfassungsmäßigkeit hin überprüfe und für verfassungswidrig erkläre;

14. In Erwägung dessen, dass gemäß Artikel 6 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 das Gesetz „für alle gleich sein [soll] , mag es beschützen, mag es bestrafen“; dass das Gleichheitsgebot dem Gesetzgeber weder verbietet, verschiedene Sachverhalte verschieden zu regeln, noch aus Gründen des Allgemeininteresses vom Gleichheitssatz abzuweichen, solange in beiden Fällen die sich daraus ergebende Ungleichbehandlung in direktem Zusammenhang mit dem Zweck des Gesetzes steht, welches sie begründet; dass aus dem Gleichheitsgebot jedoch nicht zwangsläufig folgt, dass Personen, die sich in unterschiedlichen Rechtssituationen befinden, auch unterschiedlich behandelt werden müssten;

15. In Erwägung dessen, dass der Artikel 13 der Erklärung von 1789 verkündet: „„ Für den Unterhalt der Streitmacht und für die Kosten der Verwaltung ist eine allgemeine Abgabe unumgänglich. Sie muss gleichmäßig auf alle Bürger unter Berücksichtigung ihrer Vermögensumstände verteilt werden “; dass es diesen Anforderungen nicht genügte, wenn die Steuer die Eigenschaft einer Beschlagnahme hätte oder einer bestimmten Kategorie Steuerpflichtiger eine im Verhältnis zu deren Steuerkraft überhöhte Last aufbürdete; dass es gemäß Artikel 34 der Verfassung Aufgabe des Gesetzgebers ist, unter Wahrung der Grundsätze der Verfassung und unter Berücksichtigung der Eigenschaften jeder Steuerlast, die Bestimmungen festzulegen, nach denen die Vermögensumstände zu beurteilen sind; dass der Gesetzgeber insbesondere, zur Wahrung des Gleichheitsgebots, dafür Sorge zu tragen hat, dass seine Beurteilung, gemessen an den Zielen, die er verfolgt, auf objektiven und zweckmäßigen Kriterien beruht; dass diese Beurteilung jedoch keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zur Folge haben darf;

16. In Erwägung dessen, dass, erstens, die Einführung eines zusätzlichen Grenzsteuersatzes von 45 % für der Einkommensteuer unterliegendes Einkommen über 150.000 € pro Teil des Ehegatten- oder Familienquotienten durch den Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes das Steueraufkommen erhöht und die Progression der Einkommensteuer verschärft; dass diese Maßnahme für sich genommen noch nicht dazu führt, den Steuerpflichtigen eine überhöhte Last aufzuerlegen, und auch keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten begründet;

17. In Erwägung dessen, dass, zweitens, die Einkünfte, die sich aus Rentenzahlungen ergeben, welche im Rahmen einer Zusatzaltersversorgung mit festgelegten Leistungen ausbezahlt werden, der von Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes geänderten Einkommensteuertabelle nach Artikel 197 Absatz 1 Ziffer 1 des Steuer- und Abgabengesetzbuches, der außergewöhnlichen Abgabe auf hohe Einkommen nach Artikel 223 f des Steuer- und Abgabengesetzbuches, der allgemeinen Sozialabgabe nach Artikel L. 136-1 des Sozialgesetzbuches, der Abgabe zur Tilgung der Schulden der Sozialversicherung nach Artikel 14 der oben genannten gesetzesvertretenden Verordnung Nr. 96-50 vom 24. Januar 1996 sowie der von Artikel L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches vorgesehenen Abgabe unterliegen; dass nach dem 1. Januar 2013 ausbezahlte Renten darüber hinaus auch der von Artikel L. 14-10-4 des Gesetzbuches über Sozial- und Familienbeihilfen vorgesehenen Abgabe unterworfen sind;

18. In Erwägung dessen, dass, zum einen, wenn bei der Prüfung der Einhaltung des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zwar alle diese Steuern und Abgaben, welche ein und dasselbe Einkommen belasten und von ein und demselben Steuerpflichtigen zu entrichten sind, berücksichtigt werden müssen, so handelt es sich bei der von Artikel L. 137-11 des Sozialgesetzbuches vorgesehenen Abgabe um einen Arbeitgeberbeitrag, der nicht auf die Höhe der auszuzahlenden Rente angerechnet wird; dass diese Abgabe daher bei der Prüfung der Einhaltung des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten nicht einbezogen werden muss;

19. In Erwägung dessen, dass, zum anderen, der höchste auf im Rahmen einer Zusatzaltersversorgung mit festgelegten Leistungen ausbezahlten Renten anwendbare Grenzsteuersatz aufgrund der von Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes vorgenommenen Änderung, und nach Berücksichtigung der Abzugsfähigkeit eines Teiles der allgemeinen Sozialabgabe sowie eines Teiles der von Artikel L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches vorgesehenen Abgabe von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer, auf 75,04 % (für Renten, die im Jahr 2012 bezogen wurden) beziehungsweise auf 75,34 % (für Renten, die ab dem Jahr 2013 ausbezahlt werden) angehoben worden ist; dass dieses neue Steuerniveau den Steuerpflichtigen eine im Hinblick auf deren steuerliche Leistungsfähigkeit übermäßige Belastung auferlegt; dass dieses Steuerniveau den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verletzt;

20. In Erwägung dessen, dass die Verfassungskonformität eines bereits verkündeten Gesetzes im Rahmen der Prüfung von gesetzlichen Vorschriften, die besagtes Gesetz ändern oder ergänzen oder dessen Anwendungsbereich betreffen, geprüft werden kann; dass im vorliegenden Fall die vom angegriffenen Artikel vorgesehene Anhebung des höchsten Grenzsteuersatzes der Einkommensteuertabelle in Verbindung insbesondere mit dem höchsten Grenzsteuersatz der von Artikel L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches in der Fassung des oben genannten Gesetzes Nr. 2011-1978 vom 28. Dezember 2011 vorgesehenen Abgabe zur Folge hat, die Bedeutung des Grenzsteuersatzes dieser Besteuerung für die steuerliche Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen zu verändern; dass infolgedessen der Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes den Anwendungsbereich der Vorschrift des Artikels L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches berührt;

21. In Erwägung dessen, dass, unter diesen Umständen, zur Bereinigung der verfassungswidrigen Rechtslage, die sich aus der übermäßigen Belastung der steuerlichen Leistungsfähigkeit bestimmter Steuerpflichtiger ergibt, die eine im Rahmen einer Zusatzaltersversorgung mit festgelegten Leistungen ausbezahlte Rente beziehen, die Absätze 5 und 9 von Artikel L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches sowie in den Absätzen 4 und 8 derselben Vorschrift die Worte „von bis zu 24.000 Euro je Monat“ für verfassungswidrig erklärt werden müssen;

22. In Erwägung dessen, dass unter diesen neuen Umständen der Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 4:

23. In Erwägung dessen, dass der Artikel 4 den Artikel 197 Absatz I Ziffer 2 des Steuer- und Abgabengesetzbuches ändert; dass er die Obergrenze der sich aus der Anwendung des Familienquotienten ergebenden Steuersenkung pro halbem Teil des Familienquotienten von 2.336 Euro auf 2.000 Euro herabsetzt; dass er die Steuersenkung zugunsten bestimmter Steuerpflichtiger, welchen aufgrund besonderer sozialer oder familiärer Verhältnisse ein weiterer halber Teil zusteht, von 661 Euro auf 997 Euro heraufsetzt; dass er in die Vorschrift unter Ziffer 2 einen Absatz einfügt, welcher bestimmt, dass verwitweten Steuerpflichtigen mit unterhaltsberechtigten Kindern und im Genuss eines zusätzlichen Anteiles am Familienquotienten unter bestimmten Voraussetzungen eine Steuersenkung von 672 Euro auf der Grundlage dieses zusätzlichen Anteils zusteht;

24. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten vorbringen, die Senkung der Obergrenze des sich aus dem Familienquotienten ergebenden Steuervorteils verstoße gegen den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten; dass der Artikel 4 einen Verstoß gegen die Gleichheit der kinderlosen Steuerpflichtigen und der Steuerpflichtigen mit Kindern zu Folge habe; dass er eine Ungleichbehandlung sogar innerhalb der Gruppe der Steuerpflichtigen mit Kindern begründe, je nachdem wie viele Kinder zu der veranlagten Familie zählen; dass die Antragsteller die Auffassung vertreten, diese Maßnahme weise keinen Bezug zu dem vom Gesetzgeber verfolgten Ziel auf, die Progression der Einkommensteuer zu erhöhen;

25. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber mit der angegriffenen Vorschrift das Steueraufkommen erhöhen und die sich aus dem allgemeinen Familienquotienten ergebenden Vergünstigungen verringern wollte, um die Progression der Steuer zu stärken, wobei er gleichzeitig die Auswirkungen dieser Maßnahmen gegenüber bestimmten Steuerpflichtigen mit besonderen Verhältnissen begrenzt hat;

26. In Erwägung dessen, dass sich aus dem Zweck des Instituts des Familienquotienten selbst und dessen Begrenzung nach oben ergibt, dass eine ungleiche Behandlung erfolgt einerseits zwischen Steuerpflichtigen mit unterhaltsberechtigten Kindern und Steuerpflichtigen ohne unterhaltsberechtigte Kinder und andererseits zwischen den Steuerpflichtigen mit unterhaltsberechtigten Kindern untereinander, je nachdem wie viele Kinder diese Steuerpflichtigen haben; dass die Festlegung einer Obergrenze für den Familienquotienten die aufgrund dieser ungleichen Behandlung erfolgende Berücksichtigung der steuerlichen Leistungsfähigkeit nicht in Frage stellt; dass Artikel 13 der Erklärung von 1789 jedenfalls nicht gebietet, dass die Berücksichtigung der Kosten für den Familienunterhalt bei der Bestimmung der steuerlichen Leistungsfähigkeit ausschließlich mittels eines Familiensplittings zu erfolgen hätte; dass der Gesetzgeber mit der Absenkung der Obergrenze der sich aus der Anwendung dieses Familienquotienten ergebenden Steuersenkung pro halbem Anteil von 2.336 Euro auf 2.000 Euro die aus Artikel 13 der Erklärung von 1789 erwachsenden Anforderungen nicht verkannt hat;

27. In Erwägung dessen, dass der Artikel 4 darüber hinaus auch nicht gegen die Gebote verstößt, die sich aus dem zehnten Absatz der Präambel der Verfassung von 1946 ergeben; dass er für verfassungsgemäß erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 6:

28. In Erwägung dessen, dass der Artikel 82 Ziffer 3o des Steuer- und Abgabengesetzbuches die Werbungskosten regelt, die bei der Berechnung der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer vom Einkommen abgezogen werden können; dass der Artikel 6 in diese Ziffer 3o zwei Absätze über die Berechnung der Reisekosten außer Mautgebühren, Garagenmieten, Parkkosten sowie jährlichen Zinszahlungen im Rahmen des Kaufes des Kraftwagens einfügt; dass diese Bestimmung eine Tabelle in das Gesetz hinzufügt, die sich nach der Anzahl der jährlich zurückgelegten Kilometer und der Steuer-PS bis zu einer Obergrenze von sieben Steuer-PS richtet;

29. In Erwägung dessen, dass die Antragsteller vortragen, diese Bestimmung verletze den Gleichheitssatz, da sie Selbständige und Freiberufler vom Genuss dieser Maßnahme, welche den Zweck verfolgt, umweltfreundlichere Fahrzeuge zu fördern, ausschließe;

30. In Erwägung dessen, dass nichtselbständige Erwerbstätige sich im Hinblick auf die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer nicht in derselben Lage befinden wie Selbständige und Freiberufler; dass infolgedessen die Rüge, die Modalitäten für die Berechnung der von Löhnen und Gehältern abzuziehenden Werbungskosten würden bei Selbständigen und Freiberuflern nicht angewandt, verworfen werden muss; dass der Artikel 6, welcher auch nicht gegen andere Verfassungsgebote verstößt, verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 8:

31. In Erwägung dessen, dass der Artikel 8 die Spenden natürlicher Personen regelt, die diese Personen politischen Parteien zukommen lassen; dass der Hauptzweck dieses Artikels (Absatz I) darin besteht, den ersten Absatz von Artikel 11-4 des oben genannten Gesetzes Nr. 88-227 vom 11. März 1988 dahingehend zu ändern, dass es natürlichen Personen nunmehr verwehrt sein soll, im Verlauf eines Jahres mehr als 7.500 Euro pro Person an eine oder mehrere politische Parteien zu spenden; dass der Absatz II von Artikel 8 die Vorschrift des Artikels 200 Ziffer 3 Absatz 2 des Steuer- und Abgabengesetzbuches anpasst, sodass nur noch bis zu 7.500 Euro an Spenden an politische Parteien steuerlich absetzbar sind;

32. In Erwägung dessen, dass der Absatz I dieses Artikels nach Auffassung der antragstellenden Abgeordneten im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd ist; dass dieser Artikel darüber hinaus auch den Grundsatz des Pluralismus der Geistesrichtungen verkenne;

