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Entscheidung Nr. 2012-654 DC vom 9. August 2012

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Nachtragshaushalt für 2012

Der Verfassungsrat ist am 1. August 2012 gemäß Artikel 61 Absatz 2 der Verfassung bezüglich des Nachtragshaushalts für 2012 angerufen worden von den Damen und Herren Abgeordneten Christian JACOB, Damien ABAD, Bernard ACCOYER, Yves ALBARELLO, Benoist APPARU, Julien AUBERT, Olivier AUDIBERT-TROIN, Patrick BALKANY, Jean-Pierre BARBIER, François BAROIN, Jacques-Alain BÉNISTI, Xavier BERTRAND, Étienne BLANC, Philippe BRIAND, Dominique BUSSEREAU, Olivier CARRÉ, Gilles CARREZ, Yves CENSI, Jérôme CHARTIER, Luc CHATEL, Guillaume CHEVROLLIER, Alain CHRÉTIEN, Dino CINIERI, Jean-François COPÉ, François CORNUT-GENTILLE, Marie-Christine DALLOZ, Gérald DARMANIN, Marc-Philippe DAUBRESSE, Bernard DEFLESSELLES, Rémi DELATTE, Nicolas DHUICQ, Jean-Pierre DOOR, David DOUILLET, Marianne DUBOIS, Virginie DUBY-MULLER, Christian ESTROSI, Daniel FASQUELLE, François FILLON, Marie-Louise FORT, Yves FOULON, Claude de GANAY, Hervé GAYMARD, Annie GENEVARD, Guy GEOFFROY, Daniel GIBBES, Franck GILARD, Georges GINESTA, Jean-Pierre GIRAN, Claude GOASGUEN, Philippe GOSSELIN, Anne GROMMERCH, Henri GUAINO, Françoise GUÉGOT, Jean-Claude GUIBAL, Jean-Jacques GUILLET, Christophe GUILLOTEAU, Antoine HERTH, Patrick HETZEL, Christian KERT, Nathalie KOSCIUSKO-MORIZET, Jacques KOSSOWSKI, Charles de La VERPILLIÈRE, Marc LAFFINEUR, Jacques LAMBLIN, Jean-François LAMOUR, Guillaume LARRIVÉ, Thierry LAZARO, Isabelle LE CALLENNEC, Marc LE FUR, Bruno LE MAIRE, Pierre LELLOUCHE, Jean LEONETTI, Véronique LOUWAGIE, Laurent MARCANGELI, Hervé MARITON, Olivier MARLEIX, Alain MARSAUD, Philippe MEUNIER, Jean-Claude MIGNON, Pierre MOREL-A-L'HUISSIER, Jean-Luc MOUDENC, Patrick OLLIER, Valérie PÉCRESSE, Bernard PERRUT, Édouard PHILIPPE, Jean-Frédéric POISSON, Josette PONS, Frédéric REISS, Bernard REYNÈS, Franck RIESTER, Arnaud ROBINET, Camille de ROCCA SERRA, Sophie ROHFRITSCH, Martial SADDIER, Paul SALEN, François SCELLIER, Claudine SCHMID, André SCHNEIDER, Jean-Marie SERMIER, Fernand SIRÉ, Thierry SOLÈRE, Michel SORDI, Éric STRAUMANN, Lionel TARDY, Jean-Charles TAUGOURDEAU, Guy TEISSIER, Michel TERROT, Jean-Marie TETART, Catherine VAUTRIN, Jean-Pierre VIGIER, Philippe VITEL, Michel VOISIN, Jean-Luc WARSMANN, Éric WOERTH, Marie-Jo ZIMMERMANN, François-Xavier VILLAIN, Gilles BOURDOULEIX, Philippe VIGIER, Jean-Christophe FROMANTIN, Rudy SALLES, Charles de COURSON, André SANTINI, Jean-Louis BORLOO, François SAUVADET, Francis HILLMEYER, Yves JÉGO und Thierry BENOIT,

sowie am selben Tag von den Damen und Herren Senatoren Jean-Claude GAUDIN, Gérard BAILLY, Philippe BAS, René BEAUMONT, Christophe BÉCHU, Claude BELOT, Joël BILLARD, Jean BIZET, Pierre BORDIER, Joël BOURDIN, Marie-Thérèse BRUGUIÈRE, François-Noël BUFFET, François CALVET, Christian CAMBON, Jean-Noël CARDOUX, Jean-Claude CARLE, Caroline CAYEUX, Gérard CÉSAR, Pierre CHARON, Alain CHATILLON, Jean-Pierre CHAUVEAU, Christian COINTAT, Gérard CORNU, Raymond COUDERC, Jean-Patrick COURTOIS, Philippe DALLIER, Serge DASSAULT, Isabelle DEBRÉ, Robert del PICCHIA, Francis DELATTRE, Gérard DÉRIOT, Catherine DEROCHE, Marie-Hélène DES ESGAULX, Éric DOLIGÉ, Philippe DOMINATI, Michel DOUBLET, Alain DUFAUT, André DULAIT, Ambroise DUPONT, Louis DUVERNOIS, Jean-Paul EMORINE, Jacqueline FARREYROL, André FERRAND, Louis-Constant FLEMING, Michel FONTAINE, Alain FOUCHÉ, Bernard FOURNIER, Jean-Paul FOURNIER, Christophe-André FRASSA, Yann GAILLARD, René GARREC, Joëlle GARRIAUD-MAYLAM, Patrice GÉLARD, Bruno GILLES, Colette GIUDICELLI, Alain GOURNAC, Francis GRIGNON, François GROSDIDIER, Charles GUENÉ, Pierre HÉRISSON, Michel HOUEL, Jean-François HUMBERT, Benoît HURÉ, Jean-Jacques HYEST, Sophie JOISSAINS, Chantal JOUANNO, Christiane KAMMERMANN, Roger KAROUTCHI, Fabienne KELLER, Élisabeth LAMURE, Gérard LARCHER, Daniel LAURENT, Jean-René LECERF, Jacques LEGENDRE, Dominique de LEGGE, Jean-Pierre LELEUX, Jean-Claude LENOIR, Philippe LEROY, Roland du LUART, Michel MAGRAS, Philippe MARINI, Jean-François MAYET, Colette MÉLOT, Albéric de MONTGOLFIER, Philippe NACHBAR, Louis NÈGRE, Philippe PAUL, Jackie PIERRE, François PILLET, Xavier PINTAT, Rémy POINTEREAU, Christian PONCELET, Ladislas PONIATOWSKI, Hugues PORTELLI, Sophie PRIMAS, Catherine PROCACCIA, Jean-Pierre RAFFARIN, Henri de RAINCOURT, André REICHARDT, Bruno RETAILLEAU, Charles REVET, Bernard SAUGEY, René-Paul SAVARY, Michel SAVIN, Bruno SIDO, Esther SITTLER, André TRILLARD, Catherine TROENDLE, François TRUCY, Hilarion VENDEGOU, René VESTRI und Jean-Pierre VIAL.

DER VERFASSUNGSRAT ,

Unter Bezugnahme auf die Verfassung;

Unter Bezugnahme auf die geänderte gesetzesvertretende Verordnung Nr. 58-1067 vom 7. November 1958, Verfassungsergänzungsgesetz über den Verfassungsrat;

Unter Bezugnahme auf das geänderte Verfassungsergänzungsgesetz Nr. 2001-692 vom 1. August 2001 über die Haushaltsgesetze;

Unter Bezugnahme auf das Steuer- und Abgabengesetzbuch;

Unter Bezugnahme auf das Gesetzbuch über Sozial- und Familienbeihilfen;

Unter Bezugnahme auf die Zollordnung;

Unter Bezugnahme auf das Energiegesetzbuch;

Unter Bezugnahme auf das Sozialgesetzbuch;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 84-53 vom 26. Januar 1984, Statut für die Beamten der Gebietskörperschaften;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 86-1067 vom 30. September 1986 über die Kommunikationsfreiheit;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 88-1149 vom 23. Dezember 1988, Haushaltsgesetz für 1989;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 90-568 vom 2. Juli 1990 über die Ausgestaltung des öffentlichen Postdienstes und von France Télécom;

Unter Bezugnahme auf die gesetzesvertretende Verordnung Nr. 96-50 vom 24. Januar 1996 über die Tilgung der Schulden der Sozialversicherung;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2002-1050 vom 6. August 2002, Nachtragshaushalt für 2002;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2007-1199 vom 10. August 2007 über die Rechte und Pflichten der Hochschulen;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2007-1223 vom 21. August 2007 zur Förderung der Arbeit, der Beschäftigung und der Kaufkraft;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2008-1425 vom 27. Dezember 2008, Haushaltsgesetz für 2009;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2010-1657 vom 29. Dezember 2010, Haushaltsgesetz für 2011;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2011-900 vom 29. Juli 2011, Nachtragshaushalt für 2011;

Unter Bezugnahme auf das Gesetz Nr. 2011-1978 vom 28. Dezember 2011, Nachtragshaushalt für 2011;

Unter Bezugnahme auf den Beschluss C(2011) 9403 final der Europäischen Kommission vom 20. Dezember 2011;

Unter Bezugnahme auf die Stellungnahme der Regierung, Entgegnung auf die Anrufungen der Antragsteller, eingetragen am 3. August 2012;

Nachdem der Berichterstatter gehört worden ist;

1. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten und Senatoren dem Verfassungsrat den Nachtragshaushalt für 2012 zur Prüfung vorlegen; dass sie vortragen, die Artikel 31 und 33 seien sachfremd im Hinblick auf den Gegenstand eines solchen Gesetzes; dass die antragstellenden Senatoren die gleiche Behauptung auch gegen die Artikel 41, 44 und 45 des Gesetzes vortragen; dass die antragstellenden Abgeordneten und Senatoren inhaltlich die Verfassungsmäßigkeit der Artikel 3, 4, 20, 29 und 42 des Gesetzes in Frage stellen und des Weiteren vorbringen, die Vorschrift des Artikels 29 sei sachfremd im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes; dass die antragstellenden Abgeordneten schließlich die Verfassungsmäßigkeit der Artikel 12, 28, 32 und 41, und die antragstellenden Senatoren die Verfassungsmäßigkeit des Artikels 10 in Frage stellen;