33. In Erwägung dessen, dass, erstens, der Absatz I von Artikel 8, welcher die Regelungen über die Finanzierung der Politik durch natürliche Personen ändert, weder die öffentlichen Mittel, noch die öffentlichen Lasten, noch das Haushaltswesen, noch die Anleihen, noch die Schulden, noch die Sicherheiten oder die Haushalts- und Wirtschaftsführung des Staates betrifft; dass er keinen Bezug zu Steuern und Abgaben aller Art aufweist, deren Ertrag anderen juristischen Personen des öffentlichen Rechts als dem Staat zugeteilt werden; dass er nicht zum Gegenstand hat, Mittelzuwendungen für die Gebietskörperschaften zu verteilen oder Finanzierungsabkommen zu billigen; dass er auch nicht die Ausgestaltung der vermögensrechtlichen Haftung der Bediensteten der öffentlichen Dienste oder die Unterrichtung des Parlamentes und die von diesem ausgeübte Kontrolle im Bereich der Haushaltswirtschaft betrifft; dass der Absatz I von Artikel 8 damit im Hinblick auf den sich aus den Vorschriften des Verfassungsergänzungsgesetzes vom 1. August 2001 ergebenden Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd ist; dass er auf der Grundlage eines verfassungswidrigen Verfahrens verabschiedet wurde;

34. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der Absatz II von Artikel 8 die Höhe der Spenden an politische Parteien, die gemäß Artikel 200 des Steuer- und Abgabengesetzbuches steuerlich geltend gemacht werden können, auf 7.500 Euro begrenzt; dass er jedoch nicht die Höchstgrenze für Schenkungen und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien, die gemäß Artikel 200 des Steuer- und Abgabengesetzbuches steuermindernd geltend gemacht werden können, verändert; dass diese Höchstgrenze bei 15.000 Euro verbleibt; dass die Vorschrift des Absatzes II von Artikel 8, die mit derjenigen des Absatzes I untrennbar verbunden ist, daher im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd ist;

35. In Erwägung dessen, dass der Artikel 8 infolgedessen, und ohne dass Anlass bestünde, die andere von den Antragstellern vorgetragene Rüge zu prüfen, für verfassungswidrig erklärt werden muss;

- ÜBER DEN ARTIKEL 9:

36. In Erwägung dessen, dass der Artikel 9 hauptsächlich zum Gegenstand hat, die von Unternehmen ausgeschütteten Renditen sowie auch Anlageerträge der Einkommensteuer zu unterwerfen und die Möglichkeit aufzuheben, für diese Einnahmen eine die Befreiung von der Einkommensteuer bewirkende Pauschalabgabe anzuwenden; dass er den Anteil der auf Einkünfte aus Vermögenserträgen und auf Anlageerträge entrichteten und von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer abziehbaren allgemeinen Sozialabgabe ändert; dass der Artikel 9 ebenfalls die für Dividenden, welche der Einkommensteuer unterliegen, geltenden Freibeträge umgestaltet;

37. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren und Abgeordneten die Auffassung vertreten, der Gesetzgeber habe dadurch, dass er die von Unternehmen ausgeschütteten Renditen sowie Anlageerträge, die 2012 angefallen sind und bezüglich derer die Steuerpflichtigen sich für die Leistung der pauschalen, von der Einkommensteuer befreienden Abgabe entschieden hatten, der Einkommensteuer unterworfen habe, rückwirkende Steuervorschriften erlassen, welche nicht durch ein ausreichendes Allgemeininteresse gerechtfertigt seien; dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, die Umwandlung der steuerbefreienden Pauschalabgabe in eine Vorauszahlung verletze darüber hinaus die Eigentumsgarantie und die Unternehmerfreiheit;

38. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten auch die Änderung des Anteils der auf Einkünfte aus Vermögenserträgen und auf Anlageerträge entrichteten und von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer abziehbaren allgemeinen Sozialabgabe in Frage stellen und vortragen, diese Maßnahme bewirke einen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten;

39. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten schließlich erklären, die Heranziehung zur Einkommensteuer von Dividenden und Anlageerträgen führe zu einem Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten, da diese Einkünfte zum einen einem höheren Sozialsteuersatz unterlägen als Einkommen aus Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosengeld beziehungsweise Sozialhilfe, und zum anderen die Bemessungsgrundlage für ihre Besteuerung weiter gefasst sei als für Einkommen aus Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosengeld beziehungsweise Sozialhilfe;

40. In Erwägung dessen, dass, erstens, der Buchstabe A des Absatzes IV von Artikel 9 – vorbehaltlich Ausnahmeregelungen – die Erträge aus beweglichem Vermögen, für welche die von Artikel 117 d Absatz I und von Artikel 125 A Absatz I des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorgesehenen und von der Einkommensteuer befreienden Pauschalabgaben nach dem 1. Januar 2012 bereits geleistet wurden, zur Einkommensteuer für 2012 heranzieht; dass der Buchstabe B dieses Absatzes IV aufgrund dieser bereits geleisteten Abgaben ein Steuerguthaben für die Berechnung der Einkommensteuerschuld für 2012 schafft, um eine Doppelbesteuerung dieser Einkünfte zu vermeiden;

41. In Erwägung dessen, dass der Buchstabe A des Absatzes IV lautet: „ Vom 1. Januar 2012 befreien die von Absatz I der Artikel 117 d und 125 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorgesehenen Abgaben die Einkünfte, auf die sie anwendbar sind, nicht mehr von der Einkommensteuer “; dass die Vorschrift des Absatzes IV somit eine rückwirkende Aufhebung der steuerbefreienden Konsequenz der von Artikel 117 d Absatz I und von Artikel 125 A Absatz I des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorgesehenen Pauschalabgaben zur Folge hat;

42. In Erwägung dessen, dass es dem Gesetzgeber jederzeit freisteht, im Rahmen seiner Zuständigkeit neue Regelungen zu erlassen, deren Zweckmäßigkeit er beurteilt, bestehende Gesetze zu ändern oder aufzuheben und sie gegebenenfalls durch neue Regelungen zu ersetzen; dass er jedoch bei der Ausübung dieser Befugnis Vorgaben von Verfassungsrang nicht die gesetzlichen Gewährleistungen entziehen darf; dass insbesondere der von Artikel 16 der Erklärung von 1789 gewährleistete Rechtsschutz verletzt wäre, wenn der Gesetzgeber in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingriffe, ohne das ein ausreichendes Allgemeininteresse daran bestünde;

43. In Erwägung dessen, dass die Vorschrift des Absatzes IV bewirkt, die von bestimmten Steuerpflichtigen auf deren im Jahr 2012 angefallene Erträge aus beweglichem Vermögen geschuldete Steuer zu erhöhen, obwohl diese Steuerpflichtigen gemäß den anwendbaren gesetzlichen Regelungen bereits eine Abgabe entrichtet haben, welche die besagten Erträge von weiteren Steuerlasten befreit hat;

44. In Erwägung dessen, dass die Absicht des Gesetzgebers, im Jahr 2013 durch die Neugestaltung der Besteuerung von Erträgen aus beweglichem Vermögen zusätzliche Steuereinnahmen zu bewirken, kein ausreichendes Allgemeininteresse darstellt, welches die rückwirkende Änderung einer Abgabe rechtfertigen würde, der der Gesetzgeber eine steuerbefreiende Wirkung verliehen hatte und die bereits entrichtet wurde; dass daher, und ohne dass Anlass bestünde die weiteren Rügen zu prüfen, der Absatz IV von Artikel 9 für verfassungswidrig erklärt werden muss; dass in der Folge dieser Verfassungswidrigkeitserklärung in Absatz VI desselben Artikels die Worte „von Buchstabe E“ ebenfalls für verfassungswidrig erklärt werden müssen und die Geltung der Vorschrift von Ziffer 2o von Buchstabe H desselben Absatzes VI in Bezug auf die im Jahr 2012 angefallenen Erträge auf denjenigen Teil der Vorschrift beschränkt werden muss, der die Aufhebung von Ziffer 5o der Ziffer 3 von Artikel 158 des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorsieht;

45. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der Artikel 9 Absatz I Buchstabe G Ziffer 2o den von der Einkommensteuer für das jeweilige Jahr abziehbaren Anteil der für Einkünfte aus Vermögenserträgen und für Anlageerträge geltenden allgemeinen Sozialabgabe von 5,8 % auf 5,1 % herabsenkt; dass der abziehbare Prozentsatz damit genau demjenigen entspricht, der auch für die allgemeine Sozialabgabe auf Einkommen aus Erwerbstätigkeit gilt, wobei jedoch der Satz für die allgemeine Sozialabgabe auf Einkünfte aus Vermögenserträgen und auf Anlageerträge um 0,7 % höher verbleibt als der Satz der allgemeinen Sozialabgabe auf Einkommen aus Erwerbstätigkeit;

46. In Erwägung dessen, dass der Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten dem Gesetzgeber nicht verwehrt, im Rahmen der Ausübung seiner Zuständigkeit nach Artikel 34 der Verfassung Vorschriften zu erlassen, welche vorsehen, dass eine Steuer von der Bemessungsgrundlage einer anderen Steuer abziehbar sein soll, oder welche die Art und Weise der Abzugsfähigkeit ändern, solange der Gesetzgeber dabei die Belastung der Steuerpflichtigen nicht in einer Weise ausgestaltet, die einen offensichtlichen Verstoß gegen die Gleichheit der Steuerbürger bewirkt;

47. In Erwägung dessen, dass im vorliegenden Fall die Senkung des Anteils der für Einkünfte aus Vermögenserträgen und für Anlageerträge geltenden allgemeinen Sozialabgabe, der von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer abziehbar ist, zu einem Anstieg des Steueraufkommens und zu einer Verschärfung der Progression der Gesamtbesteuerung der Einkünfte aus Vermögenserträgen und Anlageerträgen natürlicher Personen führt; dass diese Absenkung der Abzugsfähigkeit ausschließlich bezüglich der allgemeinen Sozialabgabe auf Einkünfte aus Vermögenserträgen und auf Anlageerträge gilt und damit einen begrenzten sachlichen Geltungsbereich aufweist; dass die Auswirkungen dieser Maßnahme, nämlich die Steigerung des Besteuerungssatzes für Einkünfte aus Vermögenserträgen und für Anlageerträge, die zur Einkommensteuer herangezogen werden, daher keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten herbeiführt;

48. In Erwägung dessen, dass, drittens, der Buchstabe B, die Ziffer 1o des Buchstaben E sowie die Ziffer 1o des Buchstaben H des Absatzes I von Artikel 9 die von den Unternehmen ausgeschütteten Dividenden und die Anlageerträge zur Einkommensteuer heranziehen; dass aus den Vorarbeiten zu dem zur Prüfung vorgelegten Gesetz hervorgeht, dass der Gesetzgeber die Besteuerungsgrundsätze für Einkünfte aus Dividenden und für Anlageerträge an die Besteuerungsgrundsätze für Einkommen aus Erwerbstätigkeit angleichen wollte;

49. In Erwägung dessen, dass wenngleich der Gesetzgeber die Sozialsteuern auf diese Einkunftsart, welche höher als diejenigen auf Einkommen aus Erwerbstätigkeit sind, nicht geändert hat, so hat er in Ziffer 2o des Buchstaben E des Absatzes I die Möglichkeit einer Ausnahme von der Heranziehung zur Einkommensteuer vorgesehen, in deren Rahmen eine Pauschalabgabe von 24 % für jeden gemeinsam veranlagten Haushalt erhoben wird, dessen Anlageerträge im Veranlagungsjahr 2.000 Euro nicht überschritten haben; dass der Gesetzgeber zwar in Ziffer 2o von Buchstabe H von Absatz I den jährlichen Freibetrag, welcher gemäß Artikel 158 Ziffer 3 Ziffer 5o des Steuer- und Abgabengesetzbuches für von Unternehmen ausgeschüttete Renditen gilt, aufgehoben hat, er am von Artikel 158 Ziffer 3 Ziffer 2o des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorgesehenen Freibetrag von 40 % auf den Bruttobetrag der ausgeschütteten Renditen jedoch festgehalten hat;

50. In Erwägung dessen, dass dem Verfassungsrat kein allgemeiner Wertungs- und Gestaltungsspielraum wie der des Parlaments zusteht; dass es ihm nicht zusteht zu prüfen, ob die vom Gesetzgeber verfolgten Ziele auch auf eine andere Art und Weise hätten erreicht werden können, solange die vom Gesetz festgelegten Modalitäten nicht offensichtlich ungeeignet sind, das angestrebte Ziel zu erreichen; dass die Heranziehung der Erträge aus beweglichem Vermögen zur Einkommensteuer von einer gewissen Anzahl von Sonder- und Ausnahmeregelungen flankiert wird; dass die auf diese Art und Weise vom Gesetzgeber vorgenommenen Änderungen der Belastung der Steuerpflichtigen, welche Erträge aus beweglichem Vermögen beziehen, keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zur Folge haben;

51. In Erwägung dessen, dass, schließlich, die Buchstaben e und h von Ziffer 5o des Buchstaben E des Absatzes I von Artikel 9 den Satz der von Artikel 125 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorgesehenen abgeltenden Abgabe auf die Erträge, die von Schuldverschreibungen und Wertpapieren abgeworfen werden, bei denen die Identität des Empfängers dem Finanzamt nicht angezeigt wird, erhöhen; dass diese Schuldverschreibungen und Wertpapiere darüber hinaus den Sozialsteuern auf Anlageerträge nach Artikel 16 der oben genannten gesetzesvertretenden Verordnung Nr. 96-50 vom 24. Januar 1996, nach Artikel L. 14-10-4 des Gesetzbuches über Sozial- und Familienbeihilfen, nach Artikel 1600-0 F b des Steuer- und Abgabengesetzbuches und nach Artikel L. 136-7 und Artikel L. 245-15 des Sozialgesetzbuches unterliegen; dass aufgrund der Änderung des Satzes der abgeltenden Abgabe nach Artikel 125 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches die Erträge aus diesen Schuldverschreibungen und Wertpapieren mit einem Steuersatz von insgesamt 90,5 % belastet werden; dass dies dazu führt, dass diese Maßnahme den Besitzern von Schuldverschreibungen und Wertpapieren, deren Namen der Finanzverwaltung nicht mitgeteilt werden, eine im Hinblick auf die steuerliche Leistungsfähigkeit dieser Steuerpflichtigen übermäßige Belastung auferlegt und den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verletzt; dass die Vorschriften der Buchstaben e und h von Ziffer 5o des Buchstaben E des Absatzes I von Artikel 9 daher für verfassungswidrig erklärt werden müssen;

52. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass die Buchstaben e und h von Ziffer 5o des Buchstaben E des Absatzes I, der Absatz IV, sowie in Absatz VI die Worte „von Buchstabe E“ für verfassungswidrig erklärt werden müssen; dass, um die Verständlichkeit des Absatzes VI sicherzustellen, es geboten ist, die Geltung der Vorschrift von Ziffer 2o von Buchstabe H desselben Absatzes auf denjenigen Teil der Vorschrift zu beschränken, der die Aufhebung von Ziffer 5o der Ziffer 3 von Artikel 158 des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorsieht; dass der weitere Inhalt des Artikels 9 verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 10:

53. In Erwägung dessen, dass der Artikel 10 die Besteuerung von Wertzuwächsen bei der Veräußerung von Wertpapieren und von Rechten an Gesellschaften modifiziert; dass er insbesondere einen solchen Wertzuwachs zur Einkommensteuer heranzieht, wobei gleichzeitig Freibeträge für Nettogewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren und von Rechten an Gesellschaften vorgesehen sind; dass sich die Höhe der Freibeträge danach richtet, wie lange der Besitzer die Wertpapiere oder Rechte an Gesellschaften gehalten hat; dass der Artikel 10 auch eine Möglichkeit zugunsten des Steuerpflichtigen einführt, sich für eine Besteuerung zu einem pauschalen Satz von 19 % zu entscheiden, sofern der Veräußerer bestimmte Voraussetzungen erfüllt;

54. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten die Aufhebung des alten Modells für die Besteuerung von Wertzuwächsen von Wertpapieren anfechten, welches erlaubte, die besondere Eigenheit eines solchen Wertzuwachses spezifisch zu erfassen; dass das neue Beteuerungsmodell zu einem Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten führe, da es die steuerliche Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen nicht berücksichtige;

55. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten die Einrichtung von zwei verschiedenen Besteuerungsmodellen in Frage stellen, welche unterschiedliche Regelungen vorsehen, je nachdem, ob der Veräußerer bestimmte Voraussetzungen bezüglich der Dauer, während der er Kapitalanteile gehalten hat, erfüllt und je nachdem, ob er in dem Unternehmen bestimmte Ämter bekleidet hat; dass diese Besteuerung, gemessen am verfolgten Ziel der Regelung, nicht auf objektiven und zweckmäßigen Kriterien beruhe und daher gegen den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verstoße; dass sie auch den „extremen Mangel an Verständlichkeit“ der Sonderregelungen rügen, der es einem Steuerpflichtigen nicht erlaube mit Sicherheit zu bestimmen, ob er in den Genuss dieser Sonderregelungen kommen könne oder nicht;

56. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten schließlich vortragen, die Heranziehung zur Einkommensteuer von Wertzuwächsen bei der Veräußerung von Wertpapieren bedeute einen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten, da diese Einkünfte zum einen einem höheren Sozialsteuersatz unterlägen als Einkommen aus Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosengeld beziehungsweise Sozialhilfe und zum anderen die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung weiter gefasst sei als für Einkommen aus Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosengeld beziehungsweise Sozialhilfe;

57. In Erwägung dessen, dass, erstens, der Artikel 10 Absatz I Buchstabe N Ziffer 1o den Artikel 200 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches ändert, um Wertzuwächse bei der Veräußerung von Wertpapieren und von Rechten an Gesellschaften zur Einkommensteuer heranzuziehen; dass der Buchstabe E des Absatzes I von Artikel 10 in Ziffer 1 von Artikel 150-0 D des Steuer- und Abgabengesetzbuches einen gestaffelten Freibetrag bei der Einkommensteuer unterliegenden Nettogewinnen aus der Veräußerung von Wertpapieren festschreibt, dessen Höhe sich danach richtet, wie lange die Wertpapiere von ihrem Besitzer gehalten worden sind; dass der Freibetrag bis zu 40 % des Nettogewinns betragen kann, wenn die Aktien, Anteile, Rechte oder Effekten seit mindestens sechs Jahren von ihrem Besitzer gehalten werden; dass aufgrund dieser Freibeträge, die sich nach der Dauer des Besitzes der Wertpapiere richten, die von der Vorschrift des Artikels 10 bewirkte Erhöhung der Besteuerung in deutlicher Art und Weise abgeschwächt wird;

58. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber daher, als er die auf Wertzuwächsen bei der Veräußerung von Wertpapieren lastenden Steuern erhöht, gleichzeitig aber die Dauer, während derer die Wertpapiere von ihrem Besitzer gehalten worden sind, berücksichtigt hat, kein Besteuerungsmodell eingeführt hat, welches die steuerliche Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen verletzen würde;

59. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der Artikel 10 Absatz I Buchstabe N Ziffer 2o in Artikel 200 A Ziffer 2 b des Steuer- und Abgabengesetzbuches die Möglichkeit, eine Besteuerung von Wertzuwächsen bei der Veräußerung von Anteilen von oder Rechten an Gesellschaften aus der Industrie, dem Handel, dem Handwerk, der Landwirtschaft oder den freien Berufen und mit Ausnahme von Gesellschaften, die feste Einkünfte erbringende Tätigkeiten, Finanzgeschäfte, Depotgeschäfte und Immobiliengeschäfte betreiben, zu einem pauschalen Satz von 19 % zu wählen, beibehalten hat; dass der Veräußerer für eine Dauer von mindestens zwei Jahren während des Zeitraums der letzten zehn zurückliegenden Jahre entweder selbst oder über Dritte oder über Angehörige Anteile oder Rechte besessen haben muss, die mindestens 10 % der Stimmrechte oder der Ansprüche am Gewinn der Gesellschaft entsprechen, und zum Zeitpunkt der Veräußerung noch mindestens 2 % der Stimmrechte oder der Ansprüche am Gewinn der Gesellschaft halten muss; dass der Veräußerer während des Zeitraums der letzten fünf Jahre vor dem Zeitpunkt der Veräußerung durchgehend bestimmte Ämter zur Leitung oder Aufsicht des Unternehmens oder eine lohnabhängige Tätigkeit in dem Unternehmen ausgeübt haben muss;

60. In Erwägung dessen, dass aus den Lesungen zu der am Ende in den Artikel 10 eingefügten Vorschrift hervorgeht, dass der Gesetzgeber durch die Schaffung dieser Sonderregelungen Maßnahmen zur Förderung von Wirtschaftstätigkeiten erlassen wollte; dass er dabei objektive und zweckmäßige Kriterien zugrunde gelegt hat; dass dem Verfassungsrat kein allgemeiner Wertungs- und Gestaltungsspielraum wie der des Parlaments zusteht; dass es ihm nicht zusteht zu prüfen, ob die vom Gesetzgeber verfolgten Ziele auch auf eine andere Art und Weise hätten erreicht werden können, solange die vom Gesetz festgelegten Modalitäten nicht offensichtlich ungeeignet sind, das angestrebte Ziel zu erreichen; dass die Kriterien, die für eine Besteuerung nach dem Pauschalsatz von 19 % erfüllt sein müssen, sich auf den Geschäftszweig des Unternehmens, an dem Anteile oder Ansprüche veräußert werden, auf die Dauer, während der die Anteile gehalten worden sind, auf den Anteil an Stimmrechten oder an Ansprüchen am Gewinn der Gesellschaft, sowie auf die Ausübung bestimmter Ämter zur Leitung oder Aufsicht des Unternehmens oder einer lohnabhängigen Tätigkeit in dem Unternehmen während der letzten fünf Jahre vor dem Veräußerungszeitpunkt beziehen; dass diese nicht unverständlichen Kriterien objektiv und zweckmäßig sind; dass sie einen unmittelbaren Bezug zum vom Gesetzgeber verfolgten Zweck aufweisen;

61. In Erwägung dessen, dass diese Sonderregelung zugunsten von Steuerpflichtigen, welche die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, nicht mit dem Freibetrag nach Artikel 150-0 D Ziffer 1 des Steuer- und Abgabengesetzbuches kumulierbar ist, obgleich auch in diesem Fall Voraussetzungen, welche die Dauer, während der die Anteile gehalten wurden, erfüllt sein müssen; dass diese günstigere steuerrechtliche Regelung daher auch nicht im Hinblick auf den verfolgten Normzweck unverhältnismäßig ist;

62. In Erwägung dessen, dass die Vorschrift von Ziffer 2o des Buchstaben N des Absatzes I von Artikel 10 unter diesen Umständen nicht gegen den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verstößt und auch keine weiteren Verfassungsgebote verletzt;

63. In Erwägung dessen, dass, drittens, aus den Vorarbeiten zu dem zur Prüfung vorgelegten Gesetz hervorgeht, dass der Gesetzgeber durch die Heranziehung zur Einkommensteuer der Einkünfte aus Wertzuwächsen bei der Veräußerung von Wertpapieren die Besteuerungsgrundsätze für solche Wertzuwächse an die Besteuerungsgrundsätze für Einkommen aus Erwerbstätigkeit angleichen wollte;

64. In Erwägung dessen, dass wenngleich der Gesetzgeber die Sozialsteuern auf diese Einkünfte, deren Sätze höher sind als die Besteuerungssätze für Einkommen aus Erwerbstätigkeit, nicht geändert hat, so hat er doch in Buchstabe E von Absatz I einen gestaffelten Freibetrag bei der Einkommensteuer unterliegenden Gewinnen aus der Veräußerung von Wertpapieren vorgesehen, dessen Höhe sich danach richtet, wie lange die Aktien, Anteile, Rechte oder Effekten von ihrem Besitzer gehalten worden sind; dass er auch in Buchstabe F von Absatz I eine Regelung über den Aufschub der Einkommensteuer nach Artikel 150-0 D b des Steuer- und Abgabengesetzbuches neu gefasst hat; dass er in Absatz III Buchstabe B die Rechtsfolgen aus der von Artikel 150-0 D c desselben Gesetzbuches vorgesehenen Freibetragsregelung zeitlich ausgeweitet hat; dass er schließlich, wie weiter oben ausgeführt, in Absatz I Buchstabe N Ziffer 2 o, welcher in Artikel 200 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches eine Ziffer 2 b einfügt, eine Sonderregelung über eine Besteuerung zu einem Pauschalsatz von 19 % vorgesehen hat, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind;

65. In Erwägung dessen, dass dem Verfassungsrat kein allgemeiner Wertungs- und Gestaltungsspielraum wie der des Parlaments zusteht; dass es ihm nicht zusteht zu prüfen, ob die vom Gesetzgeber verfolgten Ziele auch auf eine andere Art und Weise hätten erreicht werden können, solange die vom Gesetz festgelegten Modalitäten nicht offensichtlich ungeeignet sind, das angestrebte Ziel zu erreichen; dass die Ausweitung der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer auf Wertzuwächse aus Veräußerungen von Wertpapieren von einer gewissen Anzahl von Sonder- und Ausnahmeregelungen flankiert wird; dass die auf diese Art und Weise vom Gesetzgeber vorgenommenen Änderungen der Belastung der Steuerpflichtigen, welche aus Veräußerungen von Wertpapieren Wertzuwächse erzielen, keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zur Folge haben;

66. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass der Artikel 10 verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 12:

67. In Erwägung dessen, dass der Absatz I von Artikel 12 hinter den Abschnitt 0I von Kapitel III des Titels I des Teiles I von Buch I des Steuer- und Abgabengesetzbuches einen Abschnitt 0I b mit der Überschrift „Außergewöhnlicher Solidaritätsbeitrag auf sehr hohe Einkommen aus Erwerbstätigkeit“ einfügt, welcher aus dem Artikel 223 f A besteht; dass der Absatz I dieses Artikels natürlichen Personen gemäß den von Artikel 4 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorgesehenen Voraussetzungen einen Sonderbeitrag auferlegt, dessen Satz 18 % beträgt und der für den Teil des Einkommens aus Erwerbstätigkeit über einer Million Euro gilt; dass dieser Absatz I auch die Einkommensarten benennt, die als Bemessungsgrundlage für diesen Beitrag dienen; dass der Absatz II von Artikel 223 f A bestimmt, dass für die Erklärung, die Festsetzung, die Prüfung und die Eintreibung dieses Beitrags die gleichen Regelungen und die gleichen Schutzvorschriften und Strafen wie bei der Einkommensteuer gelten; dass gemäß Absatz II von Artikel 12 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes die Vorschrift des Absatzes I für in den Jahren 2012 und 2013 erwirtschaftetes Einkommen gelten;

68. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten und Senatoren behaupten, dieser außergewöhnliche Beitrag summiere sich in Verbindung mit dem höchsten anwendbaren Grenzsteuersatz der Einkommensteuer nach Artikel 3 des Haushaltsgesetzes für 2013, mit der außergewöhnlichen Abgabe auf hohe Einkommen sowie mit den Sozialsteuern zu einer Gesamtbesteuerung von Einkommen zu einem Satz von 75 % und komme daher einer Beschlagnahme gleich; dass dieser außergewöhnliche Beitrag ihrer Auffassung nach darüber hinaus auch den sich aus Artikel 13 der Erklärung von 1789 ergebenden Grundsatz der Steuergleichheit verletzt, da für die Besteuerung jede natürliche Person und nicht jeder gemeinsam veranlagte Haushalt als Recheneinheit diene, keine Regelung über eine Obergrenze oder einen möglichen Steuernachlass vorgesehen sei und die Kosten für den Familienunterhalt nicht berücksichtigt würden; dass auch der Grundsatz der Gleichheit der Steuerpflichtigen je nach Art der Einkünfte, die diese beziehen, insofern verletzt sei, als nur das Einkommen aus Erwerbstätigkeit, nicht aber Kapitalerträge diesem außergewöhnlichen Beitrag unterlägen; dass die antragstellenden Abgeordneten vortragen, der Verstoß gegen das Gleichheitsgebot wiege in den Fällen, in denen die Abgabe für Gewinne aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung sowie für Gewinne aufgrund der Zuteilung von Freiaktien gelte, noch schwerer, je nachdem, ob die Gewinne sich aus vor oder nach dem 16. Oktober 2007 erhaltenen Aktien ergeben; dass die antragstellenden Abgeordneten des Weiteren vorbringen, dieser Beitrag sei nicht von der Einkommensteuer selbst abkoppelbar und entziehe dem Steuerpflichtigen dessen Eigentum; dass die Einführung eines solchen Beitrages gegen den Grundsatz der Jährlichkeit der Steuererhebung verstoße und die Anforderungen an die Klarheit und die Aufrichtigkeit parlamentarischer Debatten verkenne;

69. In Erwägung dessen, dass Artikel 6 der Erklärung von 1789 bestimmt: „Das Gesetz [···] soll für alle gleich sein, mag es beschützen, mag es bestrafen“; dass das Gleichheitsgebot dem Gesetzgeber weder verbietet, verschiedene Sachverhalte verschieden zu regeln, noch aus Gründen des Allgemeininteresses vom Gleichheitssatz abzuweichen, solange in beiden Fällen die sich daraus ergebende Ungleichbehandlung in direktem Zusammenhang mit dem Zweck des Gesetzes steht, welches sie begründet;

70. In Erwägung dessen, dass Artikel 13 der Erklärung von 1789 lautet: „ Für den Unterhalt der Streitmacht und für die Kosten der Verwaltung ist eine allgemeine Abgabe unumgänglich. Sie muss gleichmäßig auf alle Bürger unter Berücksichtigung ihrer Vermögensumstände verteilt werden “; dass es diesen Anforderungen nicht genügte, wenn die Steuer die Eigenschaft einer Beschlagnahme hätte oder einer bestimmten Kategorie Steuerpflichtiger eine im Verhältnis zu deren Steuerkraft überhöhte Last aufbürdete; dass es gemäß Artikel 34 der Verfassung Aufgabe des Gesetzgebers ist, unter Wahrung der Grundsätze der Verfassung und unter Berücksichtigung der Eigenschaften jeder Steuerlast, die Bestimmungen festzulegen, nach denen die Vermögensumstände zu beurteilen sind; dass der Gesetzgeber insbesondere, zur Wahrung des Gleichheitsgebots, dafür Sorge zu tragen hat, dass seine Beurteilung, gemessen an den Zielen, die er verfolgt, auf objektiven und zweckmäßigen Kriterien beruht; dass diese Beurteilung jedoch keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zur Folge haben darf;

71. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber durch die Einführung eines außergewöhnlichen Solidaritätsbeitrages auf sehr hohe Einkommen aus Erwerbstätigkeit für die Jahre 2012 und 2013 eine Steuerlast geschaffen hat, deren Bemessungsgrundlage ausschließlich das Einkommen aus der Ausübung einer Berufstätigkeit ist; dass er für diesen außergewöhnlichen Beitrag, welcher zu der Einkommensteuer hinzukommt, einen Satz von 18 % festgesetzt hat, der für denjenigen Teil des Einkommens gilt, welcher eine Million Euro je natürlicher Person übersteigt;

72. In Erwägung dessen, dass das für die Berechnung des außergewöhnlichen Beitrages maßgebliche Einkommen aus Erwerbstätigkeit umfasst: Dienstbezüge und Gehälter gemäß Artikel 79 des Steuer- und Abgabengesetzbuches – mit Ausnahme vom Arbeitslosengeld, dem Vorruhestandsgeld, den Ausschüttungen und Gewinnen, die in Artikel 80 o des Steuer- und Abgabengesetzbuches genannt werden –, Arbeitsentgelt von Geschäftsführern und Teilhabern von Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder diesen gleichgestellten Gesellschaften, Gewinne aus Gewerbebetrieben, Gewinne aus nicht-gewerblichen Tätigkeiten und Gewinne aus landwirtschaftlichen Tätigkeiten, wenn diese Gewinne aus einer berufsmäßig ausgeübten Tätigkeit entstanden sind, sowie Vorteile aus der Zuteilung von Freiaktien und aus Gewinnen aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung, mit Ausnahme derjenigen Gewinne, die sich aus nach dem 16. Oktober 2007 erhaltenen Aktien ergeben und der Abgabe nach Artikel L. 137-14 des Sozialgesetzbuches unterliegen; dass dieses Einkommen bereits der von gemeinsam veranlagten Haushalten geschuldeten Einkommensteuer unterliegt;

73. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber sich für eine Besteuerung pro natürlicher Person entschieden hat, ohne dabei das Bestehen der gemeinsam veranlagten Haushalte zu berücksichtigen; dass die Tatsache, dass als Bemessungsgrundlage dieses außergewöhnlichen Beitrags der über einer Million Euro liegende Teil des Einkommens aus Erwerbstätigkeit von natürlichen Personen dient, dazu führen kann, dass ein steuerlich gemeinsam veranlagter Haushalt den außergewöhnlichen Beitrag schuldet und ein anderer gemeinsam veranlagter Haushalt, dessen Einkommen aus Erwerbstätigkeit genauso hoch ist, den Beitrag nicht schuldet, je nachdem, wie sich dieses Einkommen auf die steuerpflichtigen Mitglieder dieses Haushaltes verteilt; dass der Gesetzgeber daher, als er das Einkommen der natürlichen Personen zu diesem außergewöhnlichen Beitrag herangezogen hat, ohne zu berücksichtigen – wie dies bei der Heranziehung des gesamten Einkommens zur Einkommensteuer und zur außergewöhnlichen Abgabe nach Artikel 223 f des Steuer- und Abgabengesetzbuches der Fall ist –, dass Haushalte gemeinsam veranlagt werden, das Gebot der Berücksichtigung der steuerlichen Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen verletzt hat; dass er damit gegen den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verstoßen hat;

74. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt – und ohne dass Anlass bestünde die weiteren Rügen, insbesondere die Rüge bezüglich der „Übertretung von Schwellenwerten“ sowie die Rüge, der außergewöhnliche Beitrag käme einer Beschlagnahme gleich, zu prüfen –, dass der Artikel 12 für verfassungswidrig erklärt werden muss;

- ÜBER DEN ARTIKEL 11:

75. In Erwägung dessen, dass der Artikel 11 die Besteuerung von Gewinnen und Vorteilen aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung oder aus dem Erwerb von Freiaktien, welche nach dem 28. September 2012 erhalten worden sind, ändert und diese Gewinne und Vorteile zur Einkommensteuer heranzieht;

76. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten die neue Besteuerungsregelung für Gewinne, die sich aus der Umsetzung von Zeichnungs- oder Kaufoptionen von Aktien ergeben, und für Vorteile, die dem Wert ausgegebener Freiaktien entsprechen, anfechten; dass diese Besteuerung, welche für die Begünstigten dieser Gewinne und Vorteile zu einer Gesamtbelastung führe, die höher sei, als die steuerliche Belastung von Löhnen, Gehältern und Dienstbezügen, einen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zur Folge habe; dass auch die Eigentumsgarantie verletzt sei;

77. In Erwägung dessen, dass, erstens, aus den Vorarbeiten zu dem zur Prüfung vorgelegten Gesetz hervorgeht, dass der Gesetzgeber durch die Heranziehung zur Einkommensteuer der Gewinne und Vorteile aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung oder aus dem Erwerb von Freiaktien, welche nach dem 28. September 2012 erhalten worden sind, die Besteuerungsgrundsätze für Einkünfte aus solchen Gewinnen und Vorteilen an die Besteuerungsgrundsätze für Einkommen aus Erwerbstätigkeit angleichen wollte;

78. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber gleichzeitig die Sozialsteuern auf diese Gewinne und Vorteile geändert hat; dass der Buchstabe A des Absatzes II von Artikel 11 sie der allgemeinen Sozialabgabe auf Einkommen aus Erwerbstätigkeit nach Artikel L. 136-1 des Sozialgesetzbuches und nicht mehr den Sozialsteuern auf Einkünfte aus Vermögenserträgen und aus Anlageerträgen unterwirft; dass der Buchstabe D des Absatzes II von Artikel 11 den Beitragssatz der Arbeitnehmer im Rahmen einer Zuerkennung einer Aktienzeichnung oder eines Aktienvorkaufsrechts und im Rahmen einer Zuteilung von Freiaktien ändert; dass die Vorschrift von Ziffer 5o von Buchstabe A und die Vorschrift von Buchstabe B des Absatzes I von Artikel 11 weiterhin die Möglichkeit vorsehen, im Rahmen der Veräußerung von Aktien entstandene Wertverluste von den Gewinnen und Vorteilen, die mit dem Erwerb der Aktien einhergingen, abzuziehen;

79. In Erwägung dessen, dass dem Verfassungsrat kein allgemeiner Wertungs- und Gestaltungsspielraum wie der des Parlaments zusteht; dass es ihm nicht zusteht zu prüfen, ob die vom Gesetzgeber verfolgten Ziele auch auf eine andere Art und Weise hätten erreicht werden können, solange die vom Gesetz festgelegten Modalitäten nicht offensichtlich ungeeignet sind, das angestrebte Ziel zu erreichen; dass die Heranziehung zur Einkommensteuer der Vorteile aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung oder aus dem Erwerb von Freiaktien von einer gewissen Anzahl von Sonderregelungen flankiert wird; dass die auf diese Art und Weise vom Gesetzgeber vorgenommenen Änderungen der Belastung der Steuerpflichtigen, welche Gewinne und Vorteile aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung oder aus dem Erwerb von Freiaktien, welche nach dem 28. September 2012 erhalten worden sind, ziehen, keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zur Folge haben;

80. In Erwägung dessen, dass, zweitens, Ziffer 2o von Buchstabe D des Absatzes II von Artikel 11 den in Artikel L. 137-14 des Sozialgesetzbuches vorgesehenen Beitragssatz der Arbeitnehmer auf 17,5 % beziehungsweise, wenn die erworbenen Aktien nicht für eine gewisse Dauer unübertragbar bleiben, auf 22,5 % anhebt; dass die Gewinne und Vorteile aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung oder aus dem Erwerb von Freiaktien gemäß den Artikeln 80 b und 80 n des Steuer- und Abgabengesetzbuches (geändert von Artikel 11 Absatz I Buchstabe A Ziffer 1o Buchstabe a beziehungsweise von Artikel 11 Absatz I Buchstabe B) wie Dienstbezüge und Gehälter besteuert werden; dass diese Vorteile darüber hinaus gemäß den von Artikel 11 Absatz II Buchstaben A, B und C geänderten Artikeln L. 136-2, L. 136-5 und L. 136-6 des Sozialgesetzbuches der allgemeinen Sozialabgabe und infolgedessen auch der von Artikel 14 der oben genannten gesetzesvertretende Verordnung Nr. 96-50 vom 24. Januar 1996 vorgesehenen Abgabe zur Tilgung der Schulden der Sozialversicherung unterliegen;