- ÜBER DAS GESETZGEBUNGSVERFAHREN ZUR VERABSCHIEDUNG DES GESAMTEN GESETZES:

2. In Erwägung dessen, dass der letzte Absatz von Artikel 48 der Verfassung bestimmt: „ Mindestens eine Sitzung pro Woche ist vorrangig den Fragen von Mitgliedern des Parlamentes und den Antworten der Regierung vorbehalten, auch während der in Artikel 29 vorgesehenen außergewöhnlichen Sitzungsperioden “;

3. In Erwägung dessen, dass ein Gesetzentwurf oder ein Gesetzesvorschlag, der während einer Woche angenommen würde, deren Tagesordnung unter Missachtung des letzten Absatzes von Artikel 48 aufgestellt wurde, nach einem verfassungswidrigen Gesetzgebungsverfahren zustande gekommen wäre;

4. In Erwägung dessen, dass das Parlament für eine außergewöhnliche Sitzungsperiode einberufen wurde, die am Dienstag, dem 3. Juli 2012 begann; dass während der ersten Sitzungswoche in keiner der Tagesordnungen des Senates und der Nationalversammlung eine Sitzung vorrangig den Fragen von Mitgliedern des Parlamentes und den Antworten der Regierung vorbehalten worden ist; dass der am 4. Juli 2012 beim Präsidium der Nationalversammlung eingereichte Gesetzentwurf für den Nachtragshaushalt für 2012 von der Nationalversammlung jedoch nicht bereits während der ersten Woche der außergewöhnlichen Sitzungsperiode verabschiedet worden ist; dass das Gesetzgebungsverfahren, welches zur Verabschiedung des Gesetzentwurfs geführt hat, daher nicht verfassungswidrig war;

- ÜBER DAS GESETZGEBUNGSVERFAHREN ZUR VERABSCHIEDUNG DER ARTIKEL 31, 33, 44 UND 45:

5. In Erwägung dessen, dass der Artikel 31, welcher die Artikel L. 137-13 und L. 137-14 des Sozialgesetzbuches ändert, den Beitragssatz der Arbeitgeber sowie den Beitragssatz der Arbeitnehmer im Rahmen einer Zuerkennung einer Aktienzeichnung oder eines Aktienvorkaufsrechts und im Rahmen einer Zuteilung von Freiaktien für ab dem 11. Juli 2012 vereinbarte Aktiengeschäfte und durchgeführte Zuteilungen anhebt;

6. In Erwägung dessen, dass der Artikel 33, welcher die Artikel L. 137-16, L. 135-3, L. 135-3-1, L. 241-2 und L. 241-3 des Sozialgesetzbuches ändert, den Satz des in Artikel L. 137-15 des Sozialgesetzbuches vorgesehenen Beitrags auf Vergütungen oder ausgeschütteten Gewinn ab dem 1. August 2012 anhebt und auch die Verteilung des Aufkommens aus diesem Beitrag ändert;

7. In Erwägung dessen, dass der Artikel 44 den von Artikel 49 des oben genannten Gesetzes vom 10. August 2007 festgesetzten Stichtag, ab welchem die Hochschulen die Bestimmungen des Kapitels I von Titel III des oben genannten Gesetzes vom 10. August 2007 befolgen müssen, auf den 1. Januar 2013 verschiebt;

8. In Erwägung dessen, dass der Artikel 45 über den Artikel 12-2 des oben genannten Gesetzes vom 26. Januar 1984 den Pflichtbeitragssatz für das Haushaltsjahr 2013 ändert, welcher von den Gemeinden, den Departements, den Regionen, deren öffentlich-rechtlichen Anstalten und den Departments-Heimen für die Betreuung von Behinderten an die nationale Stelle für den öffentlichen Dienst der Gebietskörperschaften [ Centre national de la fonction publique territoriale] zu entrichten ist;

9. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten und Senatoren behaupten, die Artikel 31 und 33 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes seien im Hinblick auf Zweck und Gegenstand eines Nachtragshaushaltsgesetzes sachfremd; dass diese Bestimmungen infolgedessen nach einem verfassungswidrigen Verfahren verabschiedet worden seien; dass die antragstellenden Senatoren mit der gleichen Begründung auch die Artikel 44 und 45 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes angreifen;

10. In Erwägung dessen, dass, erstens, aus Artikel 34 in Verbindung mit Artikel 35 des oben genannten Verfassungsergänzungsgesetzes vom 1. August 2001 folgt, dass ein Nachtragshaushalt „ Bestimmungen über die Steuerbemessungsgrundlagen, die Steuersätze und das Erhebungsverfahren für Steuern und Abgaben aller Art, die das Haushaltsgleichgewicht nicht beeinträchtigen “ enthalten darf;

11. In Erwägung dessen, dass der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil im Rahmen einer Zuerkennung einer Aktienzeichnung oder eines Aktienvorkaufsrechts und im Rahmen einer Zuteilung von Freiaktien, sowie der in Artikel L. 137-15 des Sozialgesetzbuches genannte Beitrag dazu bestimmt sind, die Ausgaben der sozialen Pflichtversicherungen und der Einrichtungen, die zur Finanzierung dieser Pflichtversicherung beitragen, zu decken und keine Beitragszahlung darstellen, die Ansprüche auf Leistungen oder Begünstigungen aus diesen Sozialversicherungssystemen begründen würde; dass der Pflichtbeitrag zugunsten der nationalen Stelle für den öffentlichen Dienst, welcher die Ausgaben aller Art, die diese Einrichtung zu leisten hat, decken soll, weder eine Vergütung für erbrachte Leistungen noch eine Beihilfe darstellt; dass infolgedessen die Vorschriften der Artikel 31, 33 und 45 die Bemessungsgrundlage und Sätze von steuerlichen Belastungen regeln, die das Haushaltsgleichgewicht nicht beeinträchtigen; dass diese Bestimmungen daher in den Regelungsbereich eines Nachtragshaushaltsgesetzes fallen;

12. In Erwägung dessen, dass, zweitens, aus Artikel 34 in Verbindung mit Artikel 35 des oben genannten Verfassungsergänzungsgesetzes vom 1. August 2001 folgt, dass ein Nachtragshaushalt „Bestimmungen, welche die Haushaltsausgaben des laufenden Jahres unmittelbar betreffen“, enthalten darf;

13. In Erwägung dessen, dass die Vorschriften, deren Befolgung vom Artikel 44 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes aufgeschoben wird, die Verpflichtungen der Hochschulen bezüglich des Haushalts und der Personalverwaltung regeln; dass sie insbesondere die Aufteilung der vom Staat zugunsten der Hochschulen aufgewendeten Haushaltsmittel ändern; dass sie damit unmittelbar die Haushaltsausgaben des laufenden Jahres betreffen; dass der Artikel 44 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes daher in den Regelungsbereich eines Nachtragshaushaltsgesetzes fällt;

14. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass die Vorschriften der Artikel 31, 33, 44 und 45 nicht auf der Grundlage eines verfassungswidrigen Verfahrens verabschiedet wurden;

- ÜBER DEN ARTIKEL 3:

15. In Erwägung dessen, dass der Artikel 3 die mit der Leistung von Überstunden verbundenen sozial- und steuerrechtlichen Erleichterungen für Voll- und Teilzeitbeschäftigte neu regelt, die mit dem oben genannten Gesetz vom 21. August 2007 eingeführt worden waren; dass er die Befreiung der Überstunden Voll- und Teilzeitbeschäftigter von der Einkommensteuer aufhebt; dass er auch die Minderung des Arbeitnehmerbeitrags zur Sozialversicherung aufhebt und die Herabsetzung der Arbeitgeberbeiträge auf Unternehmen mit weniger als zwanzig Arbeitnehmern begrenzt; dass die Aufhebung der Befreiung von der Einkommensteuer für die Vergütung aller nach dem 1. August 2012 geleisteten Überstunden Voll- und Teilzeitbeschäftigter gilt; dass die Aufhebung der Minderung der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung für die Vergütung aller nach dem 1. September 2012 geleisteten Überstunden Voll- und Teilzeitbeschäftigter gilt; dass die vorher geltende Regelung über die Minderung des Arbeitnehmerbeitrags zur Sozialversicherung bis zum Ende des laufenden Zeitraumes für die Berechnung der Arbeitszeit, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2012, bei Vergütungen für die Überstunden Voll- und Teilzeitbeschäftigter anwendbar bleibt, „wenn der Zeitraum für die Berechnung der Arbeitszeit nicht der Kalendermonat ist“;

16. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, dieser Artikel verstoße gegen den Gleichheitssatz, da er die Arbeitnehmer untereinander ungleich behandele, je nachdem ob als Zeitraum für die Berechnung der Arbeitszeit der Kalendermonat sei oder nicht; dass dieser Artikel darüber hinaus unverständlich verfasst sei; dass die antragstellenden Abgeordneten des Weiteren vortragen, die Aufhebung der mit der Leistung von Überstunden durch Voll- und Teilzeitbeschäftigte verbundenen sozial- und steuerrechtlichen Erleichterungen verletze die Unternehmerfreiheit, da durch diese Maßnahme auf den Unternehmen eine im Hinblick auf das verfolgte Ziel der Arbeitsplatzsicherung unverhältnismäßige Bürde laste; dass die antragstellenden Senatoren behaupten, dieser Artikel verstoße gegen das Gleichheitsgebot, da er Arbeitnehmer unterschiedlich behandele, je nachdem ob diese ihre Überstunden vor oder nach dem 1. August 2012 beziehungsweise dem 1. September 2012 abgeleistet haben; dass sie des Weiteren vorbringen, die Aufhebung der vom oben genannten Gesetz vom 21. August 2007 eingeführten Steuerbefreiungen greife rückwirkend, da sie auch bei Vergütungen für vor dem 1. August 2012 geleistete Überstunden gelten soll, obwohl der Nachtragshaushalt erst nach diesem Datum verkündet werden wird;