81. In Erwägung dessen, dass der von Artikel 11 Absatz II Buchstabe D Ziffer 2o Absatz 2 vorgesehene Beitragssatz von 17,5 % beziehungsweise der von Artikel 11 Absatz II Buchstabe D Ziffer 2o Absatz 3 vorgesehene Beitragssatz von 22,5 % in Verbindung mit all den anderen Steuern und Abgaben, welche Gewinne und Vorteile aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung oder aus dem Erwerb von Freiaktien belasten, und nach Berücksichtigung der Abzugsfähigkeit eines Teiles der allgemeinen Sozialabgabe von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer, den höchsten anwendbaren Grenzsteuersatz auf diese Gewinne und Vorteile auf 72 % beziehungsweise 77 % anhebt; dass, sofern die übrigen Einkünfte des Einkommensteuerpflichtigen 150.000 Euro für einen ledigen Steuerpflichtigen überschreiten, der Steuersatz auf diese Gewinne und Vorteile nunmehr mindestens 68,2 % beziehungsweise 73,2 % beträgt; dass infolgedessen die neuen Besteuerungssätze, die sich aus der Anhebung des von Artikel L. 137-14 des Sozialgesetzbuches vorgesehenen Beitrages ergeben, zu einer im Hinblick auf die steuerliche Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen übermäßigen Belastung führen; dass sie den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verletzen; dass daher sämtliche von Artikel 11 Absatz II Buchstabe D vorgenommenen Änderungen der Vorschrift des Artikels L. 137-14 des Sozialgesetzbuches verfassungswidrig sind;

82. In Erwägung dessen, dass, drittens, gemäß Artikel 11 Absatz I Buchstabe A Ziffer 1o Buchstabe b in den Absatz I von Artikel 80 b des Steuer- und Abgabengesetzbuches ein zusätzlicher Absatz eingefügt wird, welcher lautet: „ Der Anschaffungspreis von vor dem 1. Januar 1990 erworbenen Aktien gilt als dem Wert der Aktie zum Zeitpunkt der Ausübung des Optionsrechts entsprechend. “;

83. In Erwägung dessen, dass es dem Gesetzgeber obliegt, die Zuständigkeiten, die ihm die Verfassung, insbesondere ihr Artikel 34, überträgt, vollumfänglich auszuüben; dass das verfassungsrechtliche Ziel der Verständlichkeit und der Zugänglichkeit des Gesetzes, welches sich aus den Artikeln 4, 5, 6 und 16 der Erklärung von 1789 ableitet, ihn verpflichtet, hinreichend genaue Vorschriften zu erlassen und eine eindeutige Wortwahl zu verwenden;

84. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber im vorliegenden Fall mit der Verabschiedung der vorgenannten Vorschriften die Regelungen zur Bestimmung des gemäß Artikel 80 b des Steuer- und Abgabengesetzbuches der Steuer unterliegenden Gewinns aus der Ausübung eines Aktienvorkaufsrechts oder einer Aktienzeichnung näher festlegen wollte; dass diese Vorschriften im Zusammenspiel mit der Bestimmung von Artikel 11 Absatz IV betrachtet werden müssen, welcher vorsieht, dass die Absätze I bis III für nach dem 28. September 2012 erworbene Aktienvorkaufsrechte und Freiaktien gelten; dass diese Vorschriften sich widersprechen und dadurch das verfassungsrechtliche Ziel der Verständlichkeit und der Zugänglichkeit des Gesetzes verkennen; dass unter diesen Umständen der Buchstabe b von Ziffer 1o von Buchstabe A des Absatzes I von Artikel 11 für verfassungswidrig erklärt werden muss;

85. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass der Buchstabe b von Ziffer 1o von Buchstabe A des Absatzes I sowie der Buchstabe D des Absatzes II von Artikel 11 für verfassungswidrig erklärt werden müssen; dass der weitere Inhalt des Artikels 11 verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 13:

86. In Erwägung dessen, dass der Absatz I von Artikel 13 bestimmte Vorschriften des Steuer- und Abgabengesetzbuches über die Solidaritätssteuer auf Großvermögen novelliert; dass diese Änderungen ab dem 1. Januar 2013 gelten sollen; dass steuerpflichtig ist, wer ein Vermögen von über 1,3 Millionen Euro besitzt; dass insbesondere der Buchstabe C dieses Absatzes I den Artikel 885 O c des Steuer- und Abgabengesetzbuches neu fasst, um bei der Bestimmung des Vermögens der Gesellschafter oder der Aktieninhaber eine Berücksichtigung der Vermögensbestandteile eines Unternehmens zu ermöglichen, die nicht unverzichtbar sind für die Ausübung des Industrie-, Handels- oder Handwerksgewerbes, des landwirtschaftlichen oder des freien Gewerbes durch das Unternehmen; dass der Buchstabe D des Absatzes I den Artikel 885 U des Steuer- und Abgabengesetzbuches über den Satz dieser Steuer neu fasst; dass der jeweils über 0,8 Millionen Euro, 1,3 Millionen Euro, 2,57 Millionen Euro, 5 Millionen Euro und 10 Millionen Euro liegende Anteil des Vermögens mit einem Steuersatz von 0,5 %, 0,7 %, 1 %, 1,25 % beziehungsweise 1,50 % belastet wird; dass der Buchstabe E des Absatzes I den Artikel 885 V über die Steuerminderung um 300 Euro je durch den Steuerpflichtigen unterhaltener Person aufhebt;

87. In Erwägung dessen, dass der Buchstabe F des Absatzes I im Steuer- und Abgabengesetzbuch einen neuen Artikel 885 V b einführt, welcher eine Obergrenze für die Solidaritätssteuer auf Großvermögen festschreibt und die im Rahmen dieser und anderer Steuern in Frankreich und im Ausland auf Einkommen und Erträge des Vorjahres geschuldete Steuersumme begrenzt; dass diese Obergrenze festgelegt wird auf „ 75 % der weltweit insgesamt erzielten Einkünfte nach Abzug der beruflichen Aufwendungen des Vorjahres und nach Abzug allein derjenigen Verluste der jeweiligen Einkunftsarten, deren Anrechnung gemäß Artikel 156 zulässig ist, sowie nach Abzug der von der Einkommensteuer befreiten Einkünfte und der einer abgeltenden Abgabe unterliegenden Erträge, die während desselben Jahres in Frankreich oder außerhalb Frankreichs erzielt wurden “;

88. In Erwägung dessen, dass gemäß Absatz II von Artikel 885 V b bei der Berechnung der Obergrenze Folgendes gilt: „ Als im selben Jahr in Frankreich oder außerhalb Frankreichs entstandene Einkünfte gelten ebenfalls:

1o Zinsen aus Bausparverträgen bis zu der in Artikel L. 136-7 Absatz II Ziffer 2o Buchstabe c des Sozialgesetzbuches genannten Höhe;

2o der Wertunterschied beim Rückkauf von zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember des Vorjahres mit Unternehmen, die in Frankreich oder außerhalb Frankreichs ihren Sitz haben, abgeschlossenen Kapitalsammlungsverträgen, Geldanlagen gleicher Art – insbesondere Lebensversicherungen – sowie Finanzprodukten aller Art, die der Kapitalisierung von Erträgen dienen, abzüglich der im selben Zeitraum erfolgten Auszahlungen und Rückkäufe;

3o zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember des Vorjahres aus einem Trust nach Artikel 792-0 b dieses Gesetzbuches erworbene Erträge;

4o betreffend die Inhaber von Anteilen oder Aktien eines der Körperschaftssteuer unterliegenden Unternehmens und im Verhältnis des Gewinnanspruchsrechts des Steuerpflichtigen am Gewinn des Unternehmens: der ausschüttbare Gewinn, im Sinne des Artikels L. 232-11 des Handelsgesetzbuches, des letzten im Vorjahr abgeschlossenen Geschäftsjahres (1. Januar bis 31. Dezember), verringert um den Betrag des in derselben Vorschrift genannten Gewinnvortrages und erhöht um den gemäß Satzung des Unternehmens in die Rücklage zu überführenden Betrag sowie um den Betrag der zugunsten der Anteilseigner ausgelegten Kosten. Ausschüttungen von bei der Anwendung dieser Ziffer 4o berücksichtigten Gewinnen werden im Rahmen der Anwendung der Vorschrift von Absatz I nicht berücksichtigt.

Die Vorschrift dieser Ziffer 4o gilt, sofern das Unternehmen von dem Steuerpflichtigen zu irgendeinem Zeitpunkt binnen der letzten fünf vorangegangenen Jahre beherrscht wurde. Im Sinne dieser Vorschrift übt ein Steuerpflichtiger die Herrschaft über ein Unternehmen aus, wenn:

a) der Steuerpflichtige, dessen Ehe- oder Lebenspartner, die Verwandten in aufsteigender Linie oder die Abkömmlinge des Steuerpflichtigen beziehungsweise dessen Ehe- oder Lebenspartners, oder die Geschwister des Steuerpflichtigen beziehungsweise dessen Ehe- oder Lebenspartners mittelbar oder unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte oder der Ansprüche am Gesellschaftsgewinn halten;

b) der Steuerpflichtige aufgrund einer Vereinbarung mit anderen Anteilseignern oder Aktionären alleine die Mehrheit der Stimmrechte oder der Ansprüche am Gesellschaftsgewinn hält;

c) der Steuerpflichtige die tatsächliche Entscheidungshoheit ausübt.

Es gilt die Vermutung, dass der Steuerpflichtige die Herrschaft über das Unternehmen ausübt, wenn er mittelbar oder unmittelbar über mindestens 33,33 % der Stimmrechte oder der Ansprüche am Gesellschaftsgewinn verfügt und kein anderer Gesellschafter oder Aktieninhaber einen höheren Anteil dieser Rechte oder Ansprüche innehat.

Der Steuerpflichtige und eine oder mehrere andere Personen, die mit ihm nach Absprache gemeinsam handeln, gelten als gemeinschaftlich die Herrschaft über ein Unternehmen ausübend, wenn sie tatsächlich die Entscheidungen der Hauptversammlung bestimmen;

5o Wertzuwächse, bezüglich derer die Steuern gestundet wurden, für das Geschäftsjahr, in dem die Steuerstundung gewährt wurde, sowie Nettogewinne, bei denen die Steuern gestundet wurden “;

89. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren und Abgeordneten behaupten, diese Vorschriften verstießen gegen den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten und gegen die Eigentumsgarantie; dass sie vortragen, diese Vorschriften führten in Anbetracht der geringen Zinsen, die von festverzinslichen Wertpapieren abgeworfen werden, der Angleichung der Besteuerungsgrundsätze für Einkünfte aus Kapitalvermögen an die Besteuerungsgrundsätze für Einkommen aus Erwerbstätigkeit, sowie der Einführung eines zusätzlichen Einkommensteuergrenzsteuersatzes von 45 % zu einer Einziehung der gesamten Kapitalerträge sowie eines Teiles des Arbeitseinkommens; dass die Antragsteller im Übrigen ausführen, die angegriffenen Bestimmungen fußten auf einer irrigen Annahme der steuerlichen Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen, da sie für die Berechnung der Obergrenze der Steuer „potentielle“ Einkünfte heranzögen, die noch nicht eingetreten sind und über die der Steuerpflichtige nicht frei verfügen kann; dass die antragstellenden Abgeordneten darüber hinaus auch die Aufhebung der Steuerminderung um 300 Euro je durch den Steuerpflichtigen unterhaltener Person sowie die daraus folgende völlige Nichtberücksichtigung der Kosten für den Familienunterhalt anfechten und die Auffassung vertreten, die Obergrenze der Solidaritätssteuer auf Großvermögen müsse auf der Grundlage ausschließlich der Kapitalerträge berechnet werden;

90. In Erwägung dessen, dass, erstens, die Solidaritätssteuer auf Großvermögen nicht zu den Steuerarten gehört, die das Einkommen der Steuerpflichtigen belasten; dass der Gesetzgeber mit der Einrichtung dieser Steuer die im Hinblick auf die aufgrund des Besitzes einer Gesamtheit von Vermögenswerten und Ansprüchen bestehende steuerliche Leistungsfähigkeit abschöpfen wollte; dass die Berücksichtigung dieser steuerlichen Leistungsfähigkeit weder bedeutet, dass nur einen Ertrag abwerfende Vermögenswerte in die Bemessungsgrundlage der Solidaritätssteuer auf Großvermögen einfließen dürften, noch, dass diese Steuer nur aus dem Ertrag der besteuerten Vermögenswerte zu zahlen sei;

91. In Erwägung dessen, dass wenn der Gesetzgeber die Anzahl der Steuerstufen erweitern und den das Vermögen belastenden Steuersatz erhöhen konnte, obwohl er gleichzeitig Einkünfte aus Kapitalvermögen zur Einkommensteuer herangezogen und die besonderen Steuersätze der Sozialsteuern auf Kapitalerträge unverändert gelassen hat, so war dies nur deshalb zulässig, weil der höchste Grenzsteuersatz auf 1,5 % festgelegt worden ist und auch weiterhin zahlreiche Vermögenswerte und Rechte gänzlich oder teilweise der Bemessungsgrundlage entzogen sind; dass unter diesen Voraussetzungen der Steuersatz von 1,5 %, welcher beim besteuerbaren Nettowert des über 10 Millionen Euro liegenden Teils des Vermögens greift, die steuerliche Leistungsfähigkeit der Besitzer derartiger Vermögenswerte berücksichtigt; dass insbesondere, und entgegen der Behauptung der Antragsteller, dieser Steuersatz durch seine Auswirkungen auf das Vermögen der betroffenen Steuerpflichtigen nicht zu einer Verletzung von deren Eigentumsrecht führt;

92. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der Gesetzgeber bei der Schaffung und Ausgestaltung der Solidaritätssteuer auf Großvermögen der Auffassung gefolgt ist, dass die Zusammensetzung eines gemeinsam veranlagten Haushalts für die Bestimmung von dessen steuerlicher Leistungsfähigkeit nicht dieselbe Bedeutung aufweist wie im Bereich der Einkommensteuer; dass der Gesetzgeber sich für den Grundsatz einer Besteuerung pro Haushalt entschieden hat, ohne Regelungen über ein Familiensplitting vorzusehen; dass er aufgrund der auf eine andere Art und Weise erfolgten Berücksichtigung der steuerlichen Leistungsfähigkeit die verfassungsrechtlichen Anforderungen aus Artikel 13 der Erklärung von 1789, welche einen Familienquotienten nicht zwingend vorschreiben, nicht verkannt hat; dass der Gesetzgeber daher durch die Aufhebung von Artikel 885 V des Steuer- und Abgabengesetzbuches den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten nicht verletzt hat;

93. In Erwägung dessen, dass, drittens, der Gesetzgeber durch die Wiedereinführung eines Artikels 885 V b in das Steuer- und Abgabengesetzbuch, welcher Regelungen über eine Obergrenze der Steuer vorsieht, die nicht auf einer Berechnung je Steuerart beruhen und den Betrag der Solidaritätssteuer auf Großvermögen sowie der übrigen auf Einkommen und Erträge des Vorjahres geschuldeten Steuern auf einen bestimmten Teil der Gesamteinkünfte des Vorjahres begrenzen, den offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten vermeiden wollte, der sich ergäbe, wenn eine solche Obergrenze nicht existierte; dass er mit der Festsetzung dieses Anteils auf 75 % die vorgenannten verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht verletzt hat;

94. In Erwägung dessen, dass die oben genannten Bestimmungen des Artikels 885 V b Absatz II für die Berechnung der Obergrenze Zinsen und Zinseszinsen, ausschüttbare Gewinne von Finanzgesellschaften und Wertzuwächse oder Gewinne, bei denen die Steuern gestundet wurden, mit einbeziehen;

95. In Erwägung dessen, dass jedoch der Gesetzgeber durch die Einbeziehung von Beträgen, die keine Gewinne oder Einkünfte darstellen, die der Steuerpflichtige im Laufe desselben Jahres erzielt oder über die er verfügt hat, in die für die Berechnung der Obergrenze der Solidaritätssteuer auf Großvermögen und für die Berechnung aller, das Einkommen belastender Steuern maßgeblichen Einkünfte des Steuerpflichtigen, seine Einschätzung auf Kriterien gestützt hat, die das Gebot der Berücksichtigung der steuerlichen Leistungsfähigkeit verkennen; dass infolgedessen die Absätze 3 und 16 des Buchstaben F des Absatzes I von Artikel 13 ebenso für verfassungswidrig erklärt werden müssen wie in Absatz 17 dieses Buchstaben F die Worte „ einschließlich der in Ziffer 5o von Absatz II genannten“;

96. In Erwägung dessen, dass, gleichfalls, der Gesetzgeber zwar für die Bestimmung des nichtberuflichen Teils des Vermögens der Steuerpflichtigen denjenigen Teil des Wertes von Anteilen oder Aktien berücksichtigen durfte, der den für die Ausübung des Industrie-, Handels- oder Handwerksgewerbes, des landwirtschaftlichen oder des freien Gewerbes durch das Unternehmen nicht unverzichtbaren Vermögensbestandteilen des Unternehmens entspricht, er jedoch die Veranlagung zur Solidaritätssteuer auf Großvermögen nicht auf diese Vermögensbestandteile des Unternehmens in Höhe des vom Steuerpflichtigen gehaltenen Anteils an dem Unternehmen stützen durfte, obgleich nicht erwiesen ist, dass diese Vermögenswerte dem Aktieninhaber oder dem Gesellschafter tatsächlich zur Verfügung stehen; dass der Gesetzgeber eine Steuerbemessungsgrundlage ohne Bezug zur steuerlichen Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen festgelegt hat; dass daher der Buchstabe C des Absatzes I von Artikel 13 ebenfalls für verfassungswidrig erklärt werden muss;

97. In Erwägung dessen, dass der weitere Inhalt des Artikels 13 verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 15:

98. In Erwägung dessen, dass der Artikel 15 die Regelungen über die Wertzuwachssteuer bei Immobilienveräußerungen umgestaltet; dass er zum einen bei der Veräußerung von Baugrund erzielte Wertzuwächse zur Einkommensteuer heranzieht; dass diese Regelung für alle Veräußerungen ab dem 1. Januar 2015 gilt; dass der Artikel 15 insbesondere nach dem Artikel 150 VH des Steuer- und Abgabengesetzbuches einen Artikel 150 VH b einfügt, gemäß welchem „ die nach den Voraussetzungen der Artikel 150 VF bis 150 VH geschuldete Einkommensteuer auf einen bei der Veräußerung von Baugrund gemäß Artikel 150 VC Absatz I oder von Rechten an besagtem Baugrund erzielten Wertzuwachs keine steuerbefreiende Wirkung in Bezug auf die auf der Grundlage des Nettogesamteinkommens nach Artikel 158 zu leistende Steuer entfaltet “, und in Artikel 200 B desselben Gesetzbuches einen Absatz II hinzufügt, der bestimmt, dass der in Artikel 150 VH b genannte Wertzuwachs bei der Bestimmung des von Artikel 158 definierten Nettogesamteinkommens zu berücksichtigen ist; dass der Artikel 15 zum anderen durch eine Änderung der Vorschriften der Artikel 150 VC Absatz I Absatz 1 und 150 VD Absatz II des Steuer- und Abgabengesetzbuches alle aufgrund der Eigentumsdauer geltenden Freibeträge für nach dem 1. Januar 2013 erfolgende Veräußerungen von Baugrundstücken aufhebt; dass gemäß Buchstabe B des Absatzes IV von Artikel 15 jedoch eine Ausnahme vorgesehen ist und die Vorschrift nicht für einen Wertzuwachs gilt, wenn vor dem 1. Januar 2013 ein Vorvertrag über die Veräußerung eines Baugrundstückes abgeschlossen und das Datum dieses Abschlusses notariell beglaubigt wurde und die Verkaufsurkunde vor dem 1. Januar 2015 unterzeichnet wird; dass im Übrigen der Absatz II von Artikel 15 für im Verlaufe des Jahres 2013 durchgeführte Veräußerungen von Grundstücksrechten und Grundstücken, die nicht unbebaut sind, für den zu versteuernden Nettowertzuwachs einen Freibetrag von 20 % beibehält; dass schließlich nach Absatz III von Artikel 15 ein Wertzuwachs von der Steuer befreit ist, wenn die Veräußerung der Immobilie an eine Einrichtung, die Sozialwohnungen verwaltet, oder – zwecks Weiterveräußerung an eine derartige Einrichtung – an eine Gebietskörperschaft, eine öffentlich-rechtliche Körperschaft zur gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit oder eine öffentlich-rechtliche Immobilienanstalt erfolgt und vor dem 31. Dezember 2014 durchgeführt wird;

99. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, die Gesamtbesteuerung von Wertzuwächsen, die im Rahmen der Veräußerung von Baugrundstücken erzielt werden, komme einer Beschlagnahme gleich; dass der Gesetzgeber mit der ungleichen Besteuerung von Wertzuwächsen aus Immobilienveräußerungen, je nachdem, ob dieser Wertzuwachs im Rahmen der Veräußerung von der Einkommensteuer unterliegendem Baugrund oder von anderen Grundstücken anfällt, den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verkannt habe; dass er darüber hinaus die tatsächliche steuerliche Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen nicht berücksichtigt habe, als er versäumt habe, bei Baugrundstücken Freibeträge für die Eigentumsdauer vorzusehen; dass, indem eine Steuerbefreiung des Wertzuwachses vorgesehen sei, wenn die Veräußerung zugunsten eines Sozialträgers zwecks Schaffung von Sozialwohnungen, nicht aber, wenn diese an einen privaten Vermieter erfolge, der Grundsatz der Steuergleichheit verletzt sei; dass die Regelung schließlich unverständlich formuliert sei;

100. In Erwägung dessen, dass aus den Vorarbeiten zu dem zur Prüfung vorgelegten Gesetz hervorgeht, dass der Gesetzgeber die Vorschriften über die Besteuerung des bei der Veräußerung von Baugrund anfallenden Wertzuwachses von Immobilien umgestalten wollte, um das Steueraufkommen zu erhöhen und gegen die Zurückbehaltung von Grund und Boden durch die Grundeigentümer vorzugehen; dass er zu diesem Zweck eine Regelung vorgesehen hat, die bei Veräußerungen ab dem 1. Januar 2015 den bei der Veräußerung von Baugrund anfallenden Wertzuwachs der Einkommensteuer und nicht mehr wie bisher einer Pauschalabgabe von 19 % unterwirft; dass der Gesetzgeber alle aufgrund der Eigentumsdauer geltenden Freibeträge ab dem 1. Januar 2013 aufgehoben hat, mit Ausnahme von Veräußerungen, für die vor dem 1. Januar 2013 ein Vorvertrag abgeschlossen und das Datum dieses Abschlusses notariell beglaubigt wurde und die Verkaufsurkunde vor dem 1. Januar 2015 unterzeichnet wird;

101. In Erwägung dessen, dass ein solcher Wertzuwachs von Baugrund folgenden Steuern und Abgaben unterliegen wird: der Einkommensteuer gemäß den neuen, von Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes vorgesehenen Modalitäten, der außergewöhnlichen Abgabe auf hohe Einkommen nach Artikel 223 f des Steuer- und Abgabengesetzbuches, den Sozialsteuern nach Artikel 16 der gesetzesvertretenden Verordnung Nr. 96-50 vom 24. Januar 1996, nach Artikel L. 14-10-4 des Gesetzbuches über Sozial- und Familienbeihilfen, nach Artikel 1600-0 F b des Steuer- und Abgabengesetzbuches und nach Artikel L. 136-7 und Artikel L. 245-15 des Sozialgesetzbuches, der Pflichtabgabe nach Artikel 1605 i des Steuer- und Abgabengesetzbuches zugunsten der Agentur für Dienstleistungen und Zahlungen [Agence de services et de paiements], sowie gegebenenfalls einer der alternativen Abgaben, die gemäß Artikel 1529 des Steuer- und Abgabengesetzbuches von den Gemeinden beziehungsweise gemäß Artikel 1609 i F desselben Gesetzbuches von städtischen Nahverkehrsbetrieben eingeführt werden dürfen; dass diese Vorschriften dazu führen können, dass, nach Abzug eines Teiles der allgemeinen Sozialabgabe, der höchste anwendbare Grenzsteuersatz 82 % beträgt, was zu einer im Hinblick auf die steuerliche Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen übermäßigen Belastung führen würde; dass unter diesen Umständen der Artikel 15 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes gegen den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verstößt;

102. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass der Artikel 15 für verfassungswidrig erklärt werden muss;

- ÜBER DIE ARTIKEL 22, 23 UND 24:

103. In Erwägung dessen, dass der Artikel 22 über die steuerrechtliche Behandlung von Wertzuwächsen bei der Veräußerung von Kapitalanteilen das Verfahren für die Berechnung des Teilbetrags der Kosten und Belastungen, die bei der Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer zum gewöhnlichen Steuersatz einzubeziehen sind, ändert; dass der Artikel 22 insbesondere durch die Änderung des Absatzes 4 von Artikel 223 F des Steuer- und Abgabengesetzbuches zu einer Berechnung dieses Teilbetrages auf der Grundlage der Bruttosumme der von den Unternehmen erzielten Wertzuwächse führt, anstatt diese Berechnung wie bislang auf der Grundlage des Nettoergebnisses des Wertzuwachses aus Veräußerungen vorzunehmen;

104. In Erwägung dessen, dass der Artikel 23 die Abzugsfähigkeit finanzieller Belastungen vom zu versteuernden Gewinn von der Körperschaftssteuer unterliegenden Unternehmen umgestaltet; dass er dem Steuer- und Abgabengesetzbuch einen Artikel 212 b hinzufügt, welcher bestimmt: „ Die finanziellen Nettobelastungen betreffend die einem Unternehmen, das nicht zu einem Konzern im Sinne des Artikels 223 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches gehört, überlassenen oder zur Verfügung gestellten Beträge werden zu 15 % ihres Gesamtbetrages mit dem Gewinn des Unternehmens verrechnet “; dass der Artikel 23 in das Steuer- und Abgabengesetzbuch ebenfalls einen Artikel 223 B b einfügt, welcher für Unternehmen, die zu einem Konzern im Sinne des Artikels 223 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches gehören, die gleichen Regelungen vorsieht; dass diese Vorschriften, deren Zweck die Einführung einer Obergrenze für die finanziellen Belastungen ist, welche die Unternehmen von ihrem zu versteuernden Gewinn abziehen können, keine Anwendung finden, wenn sich der Gesamtbetrag der Nettobelastungen des Unternehmens beziehungsweise des Konzerns auf weniger als drei Millionen Euro beläuft; dass sie auch nicht in Bezug auf finanzielle Belastungen gelten, die insbesondere von privaten Beauftragten, Konzessionsnehmern und Partnern einer öffentlichen oder privatrechtlichen Zusammenarbeit im Rahmen einer zum Zeitpunkt der Verkündung des Haushaltsgesetzes für 2013 bereits geschlossenen Beauftragungs-, Konzessions- oder Zusammenarbeitsvereinbarung getragen werden; dass gemäß Absatz IV von Artikel 23 der anrechenbare Anteil finanzieller Belastungen für nach dem 1. Januar 2014 eröffnete Geschäftsjahre von 15 % auf 25 % angehoben wird;

105. In Erwägung dessen, dass der Artikel 24 die Regelung über den Verlustvortrag durch der Körperschaftssteuer unterliegende Unternehmen umgestaltet, indem er den in Artikel 209 Absatz I Absatz 3 Satz 1 des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorgesehenen Prozentsatz von 50 % auf 60 % anhebt; dass die Anrechnung früherer Verluste auf den Gewinn eines Geschäftsjahres nunmehr nur noch bis zu einer Höhe von einer Million Euro, erhöht um 50 % der diesen Betrag übersteigenden Summe des zu versteuernden Gewinns des betreffenden Geschäftsjahres, möglich ist;

106. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren vortragen, diese rückwirkenden Vorschriften verletzten durch die Änderung der steuerlichen Behandlung laufender Geschäftsvorgänge die Rechtssicherheit der Steuerpflichtigen und den Vertrauensschutz, die von den Artikeln 2 und 16 der Erklärung von 1789 geschützt werden;

107. In Erwägung dessen, dass es dem Gesetzgeber jederzeit freisteht, im Rahmen seiner Zuständigkeit neue Regelungen zu erlassen, deren Zweckmäßigkeit er beurteilt, bestehende Gesetze zu ändern oder aufzuheben und sie gegebenenfalls durch neue Regelungen zu ersetzen; dass er jedoch bei der Ausübung dieser Befugnis Vorgaben von Verfassungsrang nicht die gesetzlichen Gewährleistungen entziehen darf; dass insbesondere der von Artikel 16 der Erklärung von 1789 gewährleistete Rechtsschutz verletzt wäre, wenn der Gesetzgeber in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingriffe, ohne das ein ausreichendes Allgemeininteresse daran bestünde;

108. In Erwägung dessen, dass die Bestimmungen der Artikel 22, 23 und 24 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes, welche für im Jahr 2013 für das Jahr 2012 geschuldete Steuern gelten, früher gewährte Steuervergünstigungen verändern, bezüglich derer keine verfassungsrechtliche Bestimmung vorschreibt, dass sie beibehalten werden müssten; dass diese Vorschriften nicht in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingreifen und daher die von Artikel 16 der Erklärung von 1789 geschützten Rechte nicht verletzen;

109. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass die Artikel 22, 23 und 24, welche auch keine weiteren Verfassungsgebote verletzen, verfassungsgemäß sind;

- ÜBER DEN ARTIKEL 25:

110. In Erwägung dessen, dass der Artikel 25 einen Zusatzbeitrag zu der von Artikel 23 des oben genannten Gesetzes Nr. 2010-1657 vom 29. Dezember 2010 vorgesehenen außergewöhnlichen Abgabe auf Kapitalisationsrücklagen einführt; dass dieser Beitrag von Versicherungsgesellschaften, Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit und Vorsorgekassen, die in Frankreich ein Unternehmen betreiben, geschuldet wird; dass als Bemessungsgrundlage für diesen Beitrag der Betrag der Kapitalisationsrücklage dieser Unternehmen dient, welcher gemäß den von Artikel 23 Absatz I Absatz 2 vorgesehenen Modalitäten ermittelt wird; dass der Satz dieses Beitrages 7 % beträgt;

111. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, dieser Beitrags stelle „ für die Versicherten einer Lebensversicherung eine verdeckte Besteuerung“ dar; dass der Gesetzgeber mit dieser Maßnahme das verfassungsrechtliche Ziel der Verständlichkeit und der Zugänglichkeit des Gesetzes verletzt habe; dass darüber hinaus die Ermittlung der Bemessungsgrundlage dieses Beitrages gleichheitswidrige Unterscheidungen zwischen den Versicherungsgesellschaften bewirke;

112. In Erwägung dessen, dass aus den Vorarbeiten zu dem zur Prüfung vorgelegten Gesetz hervorgeht, dass der Gesetzgeber mit der Einführung dieses Zusatzbeitrages zur Besteuerung der Kapitalisationsreserven der Versicherungsunternehmen das Steueraufkommen aus der Besteuerung von Versicherungsunternehmen erhöhen wollte; dass die Vorschrift des Artikels 25 die Bemessungsgrundlage, den Satz und das Erhebungsverfahren für diese zusätzliche Abgabe festlegt; dass der Gesetzgeber keine unterschiedlichen Regelungen in Bezug auf Rechtssubjekte, die sich in der gleichen Lage befänden, erlassen hat, als er alle von Artikel L. 612-2 Absatz I Buchstabe B Ziffern 1o bis 6o des Währungs- und Finanzgesetzbuches genannten Versicherungsgesellschaften der neuen Abgabe unterworfen hat; dass diese Vorschrift auch nicht unverständlich ist; dass die vorgebrachten Rügen daher verworfen werden müssen; dass der Artikel 25, welcher auch keine weiteren Verfassungsgebote verletzt, verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ABSATZ I VON ARTIKEL 51:

113. In Erwägung dessen, dass der Artikel 51 Absatz I Ziffer 1o in das Gesetzbuch über das Eigentum der öffentlich-rechtlichen Körperschaften einen Artikel L. 3211-5-1 einfügt, welcher die gesetzlichen Bestimmungen über die Veräußerung bebauter Grundstücke des Staates, die in einem Staatsforst liegen, ändert; dass Ziffer 2o dieses Absatzes I den Artikel L. 3211-21 desselben Gesetzbuches ergänzt und die Modalitäten für den Tausch der Forste des Staates und der in diesen Forsten liegenden bebauten Grundstücke des Staates festlegt;

114. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, der Absatz I dieses Artikels sei im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd;

115. In Erwägung dessen, dass der Absatz I von Artikel 51, welcher eine Änderung der Vorschriften über die Voraussetzungen vornimmt, unter denen Grundstücke des Staates veräußert oder getauscht werden können, die öffentlichen Mittel des Staates betrifft; dass der Absatz I von Artikel 51 somit einen sachlichen Bezug zum Gegenstand der Haushaltsgesetze aufweist; dass er nach einem verfassungskonformen Verfahren verabschiedet worden ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 73:

116. In Erwägung dessen, dass der Artikel 200-0 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches in Bezug auf die Einkommensteuer eine Gesamtbegrenzung der Steuervorteile vorsieht, die sich aus bestimmten Steuerabzügen, -senkungen und -guthaben ergeben; dass gemäß dieser Obergrenze in ihrer bisherigen Fassung die Summe aller berücksichtigten Steuervorteile zu einer Minderung der geschuldeten Steuern um höchstens 18.000 Euro und um 4 % des zu versteuernden Einkommens führen darf;

117. In Erwägung dessen, dass der Buchstabe A des Absatzes I von Artikel 73 die Ziffer 1 von Artikel 200-0 A neu fasst; dass der erste Absatz dieser Ziffer 1 die sich aus bestimmten Steuervorteilen ergebende Minderung der geschuldeten Einkommensteuer auf 10.000 Euro begrenzt; dass jedoch die Steuervergünstigungen nach Artikel 199 k A, Artikel 199 k B, Artikel 199 k C und Artikel 199 u, welche bei Investitionen in Immobilien in Übersee, bei Anlageinvestitionen in Übersee, bei Investitionen in Sozialwohnungen in Übersee beziehungsweise bei Investitionen in Aktiengesellschaften, deren Geschäftstätigkeit ausschließlich in der Finanzierung von Film- und Fernsehwerken besteht, greifen, von dieser Obergrenze ausgenommen sind; dass der zweite Absatz dieser Ziffer 1 in diesen vier Ausnahmefällen eine Erhöhung der Obergrenze auf 18.000 Euro und auf 4 % des zu versteuernden Einkommens vorsieht; dass im Übrigen bestimmte Steuervergünstigungen gänzlich von der Obergrenze ausgenommen bleiben; dass dies insbesondere für den Steuervorteil nach Artikel 199 w gilt, welcher aufgrund von Aufwendungen für die vollständige Sanierung von Gebäuden in denkmalgeschützten Bezirken, in verfallenen historischen Vierteln und in geschützten Zonen gewährt wird und einer eigenen pauschalen Obergrenze unterliegt;

118. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten geltend machen, diese Vorschriften verstießen gegen den Gleichheitssatz und den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten, da sie zum einen bestimmte Steuervergünstigungen von der Gesamtobergrenze ausschlössen und zum anderen zwei unterschiedliche Obergrenzen schüfen – die eine pauschal, die andere pauschal und im Verhältnis zum zu versteuernden Einkommen; dass darüber hinaus die Komplexität dieser Regelungen das verfassungsrechtliche Ziel der Verständlichkeit und der Zugänglichkeit des Gesetzes missachten würde; dass die antragstellenden Senatoren der Meinung sind, diese Vorschriften seien rückwirkend und verletzten die Rechtssicherheit, da die Absenkung der Obergrenze auch für laufende Grundstücksgeschäfte gelte;

119. In Erwägung dessen, dass, erstens, die Komplexität eines Gesetzes für sich genommen keinen Verstoß gegen das verfassungsrechtliche Ziel der Verständlichkeit und der Zugänglichkeit des Gesetzes darstellt; dass die Bestimmungen des Artikels 73 nicht schon für sich genommen dieses verfassungsrechtliche Ziel verletzen;

120. In Erwägung dessen, dass, zweitens, aus den Vorarbeiten zu dem zur Prüfung vorgelegten Gesetz hervorgeht, dass der Gesetzgeber mit der Verabschiedung des Artikels 73 die Billigkeit dieser Regelungen wirkungsvoller machen und die Progression der Steuer besser ausgestalten wollte; dass er gleichzeitig den Anreiz bestimmter Regelungen über Steuersenkungen und –guthaben, die insbesondere die Beschäftigungsentwicklung und das Angebot an Sozialwohnungen in Übersee sowie die Sanierung von Gebäuden fördern sollen, nicht zu schwächen wünschte;

121. In Erwägung dessen, dass es dem Gesetzgeber freisteht, gemessen an den Zielen, die er verfolgt, verschiedene Begrenzungen der von ihm eingerichteten Steuervergünstigungen festzulegen, solange seine Beurteilung im Hinblick auf den verfolgten Zweck auf objektiven und zweckmäßigen Kriterien beruht und kein offensichtlicher Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten entsteht;

122. In Erwägung dessen, dass jedoch, das zur Prüfung vorgelegte Gesetz zum einen die Einkommensteuer deutlich heraufsetzt; dass zum anderen der erste Absatz von Ziffer 1 von Artikel 200-0 A in der Fassung des Artikels 73 die Gesamtobergrenze der meisten Steuervergünstigungen auf einen Pauschalbetrag festlegt; dass der Gesetzgeber durch die gleichzeitige Beibehaltung einer Regelung über eine Obergrenze, die sich nach der Höhe des zu versteuernden Einkommens richtet und für zwei Arten von bei Investitionsgeschäften anwendbaren Steuervergünstigungen gilt, bestimmten Steuerpflichtigen die Möglichkeit eröffnet hat, die Progression der Einkommensteuer in einer Art und Weise zu begrenzen, die einen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten bewirkt;

123. In Erwägung dessen, dass daher im vierten Absatz von Artikel 73 die Worte „ und um 4 % des zu versteuernden Einkommens, welches als Grundlage für die Einkommensteuerschuldermittlung gemäß den Voraussetzungen des Absatzes I von Artikel 197 dient “ für verfassungswidrig erklärt werden müssen; dass der übrige Inhalt des Artikels 73, der keineswegs rückwirkend ist, gegen keine Verfassungsgebote verstößt und verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 104:

124. In Erwägung dessen, dass der Absatz I von Artikel 104 in Artikel L. 515-19 des Umweltgesetzbuches einen Absatz I b neu hinzufügt, welcher die Voraussetzungen festlegt, gemäß welchen in Zonen, für die ein Plan zur Vorbeugung technologischer Gefahren genehmigt wurde, die Betreiber der Anlagen, von denen die Gefahren ausgehen, sowie die Gebietskörperschaften oder deren Zusammenschlüsse sich an der Finanzierung der Bauarbeiten beteiligen, die für natürliche Personen, welche ein Wohnhaus besitzen, vorgeschrieben sind; dass der Absatz II den Artikel 200 d A des Steuer- und Abgabengesetzbuches entsprechend ändert, um die Auswirkung einer solchen Beteiligung bezüglich der Aufwendungen, die gemäß dieser Vorschrift steuerlich geltend gemacht werden können, sowie bezüglich der Übernahme erstatteter Beträge unwirksam zu machen;

125. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten vortragen, dieser Artikel sei im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd;