17. In Erwägung dessen, dass es dem Gesetzgeber jederzeit freisteht, im Rahmen seiner Zuständigkeit neue Regelungen zu erlassen, deren Zweckmäßigkeit er beurteilt, bestehende Gesetze zu ändern oder aufzuheben und sie gegebenenfalls durch neue Regelungen zu ersetzen; dass er jedoch bei der Ausübung dieser Befugnis Vorgaben von Verfassungsrang nicht die gesetzlichen Gewährleistungen entziehen darf; dass insbesondere der von Artikel 16 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 gewährleistete Rechtsschutz verletzt wäre, wenn der Gesetzgeber in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingriffe, ohne das ein ausreichendes Allgemeininteresse daran bestünde;

18. In Erwägung dessen, dass die Unternehmerfreiheit durch Artikel 4 der Erklärung von 1789 geschützt ist; dass es dem Gesetzgeber jedoch freisteht, auf der Grundlage verfassungsrechtlicher Vorgaben oder aus Gründen des Allgemeinwohls Beschränkungen der Unternehmerfreiheit vorzusehen, unter der Voraussetzung, dass dadurch keine im Hinblick auf das verfolgte Ziel unverhältnismäßigen Eingriffe entstehen;

19. In Erwägung dessen, dass Artikel 6 der Erklärung von 1789 bestimmt: „Das Gesetz [···] soll für alle gleich sein, mag es beschützen, mag es bestrafen“; dass das Gleichheitsgebot dem Gesetzgeber weder verbietet, verschiedene Sachverhalte verschieden zu regeln, noch aus Gründen des Allgemeininteresses vom Gleichheitssatz abzuweichen, solange in beiden Fällen die sich daraus ergebende Ungleichbehandlung in direktem Zusammenhang mit dem Zweck des Gesetzes steht, welches sie begründet; dass aus dem Gleichheitsgebot jedoch nicht zwangsläufig folgt, dass Personen, die sich in unterschiedlichen Rechtssituationen befinden, auch unterschiedlich behandelt werden müssten;

20. In Erwägung dessen, dass es dem Gesetzgeber, welcher gemäß Artikel 34 der Verfassung für die Regelung der Grundsätze des Arbeitsrechts zuständig ist, obliegt, Bestimmungen zu erlassen, die im Einklang mit den Vorschriften der Präambel der Verfassung von 1946 das Recht eines jeden zu gewährleisten vermögen, eine Anstellung zu erhalten, und gleichzeitig ermöglichen, dass dieses Recht von so vielen Menschen wie möglich in Anspruch genommen werden kann;

21. In Erwägung dessen, dass, erstens, der Gesetzgeber mit der Verabschiedung der angegriffenen Vorschriften, welche die Anreize zur Leistung von Überstunden abschaffen, das Ziel verfolgte, mehr Beschäftigung zu erreichen; dass es ihm zur Erreichung dieses Zweckes freistand, die steuer- und sozialrechtlichen Befreiungsregelungen über besagte Überstunden zu ändern; dass die angegriffenen Bestimmungen nicht in die Unternehmerfreiheit eingreifen und auch nicht gegen das Recht eines jeden, eine Anstellung zu erhalten, verstoßen;

22. In Erwägung dessen, dass, zweitens, zum einen die von Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes in Bezug auf die Befreiung von den Sozialbeiträgen vorgesehene Ungleichbehandlung innerhalb der Arbeitnehmerschaft – je nachdem, ob „der Zeitraum für die Berechnung“ der Arbeitszeit der Arbeitnehmer „der Kalendermonat“ ist oder nicht – dadurch gerechtfertigt ist, dass die Sachlage der jeweiligen Arbeitnehmer unterschiedlich ist;

23. In Erwägung dessen, dass zum anderen die Ungleichbehandlung, die sich daraus ergibt, dass eine neue rechtliche Regelung auf eine alte folgt, für sich genommen nicht gegen den Gleichheitssatz verstößt; dass die unterschiedliche Behandlung von Arbeitnehmern, je nachdem ob sie, die Aufhebung der Steuerbefreiungen betreffend, vor oder nach dem 1. August 2012 beziehungsweise, die Aufhebung der Minderung der Beiträge zur Sozialversicherung betreffend, vor oder nach dem 1. September 2012 Überstunden geleistet haben, sich daraus ergibt, dass eine neue rechtliche Regelung eine alte ersetzt; dass diese Ungleichbehandlung daher nicht gegen den Gleichheitssatz verstößt;

24. In Erwägung dessen, dass, schließlich, der Artikel 3, welcher nicht unverständlich verfasst ist, nicht in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingreift; dass er Artikel 16 der Erklärung von 1789 nicht verletzt;

25. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass der Artikel 3 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes gegen keine Vorschrift und keinen Grundsatz von Verfassungsrang verstößt; dass er für verfassungsgemäß erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 4:

26. In Erwägung dessen, dass der Artikel 4 für das Haushaltsjahr 2012 eine außergewöhnliche Vermögensabgabe einrichtet; dass diese von allen Steuerpflichtigen, die zu der Solidaritätssteuer auf Großvermögen für das Jahr 2012 herangezogen werden, zu entrichten ist; dass die Bemessungsgrundlage dieser Abgabe nach denselben Vorschriften wie denjenigen über die Vermögensteuer errechnet wird; dass hierfür eine Tabelle mit progressivem Steuertarif Verwendung findet; dass die Steuerschuld aufgrund der Solidaritätssteuer auf Großvermögen für das Haushaltsjahr 2012 vor möglicher Anrechnung der Steuersenkungen von dem aufgrund der außergewöhnlichen Vermögensabgabe geschuldeten Betrag abgezogen wird;

27. In Erwägung dessen, dass die Antragsteller behaupten, durch die Erhöhung der Sätze von Steuern auf Vermögen habe diese Vorschrift eine Abgabe geschaffen, die eine Beschlagnahme darstelle; dass diese Vorschrift einen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten bewirke, da sie versäumt habe, eine Regelung vorzusehen, die eine Deckelung dieser Abgabe unter Berücksichtigung der Einkünfte der Steuerpflichtigen ermöglichen würde; dass sie, unter Missachtung des Grundsatzes der Steuergleichheit, aufgrund bestimmter Schwellenwerte dazu führe, dass einige Inhaber von Vermögen einen höheren Beitrag im Rahmen der außergewöhnlichen Vermögensabgabe zu leisten hätten als andere Abgabepflichtige mit einem höheren Vermögen; dass diese Vorschrift dazu führe, rückwirkend die Steuertabelle für die Solidaritätssteuer auf Großvermögen für das Haushaltsjahr zu ändern, und daher auch den in Artikel 16 der Erklärung von 1789 niedergelegten Schutz der Rechtsgüter verletze;

28. In Erwägung dessen, dass Artikel 6 der Erklärung von 1789 bestimmt: „Das Gesetz [···] soll für alle gleich sein, mag es beschützen, mag es bestrafen“; dass das Gleichheitsgebot dem Gesetzgeber weder verbietet, verschiedene Sachverhalte verschieden zu regeln, noch aus Gründen des Allgemeininteresses vom Gleichheitssatz abzuweichen, solange in beiden Fällen die sich daraus ergebende Ungleichbehandlung in direktem Zusammenhang mit dem Zweck des Gesetzes steht, welches sie begründet;

29. In Erwägung dessen, dass Artikel 13 der Menschen- und Bürgerrechtserklärung von 1789 lautet: „ Für den Unterhalt der Streitmacht und für die Kosten der Verwaltung ist eine allgemeine Abgabe unumgänglich. Sie muss gleichmäßig auf alle Bürger unter Berücksichtigung ihrer Vermögensumstände verteilt werden “; dass es gemäß Artikel 34 der Verfassung Aufgabe des Gesetzgebers ist, unter Wahrung der Grundsätze der Verfassung und unter Berücksichtigung der Eigenschaften jeder Steuerlast, die Bestimmungen festzulegen, nach denen die Vermögensumstände zu beurteilen sind; dass der Gesetzgeber insbesondere, zur Wahrung des Gleichheitsgebots, dafür Sorge zu tragen hat, dass seine Beurteilung, gemessen an den Zielen, die er verfolgt, auf objektiven und zweckmäßigen Kriterien beruht; dass diese Beurteilung jedoch keinen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten zur Folge haben darf;

30. In Erwägung dessen, dass es dem Gesetzgeber jederzeit freisteht, im Rahmen seiner Zuständigkeit neue Regelungen zu erlassen, deren Zweckmäßigkeit er beurteilt, bestehende Gesetze zu ändern oder aufzuheben und sie gegebenenfalls durch neue Regelungen zu ersetzen; dass er jedoch bei der Ausübung dieser Befugnis Vorgaben von Verfassungsrang nicht die gesetzlichen Gewährleistungen entziehen darf; dass insbesondere der von Artikel 16 der Erklärung von 1789 gewährleistete Rechtsschutz verletzt wäre, wenn der Gesetzgeber in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingriffe, ohne das ein ausreichendes Allgemeininteresse daran bestünde;

31. In Erwägung dessen, dass, erstens, der Gesetzgeber mit der Einführung der außergewöhnlichen Vermögensabgabe eine von der Solidaritätssteuer auf Großvermögen für das Haushaltsjahr 2012 getrennte Steuerlast schaffen wollte; dass er die Bemessungsgrundlage dieser Abgabe nach denselben Regeln festgelegt hat wie die Bemessungsgrundlage der Vermögensteuer; dass er Besteuerungssätze und –stufen festgelegt hat, welche unter Berücksichtigung sowohl der außergewöhnlichen Abgabe als auch der Solidaritätssteuer auf Großvermögen gewährleisten, dass die im Jahr 2012 aufgrund des Besitzes bestimmter Vermögenswerte und Ansprüche geschuldeten Steuern progressiv sind;

32. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der Gesetzgeber die Anzahl der Steuerstufen erhöht und die Vermögen belastenden Steuersätze angehoben hat, um die Besteuerung derartiger Vermögen zu erhöhen und das Steueraufkommen zu mehren; dass er die Besteuerungssätze angehoben hat, ohne dabei jedoch den Freibetrag von 1,3 Millionen Euro zu ändern, und er zahlreiche Vermögenswerte und Ansprüche auch weiterhin nicht für die Bemessungsgrundlage der steuerlichen Belastung herangezogen hat; dass er den höchsten Grenzsatz für Vermögen über 16,79 Millionen Euro auf 1,8 % festgelegt hat; dass dem Verfassungsrat kein allgemeiner Wertungs- und Gestaltungsspielraum wie der des Parlaments zusteht; dass es ihm nicht zusteht zu prüfen, ob die vom Gesetzgeber verfolgten Ziele auch auf eine andere Art und Weise hätten erreicht werden können, solange die vom Gesetz festgelegten Modalitäten nicht offensichtlich ungeeignet sind, das angestrebte Ziel zu erreichen; dass der Gesetzgeber seine Entscheidung auf im Hinblick auf den verfolgten Zweck objektive und zweckmäßige Kriterien gestützt hat, als er die Belastung einiger Steuerpflichtiger erhöht und gleichzeitig die Progression der für das Jahr 2012 zu entrichtenden Steuern auf den Besitz bestimmter Vermögenswerte und Ansprüche gestärkt hat; dass, im Hinblick auf die aufgrund des Besitzes einer Gesamtheit von Vermögenswerten und Ansprüchen bestehende steuerliche Leistungsfähigkeit, die außergewöhnliche Vermögensabgabe in Verbindung mit der Solidaritätssteuer auf Großvermögen für das Jahr 2012 einer bestimmten Gruppe von Steuerpflichtigen keine überhöhte Last auferlegt;

33. In Erwägung dessen, dass, drittens, der Gesetzgeber zur Vermeidung eines offensichtlichen Bruchs des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten seit der Einführung der Solidaritätssteuer auf Großvermögen durch das oben genannte Gesetz vom 23. Dezember 1988 bei der Ausgestaltung der Steuer Vorschriften über eine Obergrenze vorgesehen hat, die für die Ermittlung der Steuerschuld nicht jede Steuerart einzeln erfassen und die die Steuerschuld aufgrund der Solidaritätssteuer auf Großvermögen und der Steuern auf Einkommen und Erträge des Vorjahres auf einen Gesamtanteil der Nettoeinkünfte des Vorjahres beschränkt; dass wenngleich der Gesetzgeber durch das oben genannte Gesetz vom 29. Juli 2011 ab dem Jahr 2012 den Artikel 885 V b) des Steuer- und Abgabengesetzbuches über die Obergrenze der Solidaritätssteuer auf Großvermögen aufheben konnte, so war dies ohne gegen die Verfassung zu verstoßen nur möglich, weil gleichzeitig die Sätze dieser Steuer erheblich gesenkt wurden; dass der Gesetzgeber für die Solidaritätssteuer auf Großvermögen keine Steuertabelle wie die vor 2012 geltende Steuertabelle einführen darf, wenn er nicht gleichzeitig Vorschriften über eine Obergrenze oder Vorschriften mit vergleichbarer Wirkung erlässt, die einen offensichtlichen Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten verhindern sollen;

34. In Erwägung dessen, dass das angegriffene Nachtragshaushaltsgesetz jedoch während eines bereits laufenden Haushaltsjahres neue steuerpolitische Ziele umsetzt, die eine einmalige außergewöhnliche Vermögensabgabe schaffen, welche nur für das Jahr 2012 zu leisten ist; dass der aufgrund dieser Abgabe zu leistende Betrag nach Abzug der Solidaritätssteuer auf Großvermögen für das Jahr 2012 errechnet wird; dass der Bruttobetrag dieser Steuer abgezogen wird, ohne dass dabei die vom Steuerpflichtigen auf die Solidaritätssteuer auf Großvermögen angerechneten Ermäßigungen in Frage gestellt werden; dass im Übrigen der gemäß Artikel 1 und Artikel 1649-0 A des Steuer- und Abgabengesetzbuches erworbene Anspruch auf Rückerstattung, betreffend die Besteuerung der im Jahr 2010 erzielten Einkünfte, den Steuerpflichtigen der Solidaritätssteuer auf Großvermögen für das Jahr 2012 angerechnet wird und sich damit auf den für das Jahr 2012 geschuldeten Beitrag im Rahmen der Solidaritätssteuer auf Großvermögen auswirkt; dass unter diesen Umständen der Bruch der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten, der sich daraus ergibt, dass keine Obergrenze oder Vorschrift mit ähnlicher Wirkung vorgesehen ist, nicht dazu führt, dass die außergewöhnliche Vermögensabgabe für verfassungswidrig erklärt werden müsste;

35. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass die auf eine Verletzung der von den Artikeln 6 und 13 der Erklärung von 1789 geschützten Steuergleichheit und der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten gestützten Rügen zurückgewiesen werden müssen;

36. In Erwägung dessen, dass, viertens, die außergewöhnliche Vermögensabgabe für das Jahr 2012 auf der Grundlage des Wertes der am Stichtag, dem 1. Januar 2012, vom Steuerpflichtigen besessenen Vermögenswerte und Ansprüche errechnet wird; dass jedoch die Ursache der Besteuerung die Lage des Steuerpflichtigen am Tag des Inkrafttretens des Nachtragshaushaltsgesetzes ist; dass nur diejenigen Steuerpflichtigen die außergewöhnliche Vermögensabgabe zu leisten haben werden, die am Tag dieser Ursache am Leben waren; dass auch vorgesehen ist, dass diejenigen Steuerpflichtigen, die Frankreich zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 4. Juli 2012 verlassen haben, von der Bemessungsgrundlage der außergewöhnlichen Vermögensabgabe den Wert ihrer nicht in Frankreich befindlichen Vermögenswerte abziehen können; dass diese eingeführte Abgabe daher weder rückwirkend greift, noch in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingreift; dass sie nicht gegen den von Artikel 16 der Erklärung von 1789 bekräftigten Rechtsschutz verstößt;

37. In Erwägung dessen, dass der Artikel 4 für verfassungsgemäß erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 10:

38. In Erwägung dessen, dass der Artikel 10 für das Haushaltsjahr 2012 eine außergewöhnliche Abgabe auf den Wert der Vorräte an Erdölerzeugnissen einführt;

39. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren behaupten, der angegriffene Artikel schaffe eine Besteuerung ohne Bezug auf die tatsächliche steuerliche Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen und verletze den Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten, da er erstens als Bemessungsgrundlage den vergangenen Besitz von Erdölerzeugnissen verwende, indem er den Vorratsstand der letzten drei Monate des Jahres 2011 zur Grundlage nehme, zweitens diejenigen Personen von der Besteuerung ausnehme, die am Stichtag 4. Juli 2012 keinen Bestand an Erdölerzeugnissen besitzen, drittens die Eigentümer von Beständen an Erdölerzeugnissen von der Abgabe befreie, die ihre Tätigkeit während des ersten Halbjahres 2012 für eine Dauer von mindestens drei Monaten vollständig eingestellt haben, und viertens in die Bemessungsgrundlage der Abgabe den Besitz von Erdölerzeugnissen mit einfließen lasse, der seinen Ursprung in den gesetzlichen Vorgaben zur Bildung und Aufbewahrung einer strategischen Reserve findet;

40. In Erwägung dessen, dass, erstens, die außergewöhnliche Abgabe von Unternehmen zu leisten ist, welche am Stichtag 4. Juli 2012 Eigentümer von Erdölerzeugnissen waren, die den rechtlichen Regelungen nach Artikel 158 A oder Artikel 165 der Zollordnung über die Aussetzung von Steuern unterliegen; dass die Bemessungsgrundlage dieser Abgabe der mittlere Wert dieser Bestände an Erdölerzeugnissen ist, welche die Steuerpflichtigen am jeweils letzten Tag der drei letzten Monate des Jahres 2011 besaßen; dass damit das mittlere Volumen des Bestandes an Erdölerzeugnissen, welche einer rechtlichen Regelung über die Aussetzung von Steuern unterliegen, berücksichtigt werden soll; dass als Begriffsbestimmung des mittleren Wertes der Erdölerzeugnisse dieselbe Begriffsbestimmung gilt, die auf der Grundlage von Artikel 298 § 2 Punkt 1o des Steuer- und Abgabengesetzbuches für das letzte Quartal 2011 pauschal festgelegt wurde; dass diese Begriffsbestimmung des Durchschnittwertes bei Flüssiggas und anderen Gaskraftstoffen auf der Grundlage des Selbstkostenpreises dieser Produkte am 31. Dezember 2011 erfolgt; dass die Bemessungsgrundlage der Abgabe auch die strategischen Vorräte einschließt, die gemäß Artikel L. 642-2 des Energiegesetzbuches gebildet und aufbewahrt werden müssen;

41. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber aus den Vorräten der Unternehmen des Erdölsektors, die während des letzten Quartals 2011 einer rechtlichen Regelung über die Aussetzung von Steuern unterlagen, zusätzliche Einnahmen erheben wollte; dass dem Verfassungsrat kein allgemeiner Wertungs- und Gestaltungsspielraum wie der des Parlaments zusteht; dass es ihm nicht zusteht zu prüfen, ob die vom Gesetzgeber verfolgten Ziele auch auf eine andere Art und Weise hätten erreicht werden können, solange die vom Gesetz festgelegten Modalitäten nicht offensichtlich ungeeignet sind, das angestrebte Ziel zu erreichen; dass der Gesetzgeber bei der Besteuerung von Eigentum an Erdölerzeugnissen, die einer rechtlichen Regelung über die Aussetzung von Steuern unterliegen, unabhängig vom Grund des Besitzes dieser Vorräte, eine Ursache und eine Bemessungsgrundlage festgelegt hat, die einen Bezug zu der steuerlichen Leistungsfähigkeit der Unternehmen des Erdölsektors aufweisen;

42. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der Gesetzgeber die Unternehmen vom Anwendungsbereich der Abgabe ausgenommen hat, die am Stichtag 4. Juli 2012 keine Vorräte an Erdölerzeugnissen besaßen, welche rechtlichen Regelungen über die Aussetzung von Steuern unterliegen; dass er eine Befreiung von der Abgabe zugunsten von Unternehmen vorgesehen hat, die am Stichtag 4. Juli 2012 Vorräte an Erdölerzeugnissen besaßen, welche rechtlichen Regelungen über die Aussetzung von Steuern unterliegen, und während des ersten Halbjahres 2012 ihre Tätigkeit für eine Dauer von mindestens drei Monaten vollständig eingestellt haben; dass er damit die Lage von Unternehmen berücksichtigen wollte, die sich in einer schwierigen Situation befinden, insbesondere von Raffinerien, die ihre Bestände an Erdölerzeugnissen veräußert oder ihre Einrichtungen zeitweilig geschlossen haben; dass der Gesetzgeber seine Entscheidung auf im Hinblick auf den verfolgten Zweck objektive und zweckmäßige Kriterien gestützt hat, als er Ausnahmeregelungen unter Berücksichtigung der Lage von Eigentümern von Vorräten an Erdölerzeugnissen, die ihre Tätigkeit für eine Dauer von mindestens drei Monaten einstellen mussten, sowie der Lage von Unternehmen, die ihren Bestand an Erdölerzeugnissen veräußern mussten, vorgesehen hat; dass alle Eigentümer von Erdölerzeugnissen am Stichtag 4. Juli 2012, die am 31. Dezember 2011 Vorräte besaßen und seitdem ihre Tätigkeit für nicht länger als drei Monate eingestellt haben, unter den gleichen Voraussetzungen besteuerbar sein werden;

43. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass die Rüge, der Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten sei verletzt, verworfen werden muss; dass der Artikel 10 nicht verfassungswidrig ist;

- ÜBER DEN ARTIKEL 12:

44. In Erwägung dessen, dass gemäß Artikel 30 des oben genannten Gesetzes vom 28. Dezember 2011 die der Körperschaftssteuer unterliegenden Steuerpflichtigen, die einen Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro erzielen, eine außergewöhnliche Abgabe im Rahmen dieser Steuer zu leisten haben, und zwar für die zwischen dem 31. Dezember 2011 und dem 30. Dezember 2013 abgeschlossenen Rechnungsjahre; dass der Artikel 12 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes eine Vorauszahlung dieser Abgabe vorsieht; dass besagte Vorauszahlung für ab dem 31. Dezember 2012 abgeschlossene Geschäftsjahre gilt und am Stichtag für die letzte Vorauszahlung der Körperschaftssteuer im Rechnungsjahr oder Veranlagungszeitraum fällig wird; dass der Betrag der Vorauszahlung für Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 250 Millionen Euro und einer Milliarde Euro auf 75 % des Betrages der außergewöhnlichen Abgabe, welcher auf der Grundlage des laufenden Geschäftsjahres oder Veranlagungszeitraumes geschätzt wird, beziehungsweise, bei Unternehmen mit einem Umsatz über einer Milliarde Euro, auf 95 % des Betrages der außergewöhnlichen Abgabe festgelegt wird;

45. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten vortragen, zahlreiche Unternehmen müssten aufgrund dieser Regelung bereits am 15. Dezember 2012 die betreffende außergewöhnliche Abgabe entrichten; dass der Gesetzgeber mit der Verabschiedung einer solchen, nicht vorhersehbaren Maßnahme den in Artikel 16 der Erklärung von 1789 niedergelegten Rechtsschutz verletzt habe;

46. In Erwägung dessen, dass die angegriffenen Vorschriften, welche eine Vorauszahlung auf die außergewöhnliche Abgabe im Rahmen der Körperschaftssteuer vorsehen, die für das am 31. Dezember 2012 abgeschlossene Rechnungsjahr geschuldete Steuer nicht ändern; dass sie keine Rückwirkung entfalten; dass der Gesetzgeber nicht in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen eingegriffen hat; dass er Artikel 16 der Erklärung von 1789 nicht verletzt hat;

47. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass der Artikel 12 für verfassungsgemäß erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 20:

48. In Erwägung dessen, dass der Artikel 30 des oben genannten Gesetzes vom 2. Juli 1990 vorsieht, dass die Feststellung des Ruhegehaltsanspruchs und die Auszahlung der Ruhebezüge, die den Beamten der Post und von France Télécom gemäß dem Gesetzbuch über die Alterszivilpensionen und Alterskriegsrenten zustehen, vom Staat durchgeführt werden und diese beiden Unternehmen als Gegenleistung dazu angehalten sind, einen schuldbefreienden Arbeitgeberbeitrag an das Schatzamt zu entrichten, der im Verhältnis zu den ausbezahlten ruhegehaltspflichtigen Bezügen berechnet wird; dass France Télécom betreffend gilt: „ Der Satz des schuldbefreienden Beitrages wird so errechnet, dass die Höhe der die Arbeitseinkommen betreffenden zwingenden Sozial- und Steuerlasten bei France Télécom und bei den anderen, dem gemeinen Sozialrecht unterliegenden Unternehmen der Telekommunikationsbranche bezüglich derjenigen Risiken, die für die dem gemeinen Recht unterliegenden Arbeitnehmer und für die Beamten des Staates gleich sind, angeglichen wird “; dass der Artikel 20 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes die Modalitäten für die Berechnung der Zahlungen von France Télécom an den Staat als Gegenleistung dafür, dass dieser den Beamten von France Télécom ihre Pensionen ausbezahlt, ändert; dass die Tatsache, dass dieser Artikel 20 im vorgenannten Artikel 30 die Worte „ bezüglich derjenigen Risiken, die für die dem gemeinen Recht unterliegenden Arbeitnehmer und für die Beamten des Staates gleich sind,“ aufhebt, dazu führt, dass der von France Télécom zu entrichtende Beitrag nunmehr auch die Gefahr der Arbeitslosigkeit und die Arbeitseinkommensgarantie abdeckt, von denen dieser Teil der Belegschaft nicht betroffen ist;

49. In Erwägung dessen, dass die Antragsteller vortragen, diese Vorschrift ziehe die Folgen aus dem oben genannten Beschluss der Europäischen Kommission vom 20. Dezember 2011, gemäß welchem dieser Beitrag in seiner gegenwärtigen Ausgestaltung eine Beihilfe darstelle; dass eine solche Abgabe, die zu den Steuern und Abgaben aller Art im Sinne des Artikels 34 der Verfassung gehört, insofern gegen den Artikel 34 der Verfassung verstoße, als sie im Falle einer Nichtigerklärung des Beschlusses der Europäischen Kommission durch den zu diesem Zweck angerufenen Gerichtshof der Europäischen Union dem Unternehmen rückerstattet werden müsste; dass diese Abgabe ebenfalls den Grundsatz der Steuergleichheit verletze, da das Unternehmen, welches bereits die finanziellen Folgen der Übernahme der Pensionen seiner Beamten durch den Staat zu tragen hatte, nun auch diese neue Abgabe tragen müsse; dass diese Abgabe darüber hinaus auch gegen der Grundsatz der Gleichheit vor den öffentlichen Lasten verstoße, da die Post nicht denselben Verpflichtungen unterliege;

50. In Erwägung dessen, dass der einzige Zweck dieser von der angegriffenen Vorschrift durchgeführten Änderung der Modalitäten für die Berechnung des Beitrages, den das Unternehmen France Télécom als Gegenleistung dafür entrichtet, dass der Staat den Beamten von France Télécom ihre Pensionen ausbezahlt, darin besteht, „die Höhe der die Arbeitseinkommen betreffenden zwingenden Sozial- und Steuerlasten bei France Télécom und bei den anderen, dem gemeinen Sozialrecht unterliegenden Unternehmen der Telekommunikationsbranche“ einander anzugleichen; dass der Gesetzgeber damit dem oben genannten Beschluss der Europäischen Kommission vom 20. Dezember 2011 nachkommen wollte, bis das Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union, vor dem der Beschluss angefochten wurde, ergeht; dass je nachdem, wie dieses Urteil ausfällt, das Unternehmen France Télécom einen Anspruch auf Rückerstattung der auf der Grundlage der angegriffenen Vorschrift geleisteten Zahlungen haben könnte; dass diese Vorschrift für sich genommen nicht gegen die sich aus den Artikeln 6 und 13 der Erklärung von 1789 ergebenden verfassungsrechtlichen Anforderungen verstößt; dass die Post und France Télécom sich nicht in der gleichen Lage befinden; dass kein verfassungsrechtliches Gebot vorschreibt, diese beiden Unternehmen denselben Regelungen zu unterwerfen;

51. In Erwägung dessen, dass der Artikel 20, der auch nicht gegen Artikel 34 der Verfassung verstößt, für verfassungskonform erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 28:

52. In Erwägung dessen, dass der Artikel 28 den ermäßigten Steuersatz der Umsatzsteuer auf Bücher und bestimmte kulturelle Veranstaltungen senkt; dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, dieser Artikel 28 verstoße gegen den Grundsatz der Steuergleichheit, da er eine unterschiedliche Behandlung einführe, je nachdem ob in einem Varietétheater während der Aufführungen regelmäßig auch Speisen und Getränke angeboten und konsumiert werden oder nicht;