126. In Erwägung dessen, dass erstens, der Absatz I von Artikel 104, welcher die Voraussetzungen für die Beteiligung von Privatpersonen und Gebietskörperschaften oder deren Zusammenschlüssen an der Finanzierung von Bauarbeiten an Wohnhäusern festlegt, weder die öffentlichen Mittel, noch die öffentlichen Lasten, noch das Haushaltswesen, noch die Anleihen, noch die Schulden, noch die Sicherheiten oder die Haushalts- und Wirtschaftsführung des Staates betrifft; dass er keinen Bezug zu Steuern und Abgaben aller Art aufweist, deren Ertrag anderen juristischen Personen des öffentlichen Rechts als dem Staat zugeteilt werden; dass er nicht zum Gegenstand hat, Mittelzuwendungen für die Gebietskörperschaften zu verteilen oder Finanzierungsabkommen zu billigen; dass er auch nicht die Ausgestaltung der vermögensrechtlichen Haftung der Bediensteten der öffentlichen Dienste oder die Unterrichtung des Parlamentes und die von diesem ausgeübte Kontrolle im Bereich der Haushaltswirtschaft betrifft; dass der Absatz I von Artikel 104 damit im Hinblick auf den sich aus den Vorschriften des Verfassungsergänzungsgesetzes vom 1. August 2001 ergebenden Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd ist; dass er auf der Grundlage eines verfassungswidrigen Verfahrens verabschiedet wurde;

127. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der Absatz II von Artikel 104 den Artikel 200 d A des Steuer- und Abgabengesetzbuches ändert, um ihn an die neuen Vorschriften aus Absatz I anzupassen; dass infolgedessen die Bestimmungen des Absatzes II, die mit denjenigen des Absatzes I untrennbar verbunden sind, im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd sind;

128. In Erwägung dessen, dass der Artikel 104 daher für verfassungswidrig erklärt werden muss;

- ÜBER DEN ARTIKEL 14:

129. In Erwägung dessen, dass, abweichend von der Vorschrift des Artikels 641 des Steuer- und Abgabengesetzbuches, gemäß welchem die Frist für die Abgabe einer Erbschaftsanzeige sechs Monate beträgt, der Artikel 641 b dieses Gesetzbuches für Erbschaftsanzeigen, die Liegenschaften oder Grundstücksrechte auf Korsika betreffen, eine Frist von vierundzwanzig Monaten vorsieht, sofern der Erbfall vor dem 31. Dezember 2012 eingetreten ist; dass Ziffer 1o von Artikel 14 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes diese Sonderregelung um fünf Jahre verlängert;

130. In Erwägung dessen, dass der Artikel 750 b A des Steuer- und Abgabengesetzbuches Liegenschaften auf Korsika betreffend eine Befreiung von zwischen dem 1. Januar 1986 und dem 31. Dezember 2014 erfolgten beziehungsweise erfolgenden Erbteilungsverträgen und Versteigerungen von Nachlassvermögen von der 2,50 % betragenden Gebühr vorsieht; dass Ziffer 2o von Artikel 14 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes diese Regelung um drei Jahre verlängert;

131. In Erwägung dessen, dass der Artikel 1135 des Steuer- und Abgabengesetzbuches notarielle Vollmachten und Beglaubigungen, die im Sterbefall zwecks Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft, die Liegenschaften auf Korsika umfasst, vor dem 31. Dezember 2014 ausgestellt wurden, von der Erhebung von Gebühren zugunsten des Schatzamtes freistellt; dass Ziffer 3o von Artikel 14 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes diese Sonderregelung um drei Jahre verlängert;

132. In Erwägung dessen, dass der Artikel 1135 b des Steuer- und Abgabengesetzbuches das schrittweise Erlöschen – zwischen dem 31. Dezember 2013 und dem 1. Januar 2018 – der Regelung über die Befreiung von Liegenschaften und Grundstücksrechten auf Korsika von der Erbschaftssteuer vorsieht; dass Ziffer 4 o von Artikel 14 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes diese Sonderregelung um fünf Jahre verlängert;

133. In Erwägung dessen, dass der Fortbestand der steuerrechtlichen Ausnahmeregelung über Liegenschaften im Nachlass, die sich in den Departements auf Korsika befinden, ohne rechtmäßigen Grund dazu führt, den Erwerb von Todes wegen von solchen Liegenschaften von der Entrichtung der Erbschaftssteuer zu befreien; dass die erneute Verlängerung dieser Sonderregelungen den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verkennt; dass der Artikel 14 daher für verfassungswidrig erklärt werden muss;

- ÜBER DEN ABSATZ I VON ARTIKEL 16:

134. In Erwägung dessen, dass der Absatz I von Artikel 16 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes den Artikel 232 des Steuer- und Abgabengesetzbuches über die Leerstandsabgabe ändert; dass Ziffer 1o von Absatz I des Artikels 16 die Vorschrift von Artikel 232 Absatz 1 Satz 1 über die Festlegung der Stadtgebiete, in denen eine solche Abgabe erhoben werden kann, neu fasst; dass er die Bedingungen für die Einführung einer derartigen Abgabe lockert und eine solche Einführung nunmehr auch für Gemeinden mit einem durchgehend besiedelten Stadtgebiet zwischen einhundertfünfzigtausend und zweihunderttausend Einwohnern zulässt; dass Ziffer 2o von Absatz I des Artikels 16 die Frist, nach deren Ablauf leerstehender Wohnraum der Abgabe unterliegt, von zwei Jahren auf ein Jahr herabsetzt; dass Ziffer 3o dieser Vorschrift den Satz dieser Abgabe für das erste Jahr, in dem die Abgabe geschuldet wird, auf 12,5 % des Mietwertes und für jedes weitere Jahr auf 25 % des Mietwertes anhebt; dass Ziffer 4o den Zeitraum, während dessen Wohnraum durchgehend bewohnt sein muss, um nicht als leerstehend zu gelten, von dreißig Tagen auf neunzig Tage im Jahr erhöht;

135. In Erwägung dessen, dass der Zweck der von Artikel 232 des Steuer- und Abgabengesetzbuches eingerichteten Abgabe darin besteht, dieser Abgabe unterliegende Personen anzureizen, vermietbare Wohnungen zu vermieten; dass aus dem verfassungsrechtlich geschützten Gleichheitsgebot und dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten hervorgeht, dass die von dieser Vorschrift geschaffene steuerrechtliche Ungleichbehandlung abgabepflichtiger Personen nur dann verfassungsgemäß ist, wenn die Kriterien für die Heranziehung zu dieser Abgabe in direktem Zusammenhang mit dem von der Regelung verfolgten Zweck stehen; dass eine solche Abgabe daher nur für bewohnbare, leerstehende Wohnungen, die nur aufgrund eines entsprechenden Willens des Wohnungseigentümern leer stehen, gelten darf;

136. In Erwägung dessen, dass, erstens, diese Abgabe nicht für Wohnraum gelten darf, der nur durch aufwendige Bauarbeiten bewohnbar gemacht werden könnte, deren Kosten auf dem Wohnungseigentümer lasten würden;

137. In Erwägung dessen, dass, zweitens, möblierte Wohnungen, die gemäß Artikel 1407 Absatz I Ziffer 1o des Steuer- und Abgabengesetzbuches der Wohnungsnutzungssteuer unterliegen, nicht als leerstehend betrachtet werden dürfen;

138. In Erwägung dessen, dass, drittens, Wohnungen, die aus einem Grund leer stehen, der dem Willen des Vermieters entzogenen ist und einer dauerhaften entgeltlichen oder unentgeltlichen Bewohnung unter gewöhnlichen Wohnverhältnissen oder einer dauerhaften entgeltlichen Bewohnung unter üblichen, den Mietzins betreffenden Bedingungen entgegensteht, ebenfalls nicht zu dieser Abgabe herangezogen werden dürfen; dass daher insbesondere von dieser Abgabe ausgenommen sein müssen: Wohnungen, die in naher Zukunft im Rahmen von städtebaulichen Maßnahmen, Sanierungs- oder Abrissmaßnahmen umgebaut oder abgerissen werden sollen, sowie Wohnungen, die zum Markpreis vermietet oder veräußert werden sollen, für die sich bislang jedoch kein Mieter beziehungsweise Käufer gefunden hat;

139. In Erwägung dessen, dass unter den in den Erwägungen 136 bis 138 ausgedrückten Vorbehalten, die Vorschrift des Absatzes I von Artikel 16 verfassungskonform ist;

- ÜBER DEN BEZUG WEITERER VORSCHRIFTEN ZUM GEGENSTAND EINES HAUSHALTSGESETZES:

140. In Erwägung dessen, dass der Artikel 44 die Aufgaben der Agentur für die Verwaltung und Abschöpfung beschlagnahmter und eingezogener Vermögenswerte umgestaltet;

141. In Erwägung dessen, dass der Artikel 95 in das Gesetzbuch über die Gebietskörperschaften einen neuen Artikel mit der Bezeichnung L. 4424-33-1 einfügt, welcher die Übertragung von Zuständigkeiten über die Anlegung und Vermehrung von Waldflächen an die Gebietskörperschaft Korsika regelt;

142. In Erwägung dessen, dass diese Vorschriften weder die öffentlichen Mittel, noch die öffentlichen Lasten, noch das Haushaltswesen, noch die Anleihen, noch die Schulden, noch die Sicherheiten oder die Haushalts- und Wirtschaftsführung des Staates betreffen; dass sie keinen Bezug zu Steuern und Abgaben aller Art aufweisen, deren Ertrag anderen juristischen Personen des öffentlichen Rechts als dem Staat zugeteilt werden; dass sie nicht zum Gegenstand haben, Mittelzuwendungen für die Gebietskörperschaften zu verteilen oder Finanzierungsabkommen zu billigen; dass sie auch nicht die Ausgestaltung der vermögensrechtlichen Haftung der Bediensteten der öffentlichen Dienste oder die Unterrichtung des Parlamentes und die von diesem ausgeübte Kontrolle im Bereich der Haushaltswirtschaft betreffen; dass die Artikel 44 und 95 damit im Hinblick auf den sich aus den Vorschriften des Verfassungsergänzungsgesetzes vom 1. August 2001 ergebenden Gegenstand eines Haushaltsgesetzes sachfremd sind; dass sie auf der Grundlage eines verfassungswidrigen Verfahrens verabschiedet wurden; dass sie für verfassungswidrig erklärt werden müssen;

143. In Erwägung dessen, dass für den Verfassungsrat kein Anlass besteht, von Amts wegen weiteren Fragen, welche die Verfassungsmäßigkeit des vorgelegten Gesetzes betreffen, nachzugehen,

ENTSCHEIDET :

Artikel 1 – Folgende Vorschriften des Haushaltsgesetzes für 2013 werden für verfassungswidrig erklärt:

- der Artikel 8;

- in Artikel 9 die Buchstaben e und h von Ziffer 5o des Buchstaben E des Absatzes I, sowie der Absatz IV,

- in Artikel 11 der Buchstabe b von Ziffer 1o von Buchstabe A des Absatzes I sowie der Buchstabe D des Absatzes II,

- der Artikel 12;

- in Artikel 13 Absatz I der Buchstabe C, die Absätze 3 und 16 des Buchstaben F sowie in Absatz 17 dieses Buchstaben F die Worte „ einschließlich der in Ziffer 5o von Absatz II genannten“;

- die Artikel 14, 15 und 44;

- in Artikel 73 Absatz 4 die Worte „ und um 4 % des zu versteuernden Einkommens, welches als Grundlage für die Einkommensteuerschuldermittlung gemäß den Voraussetzungen des Absatzes I von Artikel 197 dient “;

- die Artikel 95 und 104.

Artikel 2 – Die Artikel 3, 4, 6, 10, 22, 23, 24 und 25 desselben Gesetzes sowie der übrige Inhalt der Artikel 9, 11, 13 und 73 werden für verfassungsgemäß erklärt.

Artikel 3 – Unter den in den Erwägungen Nr. 136 bis 138 zum Ausdruck gebrachten Vorbehalten ist der Absatz I des Artikels 16 desselben Gesetzes verfassungskonform.

Artikel 4 – Infolge der Aufhebung des Absatzes IV von Artikel 9 desselben Gesetzes muss der Wortlaut des Absatzes VI dieser Vorschrift lauten: „ Mit Ausnahme von Ziffer 2o von Buchstabe G, von Ziffer 2o von Buchstabe H, insofern er die Aufhebung von Ziffer 5 von Ziffer 3 des Artikels 158 des Steuer- und Abgabengesetzbuches vorsieht, von Buchstabe M und von Ziffer 1o von Buchstabe N des Absatzes I sowie von Buchstabe A des Absatzes III, welche für nach dem 1. Januar 2012 ausbezahlte Einkünfte gelten, gelten die Absätze I, II und III für nach dem 1. Januar 2013 erzielte Einkünfte “.

Artikel 5 – Folgende Vorschriften von Artikel L. 137-11-1 des Sozialgesetzbuches sind verfassungswidrig:

- die Absätze 5 und 9;

- in den Absätzen 4 und 8 die Worte „von bis zu 24.000 Euro je Monat“.

Artikel 6 – Diese Entscheidung wird im Amtsblatt der Französischen Republik veröffentlicht.

Beschlossen durch den Verfassungsrat in seiner Sitzung vom 28. Dezember 2012, an der teilgenommen haben die Damen und Herren Jean-Louis DEBRÉ, Präsident, Jacques BARROT, Claire BAZY MALAURIE, Guy CANIVET, Michel CHARASSE, Renaud DENOIX de SAINT MARC, Jacqueline de GUILLENCHMIDT, Hubert HAENEL und Pierre STEINMETZ.

Veröffentlicht am 29. Dezember 2012.