53. In Erwägung dessen, dass der Punkt 1o des § I von Artikel 28 den Artikel 278-0 b des Steuer- und Abgabengesetzbuches ändert; dass er die Aufzählung der Tätigkeiten und Aktionen erweitert, bezüglich derer der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 5,5 % greift; dass der Buchstabe b dieses Punktes 1o diese Liste um einen Buchstaben F ergänzt, dessen Punkt 1o vorsieht, dass dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen: „ Die folgenden Veranstaltungen: Theater, Kabarette, Zirkusse, Konzerte; Varietéveranstaltungen, mit Ausnahme derjenigen, die in Varietétheatern dargeboten werden, in denen während der Aufführungen regelmäßig auch Speisen und Getränke angeboten und konsumiert werden “; dass der Buchstabe a von Punkt 3o des § I von Artikel 28 infolgedessen die Absätze 2 bis 6 des Buchstaben b b von Artikel 279 des Steuer- und Abgabengesetzbuches aufhebt, die für diese Veranstaltungen einen Umsatzsteuersatz von 7 % vorsahen;

54. In Erwägung dessen, dass die angegriffene Vorschrift lediglich zum Zweck hat, den Umsatzsteuersatz bei bestimmten Veranstaltungen von 7 % auf 5,5 % abzusenken; dass gemäß dieser Vorschrift Etablissements, in denen während der Vorführungen regelmäßig Speisen und Getränke angeboten und konsumiert werden, auch weiterhin vom Genuss des ermäßigten Umsatzsteuersatzes ausgeschlossen sind; dass dieser Ausschluss zu einer Ungleichbehandlung gegenüber Veranstaltungen führt, die unter anderen Voraussetzungen aufgeführt werden; dass sie keine Ungleichbehandlung zwischen Personen zur Folge hat, die sich in derselben Lage befinden; dass sich daraus kein offensichtlicher Bruch des Grundsatzes der Gleichheit aller Bürger vor den öffentlichen Lasten ergibt; dass der zweite Absatz von Buchstabe b von Punkt 1o sowie der Buchstabe a von Punkt 3o des § I von Artikel 28 für verfassungskonform erklärt werden;

- ÜBER DEN ARTIKEL 29:

55. In Erwägung dessen, dass der Artikel 29 die Artikel L. 136-6, L. 136-7, L. 245-14 und L. 245-15 des Sozialgesetzbuches sowie die Artikel 15 und 16 der oben genannten gesetzesvertretenden Verordnung vom 24. Januar 1996 ändert; dass er die vom 1. Januar 2012 an erworbenen Einkünfte aus in Frankreich liegenden Immobilien oder aus solche Immobilien betreffenden Rechtsansprüchen von außerhalb Frankreichs wohnhaften Personen dem sozialen Beitrag auf Einkünfte aus Vermögenserträgen, der Sozialabgabe auf Einkünfte aus Vermögenserträgen, dem Zusatzbeitrag zu dieser Abgabe, sowie der Abgabe zur Tilgung der Schulden der Sozialversicherung unterwirft; dass dieser Artikel vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes an den von außerhalb Frankreichs wohnhaften natürlichen Personen erzielten Wertzuwachs bei der Veräußerung von Immobilien oder Grundstücksrechten oder Beteiligungen an Immobiliengesellschaften dem sozialen Beitrag auf Einkünfte aus Anlageerträgen, der Sozialabgabe auf Einkünfte aus Anlageerträgen, dem Zusatzbeitrag zu dieser Abgabe, sowie der Abgabe zur Tilgung der Schulden der Sozialversicherung unterwirft;

56. In Erwägung dessen, dass die Antragsteller behaupten, diese Bestimmung sei im Hinblick auf Zweck und Gegenstand eines Nachtragshaushaltsgesetzes sachfremd und verletze darüber hinaus die europarechtlichen Verpflichtungen Frankreichs;

57. In Erwägung dessen, dass, erstens, die auf Einkünfte aus Vermögenserträgen und aus Anlageerträgen erhobenen sozialen Beiträge, die auf Einkünfte aus Vermögenserträgen und aus Anlageerträgen erhobenen Sozialabgaben, sowie die Abgabe zur Tilgung der Schulden der Sozialversicherung dazu bestimmt sind, die Ausgaben der sozialen Pflichtversicherungen und der Einrichtungen, die zur Finanzierung dieser Pflichtversicherungen beitragen, zu decken, beziehungsweise die Schulden dieser Systeme zu tilgen, und keine Beitragszahlung darstellen, die Ansprüche auf Leistungen oder Begünstigungen aus diesen Sozialversicherungssystemen begründen würde; dass der Zusatzbeitrag zu den Sozialabgaben auf Einkünfte aus Vermögens- oder Anlageerträgen dazu dient, Mittel für den Nationalen Solidarfonds aufzubringen, und ebenfalls keine Beitragszahlung darstellt, die Ansprüche auf Leistungen aus diesem Fonds begründen würde; dass daher die Vorschrift des Artikels 29 die Bemessungsgrundlagen und Sätze von Steuern und Abgaben aller Art im Sinne des Artikels 34 der Verfassung betrifft; dass diese Vorschrift infolgedessen in den Regelungsbereich eines Nachtragshaushaltsgesetzes fällt; dass der Artikel 29 nicht auf der Grundlage eines verfassungswidrigen Verfahrens verabschiedet wurde;

58. In Erwägung dessen, dass, zweitens, Artikel 55 der Verfassung bestimmt: „ Nach ordnungsgemäßer Ratifizierung oder Zustimmung erlangen Verträge oder Abkommen mit ihrer Veröffentlichung höhere Rechtskraft als Gesetze, unter dem Vorbehalt, dass das Abkommen oder der Vertrag von der anderen Vertragspartei gleichfalls angewandt wird “; dass wenngleich diese Bestimmung Verträgen gemäß den von ihr festgelegten Voraussetzungen einen Vorrang vor den Gesetzen einräumt, so schreibt sie weder vor, noch bedeutet sie, dass die Einhaltung dieses Grundsatzes im Rahmen der Prüfung der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen zu gewährleisten sei; dass der Einwand der Unvereinbarkeit einer gesetzlichen Bestimmung mit völker- oder europarechtlichen Verpflichtungen Frankreichs nicht zur Rüge der Verfassungswidrigkeit herangezogen werden kann; dass die Prüfung einer solchen Rüge, welche sich auf die Verträge oder das Recht der Europäischen Union stützt, in die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte und der Verwaltungsgerichte fällt;

59. In Erwägung dessen, dass die angegriffene Vorschrift, die nicht zum Zweck hat, eine Doppelbesteuerung einzuführen, gegen keine Vorgabe von Verfassungsrang verstößt; dass der Artikel 29 daher für verfassungsgemäß erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 32:

60. In Erwägung dessen, dass der Artikel 32 den Artikel L. 137-11 des Sozialgesetzbuches über den Arbeitgeberanteil zu Rentenversicherungen, aus denen für den Begünstigten nach dem Ende seiner beruflichen Laufbahn im Unternehmen Leistungsansprüche erwachsen, und deren Finanzierung durch den Arbeitgeber nicht pro Arbeitnehmer individualisierbar ist, ändert; dass dieser Artikel den Beitragssatz dieses Arbeitgeberanteils auf 32 % erhöht, wenn die Bemessungsgrundlage des Beitrages eine Rente ist, auf 24 % festsetzt, wenn die Bemessungsgrundlage die Höhe der vom Arbeitgeber zur Finanzierung dieser Rentenversicherungen ausgezahlten Prämien ist, und auf 48 % festlegt, wenn die Bemessungsgrundlage der Anteil der zugewiesenen Mittel für Rückstellungen oder der Anteil an dem im Anhang zur Schlussrechnung aufgeführten Betrag ist, der den Kosten der im Geschäftsjahr erbrachten Dienstleistungen entspricht; dass die Erhöhung des Beitragssatzes des Arbeitgeberanteils, dessen Bemessungsgrundlage eine Rente ist, für diejenigen Renten gilt, die auf der Grundlage von nach dem 1. Januar 2013 festgestellten Ruhegehaltsansprüchen ausgezahlt werden;

61. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, dass diese Vorschrift, indem sie diese Änderung der Beitragssätze auf Renten beschränke, die auf der Grundlage von nach dem 1. Januar 2013 festgestellten Ruhegehaltsansprüchen ausgezahlt werden, eine Ungleichbehandlung einführe, die keinen Bezug zum Gegenstand des Gesetzes aufweise;

62. In Erwägung dessen, dass der Gesetzgeber dadurch, dass er die Erhöhung der Beitragssätze auf diejenigen Renten beschränkt hat, die auf der Grundlage von nach dem 1. Januar 2013 festgestellten Ruhegehaltsansprüchen ausgezahlt werden, den bei Renten, die auf der Grundlage von bereits festgestellten oder bis zum 31. Dezember 2012 festgestellten Ruhegehaltsansprüchen ausgezahlt werden, geltenden Beitragssatz beibehalten wollte; dass, die Ruhegehälter betreffend, die Entscheidung des Gesetzgebers, dass der Beitragssatz des Arbeitgeberanteils vom Zeitpunkt der Feststellung des Ruhegehaltsanspruchs abhängen soll, nicht gegen den Gleichheitssatz verstößt; dass der Artikel 32 für verfassungsgemäß erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 41:

63. In Erwägung dessen, dass der Artikel 41 den staatlichen Gesundheitsdienst betrifft; dass der Punkt 1o des § I von Artikel 41 in Artikel L. 251-1 des Gesetzbuches über Sozial- und Familienbeihilfen die Bedingung aufhebt, gemäß welcher vor Inanspruchnahme des staatlichen Gesundheitsdienstes eine jährliche Stempelgebühr zu entrichten ist; dass der Punkt 2o dieses § I in Artikel L. 252-2 des Gesetzbuches über Sozial- und Familienbeihilfen die vor bestimmten Behandlungen im Krankenhaus von Personen, die diesen Gesundheitsdienst in Anspruch nehmen dürfen, erforderliche Genehmigung abschaffen; dass der Punkt 3o dieses § I in Artikel L. 252-1 desselben Gesetzbuches die Liste der Einrichtungen ändert, bei denen ein Antrag auf Zugang zum staatlichen Gesundheitsdienst eingereicht werden kann; dass der Punkt 4o von § I den Artikel L. 253-3-1 desselben Gesetzbuches über den Nationalen Fonds für den staatlichen Gesundheitsdienst aufhebt; dass der § II den Artikel 968 E des Steuer- und Abgabengesetzbuches aufhebt, welcher die vorgenannte Stempelgebühr eingeführt hatte; dass der § III die Durchführungsvoraussetzungen dieser Reform festlegt;

64. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Senatoren bemängeln, diese Bestimmungen seien sachfremd im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes; dass die antragstellenden Abgeordneten vortragen, die Unentgeltlichkeit der Behandlungen zugunsten von sich nicht rechtmäßig in Frankreich aufhaltenden Ausländern missachte den Grundsatz einer guten Verwendung der Staatsgelder, verletze die von Verfassungs wegen geforderte Bekämpfung betrügerischer Handlungen und verstoße gegen den Gleichheitssatz, da sie eine Ungleichbehandlung begründe zwischen den Nutznießern des staatlichen Gesundheitsdienstes einerseits, und Personen, deren Behandlung von der Krankenversicherung übernommen wird und die eine Selbstbeteiligung tragen müssen, andererseits; dass die antragstellenden Abgeordneten behaupten, der in erster Lesung im Senat verabschiedete Abänderungsvorschlag, aus dem die Vorschrift des Punktes 3o von § I hervorgegangen ist, hätte sofort nach seiner Einbringung für unzulässig erklärt werden müssen, da er zur Erhöhung einer öffentlichen Ausgabe führe;

- Bezüglich des Verfahrens:

65. In Erwägung dessen, dass, erstens, die Bestimmungen des Artikels 41, welche die Bedingungen für den Zugang zum staatlichen Gesundheitsdienst betreffen, eine unmittelbare Auswirkung auf die Ausgaben des Staatshaushaltes haben; dass diese Bestimmungen daher im Hinblick auf den Gegenstand eines Haushaltsgesetzes nicht sachfremd sind;

66. In Erwägung dessen, dass, zweitens, Artikel 40 der Verfassung bestimmt: „ Gesetzesvorschläge und Änderungsanträge von Mitgliedern des Parlaments sind unzulässig, wenn ihre Annahme eine Verringerung der öffentlichen Einnahmen oder die Schaffung oder Erhöhung öffentlicher Ausgaben zur Folge hätte “; dass, damit der Verfassungsrat die Verfassungsmäßigkeit eines Änderungsantrags nach Artikel 40 der Verfassung prüfen kann, die Frage der haushaltsrechtlichen Zulässigkeit eines von Mitgliedern des Parlamentes eingebrachten Abänderungsvorschlags vor der ersten damit befassten Kammer aufgeworfen worden sein muss; dass im vorliegenden Fall vor dem Senat die Zulässigkeit des Änderungsantrags, aus dem der Punkt 3o des § I von Artikel 41 hervorgegangen ist, nicht auf der Grundlage von Artikel 40 der Verfassung in Frage gestellt worden ist; dass die Frage der Zulässigkeit des Abänderungsvorschlags von den antragstellenden Abgeordneten nicht unmittelbar vor dem Verfassungsrat vorgetragen werden kann, da sie nicht bereits vor dem Senat aufgeworfen wurde;

67. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass die Vorschriften des Artikels 41 nicht nach einem verfassungswidrigen Verfahren verabschiedet worden sind;

- Bezüglich der Sache:

68. In Erwägung dessen, dass der elfte Absatz der Präambel der Verfassung von 1946 verkündet: „[Die Nation] sichert allen, vor allem den Kindern, den Müttern und den alten Arbeitern, den Schutz ihrer Gesundheit, materielle Sicherheit, Ruhe und Freizeit zu. Jeder Mensch, der wegen seines Alters, seines physischen oder geistigen Zustandes oder seiner wirtschaftlichen Lage arbeitsunfähig ist, hat das Recht, von der Gesamtheit angemessene Mittel für den Unterhalt zu bekommen “; dass es dem Gesetzgeber jederzeit freisteht, im Rahmen seiner Zuständigkeit neue Regelungen zu erlassen, bestehende Gesetze zu ändern oder aufzuheben und sie gegebenenfalls durch neue Regelungen zu ersetzen, solange er bei der Ausübung dieser Befugnis Vorgaben von Verfassungsrang nicht die gesetzlichen Gewährleistungen entzieht;

69. In Erwägung dessen, dass sich nicht rechtmäßig auf dem Staatsgebiet aufhaltende Ausländer, die sich ununterbrochen seit mindestens drei Monaten in Frankreich aufhalten und deren Mittel die gemäß Artikel L. 861-1 des Sozialgesetzbuches durch Dekret festgelegte Obergrenze nicht überschreiten, in den Genuss des staatlichen Gesundheitsdienstes kommen; dass dieser Dienst dem Staat Gesundheitskosten aufbürdet, die in Artikel L. 251-2 des Gesetzbuches über Sozial- und Familienbeihilfen aufgeführt werden;

70. In Erwägung dessen, dass, zum einen, die französischen Staatsangehörigen, sowie die sich rechtmäßig in Frankreich aufhaltenden ausländischen Staatsangehörigen, deren Mittel unterhalb der gemäß Artikel L. 861-1 des Sozialgesetzbuches durch Dekret festgesetzten Obergrenze liegen, gemäß den Bestimmungen dieses Artikels in den Genuss einer Zusatzversicherung ohne Eigenbeitrag kommen; dass aus Artikel L. 322-4 desselben Gesetzbuches hervorgeht, dass die in § II von Artikel L. 322-2 desselben Gesetzbuches genannte Beteiligung, sowie die in § III dieser Vorschrift vorgesehene Selbstbeteiligung von den Begünstigten dieser Zusatzversicherung nicht eingefordert werden; dass daher die Rüge, welche sich auf die unterschiedliche Behandlung von Personen, die den staatlichen Gesundheitsdienst in Anspruch nehmen dürfen, und Personen, die in den Genuss der allgemeinen Zusatzkrankenversicherung kommen, stützt, nicht durchgreift;

71. In Erwägung dessen, dass, zum anderen, der Gesetzgeber mit der Wiedereinführung der Unentgeltlichkeit des staatlichen Gesundheitsdienstes zugunsten von sich nicht rechtmäßig in Frankreich aufhaltenden Ausländern die Anforderungen aus dem elften Absatz der Präambel von 1946 nicht verletzt hat;

72. In Erwägung dessen, dass aus diesen Ausführungen folgt, dass der Artikel 41 für verfassungsgemäß erklärt wird;

- ÜBER DEN ARTIKEL 42:

73. In Erwägung dessen, dass der Artikel 133 des oben genannten Gesetzes vom 27. Dezember 2008 bestimmt: „ Jeder möglichen Ausweitung der Übernahme der Schulgebühren der französischen Schüler, die im Ausland unterhalb der Obersekunda, der Unter- und der Oberprima eine französische Schule besuchen, geht eine dem Parlament übermittelte Vorerhebung voraus, die insbesondere die Modalitäten für die Finanzierung einer solchen Maßnahme darlegt “; dass der Artikel 141 des oben genannten Gesetzes vom 29. Dezember 2010 lautet: „ Unbeschadet der Bewilligung von Stipendien darf die staatliche Übernahme der Schulgebühren der französischen Schüler, die im Ausland eine französische Schule besuchen, eine Obergrenze nicht übersteigen, die pro Schule durch Dekret nach Stellungnahme der Versammlung der Franzosen im Ausland und spätestens bis zum 31. Juli 2011 festgelegt wird.

Die Obergrenze wird auf der Grundlage des im vom Dekret festgelegten Bezugsjahr erhobenen Schulgeldes festgesetzt; sie wird jährlich durch Erlass angepasst, um insbesondere den Wechselkursänderungen und den Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land Rechnung zu tragen “;

74. In Erwägung dessen, dass der § I von Artikel 42 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes diese Bestimmungen aufhebt und der § II dieser Vorschrift vorsieht, dass dem Parlament ein Bericht „ über die Folgen der Abschaffung der Übernahme der Schulgebühren der französischen Schüler, die im Ausland eine französische Schule besuchen, und über die notwendigen Anpassungen der Bestimmungen über in sozialen Härtefällen bewilligte Stipendien “ vorzulegen ist;

75. In Erwägung dessen, dass die antragstellenden Abgeordneten und Senatoren behaupten, durch die Abschaffung der staatlichen Übernahme der Schulgebühren französischer Schüler an französischen Schulen im Ausland verstoße der Artikel 42 gegen den Grundsatz der Unentgeltlichkeit des öffentlichen Unterrichtswesens; dass die antragstellenden Abgeordneten darüber hinaus anführen, durch die Wiedereinführung der Schulgebühren „ bereits ab dem Schuljahr 2012 / 2013“ verletzten diese Vorschriften auch den Grundsatz der Rechtssicherheit; dass schließlich aufgrund der unterschiedlichen Behandlung der Schüler, je nachdem, ob sie eine öffentliche Schule in Frankreich oder im Ausland besuchen, der Gleichheitssatz verletzt sei;

76. In Erwägung dessen, dass, erstens, der zweite Satz des dreizehnten Absatzes der Präambel von 1946 bestimmt: „ Die Organisation des öffentlichen, kostenlosen und religionsneutralen Unterrichts in allen Stufen ist eine Pflicht des Staates“; dass diese verfassungsrechtliche Verpflichtung, ein öffentliches, kostenloses und religionsneutrales Bildungswesen einzurichten und zu unterhalten, für den Staat nicht außerhalb der Staatsgrenzen der Republik gilt; dass die angegriffenen Bestimmungen die Bedingungen für die Übernahme der Schulgebühren französischer Schüler betreffen, die im Ausland eine französische Schule besuchen; dass daher die auf eine Verletzung des Grundsatzes der Unentgeltlichkeit des öffentlichen Unterrichtswesens gestützte Rüge verfehlt ist; dass auch der Gleichheitssatz nicht die Unentgeltlichkeit des Schulbesuchs französischer Schüler im Ausland gebietet;

77. In Erwägung dessen, dass, zweitens, es dem Gesetzgeber jederzeit freisteht, im Rahmen seiner Zuständigkeit neue Regelungen zu erlassen, bestehende Gesetze zu ändern oder aufzuheben und sie gegebenenfalls durch neue Regelungen zu ersetzen, solange er bei der Ausübung dieser Befugnis Vorgaben von Verfassungsrang nicht die gesetzlichen Gewährleistungen entzieht; dass die angegriffenen Vorschriften weder rückwirkend greifen, noch einen Eingriff in rechtmäßig erlangte Rechtspositionen vornehmen; dass infolgedessen die Rüge, der Grundsatz der Rechtssicherheit sei verletzt, zurückgewiesen werden muss;

78. In Erwägung dessen, dass die Vorschriften des Artikels 42 für verfassungskonform erklärt werden;

- ÜBER DEN ARTIKEL 40:

79. In Erwägung dessen, dass der § I von Artikel 14 des oben genannten Gesetzes vom 6. August 2002 bestimmt: „ Der Präsident der Republik und die Mitglieder der Regierung beziehen monatliche Bruttoamtsbezüge, die unter Bezugnahme auf die Bezüge der Staatsbeamten der Besoldungsgruppe „ außerordentlich “ berechnet werden. Die Höchstgrenze dieser Bezüge entspricht dem doppelten Wert des Mittelwertes der niedrigsten und der höchsten in dieser Besoldungsgruppe vorgesehenen Bezüge.

Diese Bezüge werden um eine Ortszulage in Höhe von 3 % der Amtsbezüge und eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 % der Bruttoamtsbezüge und der Ortszulage ergänzt.

Die Bruttoamtsbezüge, die Ortszulage und die Aufwandsentschädigung des Präsidenten der Republik und des Premierministers entsprechen dem auf der Grundlage der Absätze 1 und 2 errechneten Höchstbetrag zuzüglich 50 %.

Die Bruttoamtsbezüge und die Ortszulage unterliegen den Pflichtbeiträgen zur Sozialversicherung und der Einkommensteuer nach Maßgabe der für Dienstbezüge und Gehälter geltenden steuerrechtlichen Vorschriften.

Die Amtsbezüge des Präsidenten der Republik schließen den Bezug anderer Vergütungen, Renten, Prämien und Zulagen aus, mit Ausnahme familiärer Einkünfte “;

80. In Erwägung dessen, dass der Artikel 40 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes den in Absatz 3 dieses § I genannten Prozentsatz von 50 % auf 5 % absenkt;

81. In Erwägung dessen, dass Artikel 16 der Erklärung von 1789 verkündet: „ Eine Gesellschaft, in der die Verbürgung der Rechte nicht gesichert und die Gewaltenteilung nicht festgelegt ist, hat keine Verfassung“; dass der Präsident der Republik gemäß Artikel 5 der Verfassung der Garant der nationalen Unabhängigkeit und der Integrität des Staatsgebietes ist; dass Artikel 20 Absatz 1 der Verfassung lautet: „Die Regierung bestimmt und leitet die Politik der Nation“; dass der Grundsatz der Gewaltenteilung gegenüber dem Präsidenten der Republik und der Regierung gilt;

82. In Erwägung dessen, dass der Artikel 40 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes durch die Änderung der Amtsbezüge des Präsidenten der Republik und des Premierministers den Grundsatz der Gewaltenteilung verkannt hat; dass er infolgedessen für verfassungswidrig erklärt werden muss;

83. In Erwägung dessen, dass die Verfassungskonformität eines bereits verkündeten Gesetzes im Rahmen der Prüfung von gesetzlichen Vorschriften, die besagtes Gesetz ändern oder ergänzen oder dessen Anwendungsbereich betreffen, geprüft werden kann; dass im vorliegenden Fall der Artikel 40 die Vorschriften des § I von Artikel 14 des oben genannten Gesetzes vom 6. August 2002 ändert; dass diese Bestimmungen über die Amtsbezüge des Präsidenten der Republik und der Mitglieder der Regierung aus denselben Gründen für verfassungswidrig erklärt werden müssen;

- ÜBER DEN SACHBEZUG WEITERER VORSCHRIFTEN MIT DEM GEGENSTAND EINES NACHTRAGSHAUSHALTSGESETZES:

84. In Erwägung dessen, dass der Artikel 11 hauptsächlich zum Gegenstand hat (§ I), den Artikel 42-3 des oben genannten Gesetzes vom 30. September 1986 zu ändern und eine Genehmigungspflicht durch den Hohen Rat für audiovisuelle Massenmedien für die Fälle einzuführen, wenn mittelbar oder unmittelbar das Eigentum an einem Unternehmen übertragen wird, das Inhaber einer Genehmigung für die wirtschaftliche Nutzung des Radios ist; dass der § II dieses Artikels in das Steuer- und Abgabengesetzbuch einen Artikel 235 c ZG einführt, der eine öffentliche Abgabe schafft, die bei einer Veräußerung von Anteilen an einem Herausgeber audiovisueller Massenmedien fällig wird; dass der § III dieses Artikels die Anwendungsbedingungen der §§ I und II näher bestimmt;

85. In Erwägung dessen, dass, erstens, der § I von Artikel 11, der die Einführung einer Genehmigungspflicht im Rahmen der Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die audiovisuelle Massenmedien herausgeben, vorsieht, weder die öffentlichen Mittel, noch die öffentlichen Lasten, noch das Haushaltswesen, noch die Anleihen, noch die Schulden, noch die Sicherheiten oder die Haushalts- und Wirtschaftsführung des Staates betrifft; dass er keinen Bezug zu Steuern und Abgaben aller Art aufweist, deren Ertrag anderen juristischen Personen des öffentlichen Rechts als dem Staat zugeteilt werden; dass er nicht zum Gegenstand hat, Mittelzuwendungen für die Gebietskörperschaften zu verteilen oder Finanzierungsabkommen zu billigen; dass er auch nicht die Ausgestaltung der vermögensrechtlichen Haftung der Bediensteten der öffentlichen Dienste oder die Unterrichtung des Parlamentes und die von diesem ausgeübte Kontrolle im Bereich der Haushaltswirtschaft betrifft; dass der § I von Artikel 11 damit im Hinblick auf den sich aus den Vorschriften des Verfassungsergänzungsgesetzes vom 1. August 2001 ergebenden Gegenstand eines Nachtragshaushaltsgesetzes sachfremd ist; dass er auf der Grundlage eines verfassungswidrigen Verfahrens verabschiedet wurde;

86. In Erwägung dessen, dass, zweitens, der § II von Artikel 11 eine Abgabe auf die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die audiovisuelle Massenmedien herausgeben, einführt; dass er vorsieht, dass die Bemessungsgrundlage dieser Abgabe sich aus allen Einlagen, Übertragungen oder Tausche von Anteilen zusammensetzt, deren Summierung im Verlauf von sechs Monaten zu einer Übertragung der Verfügungsgewalt über ein Unternehmen führt, das Inhaber einer Genehmigung zur wirtschaftlichen Nutzung des Radios ist; dass gemäß dieser Vorschrift vor der Begleichung der Abgabe jedoch die Einlage, die Übertragung oder der Tausch von Anteilen vom Hohen Rat für audiovisuelle Massenmedien gemäß dem in § I desselben Artikels eingeführten Verfahren genehmigt worden sein muss; dass infolgedessen die Bestimmungen des § II von Artikel 11, die mit dem § I untrennbar verbunden sind, im Hinblick auf den Gegenstand eines Nachtragshaushaltsgesetzes sachfremd sind;

87. In Erwägung dessen, dass der Artikel 11 des zur Prüfung vorgelegten Gesetzes daher für verfassungswidrig erklärt werden muss;

88. In Erwägung dessen, dass für den Verfassungsrat kein Anlass besteht, von Amts wegen weiteren Fragen, welche die Verfassungsmäßigkeit des vorgelegten Gesetzes betreffen, nachzugehen,

ENTSCHEIDET :

Artikel 1 – Folgende Vorschriften des Nachtragshaushalts für 2012 werden für verfassungswidrig erklärt:

- der Artikel 11;

- der Artikel 40.

Artikel 2 – Folgende Vorschriften desselben Gesetzes werden für verfassungsgemäß erklärt:

- die Artikel 3, 4, 10, 12 und 20;

- in Buchstabe b von Punkt 1o des § I von Artikel 28, der Punkt 1o des Buchstaben F von Artikel 278-0 b des Steuer- und Abgabengesetzbuches, sowie der Buchstabe a von Punkt 3o des § I von Artikel 28;

- die Artikel 29, 32, 41 und 42.

Artikel 3 – Der § I von Artikel 14 des Gesetzes Nr. 2002-1050 vom 6. August 2002, Nachtragshaushalt für 2002, ist verfassungswidrig.

Artikel 4 – Diese Entscheidung wird im Amtsblatt der Französischen Republik veröffentlicht.

Beschlossen durch den Verfassungsrat in seiner Sitzung vom 9. August 2012, an der teilgenommen haben die Damen und Herren Jean-Louis DEBRÉ, Präsident, Jacques BARROT, Claire BAZY MALAURIE, Guy CANIVET, Renaud DENOIX de SAINT MARC, Valéry GISCARD d'ESTAING, Jacqueline de GUILLENCHMIDT, Hubert HAENEL und Pierre STEINMETZ.